Mentoring-Programm

Unikurier Nr. 105, 1/2010

Karriereschub für Bachelorstudentinnen

Mentoring-Programm wird erweitert.

Mit bisher rund 220 Teilnehmerinnen in sechs Jahren ist das Mentoring-Programm der Universität Stuttgart schon heute bundesweit eines der drei größten Programme dieser Art im Hochschulbereich. Doch der Aktionsradius soll noch erweitert werden. Passend zu den Anforderungen der Bologna-Reform werden mit einem „Junior-Mentoring“ ab 2011 auch talentierte Studentinnen in den Bachelor- und Masterstudiengängen in die Förderung einbezogen.

Frau oder Mann mit Erfahrung auf der Karriereleiter unterstützt Nachwuchswissenschaftlerin und/oder Berufseinsteigerin bei der Planung ihrer Laufbahn – nach diesem Prinzip funktioniert, vereinfacht gesagt, das Mentoring-Programm der Uni. Im Fokus stand dabei bisher vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs: Über 90 Prozent der derzeit 97 aktiven Mentees sind Doktorandinnen, Postdocs oder Habilitandinnen. Demgegenüber stehen nur sieben Prozent Absolventinnen beziehungsweise Studierende der Abschlusssemester. „Um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen beziehungsweise den Frauenanteil in der Professorenschaft nachhaltig zu erhöhen, greift das fast ein wenig spät“, sagt Dr. Sonia Landenberger, die das Mentoring-Programm seit 2009 leitet. Zumal gerade bei den zweistufigen Bachelor-Master-Studiengängen ein gewisser Trend besteht, dass Frauen die Bruchstelle zwischen den beiden Studienphasen nutzen, um sich in die Babypause zu verabschieden. „Diese hervorragend ausgebildeten Frauen später in eine wissenschaftliche Karriere zurückzuführen, ist schwer.“ Angesprochen werden mit dem Junior-Mentoring deshalb bereits Studentinnen nach der Orientierungsprüfung. Sie sollen zunächst für das Masterstudium motiviert werden, später reicht die Begleitung von der Berufsorientierung über den Aufbau berufsrelevanter Netzwerke bis zum Berufseinstieg oder zur Professur. Zur Seite stehen den jungen Frauen die Alumni der Universität Stuttgart, zudem sollen verstärkt Nachwuchswissenschaftlerinnen aus dem bisherigen Mentoring-Programm eingebunden werden. Aber auch Master-Studierende kommen als Mentoren und Mentorinnen in Frage.

Profitieren sollen von der Programmerweiterung, die der Mentoring-Beirat im Februar beschlossen hat, alle: Die Mentees durch bessere Karrierechancen, die Mentoren, weil es für ihr Engagement ein Zertifikat gibt, das sich auch in der eigenen Bewerbungsmappe gut macht. Und die Uni, weil sie ihrem Ziel, „Potentialträgerinnen“ langfristig an die Universität zu binden und den Frauenanteil in allen Wissenschaftsbereichen deutlich zu erhöhen, einen weiteren Schritt näher kommen dürfte.