Drei Professorinnen

Stuttgarter Nachrichten, 25. Januar 2010

Drei Professorinnen für die Uni Stuttgart

Teilnahme an einem Wettbewerb zur Gleichstellung spült 2,25 Millionen Euro in die Kasse.

Dank ihres Gleichstellungskonzeptes hat die Universität Stuttgart beim Professorinnenprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung drei neue unbefristete Stellen bewilligt bekommen. „Das ist die Maximalausbeute", sagte Rektor Wolfram Ressel stolz. Damit erhält seine Lehranstalt bis 2015 jährlich 450 000 Euro an Fördermitteln aus einem 150 Millionen Euro schweren Topf, der von Bund und Ländern gemeinsam finanziert wird - macht in fünf Jahren 2,25 Millionen Euro.

Entscheidend für den positiven Bescheid war letztlich das Konzept der Universität. Darin ist eine aktive Nachwuchswerbung für Frauen, ein Mentorenprogramm sowie die Möglichkeit, beiden Ehepartnern in der Region eine gleichberechtigte Karriere zu ermöglichen, festgelegt. Einen zentralen Bestandteil stellt auch das Angebot einer Kinderbetreuung dar.

Weil das die Gutachter von Bund und Ländern überzeugte, können die neuen Lehrstuhlinhaberinnen Nadja Schott (Sport- und Gesundheitswissenschaft), Cristina Tarín (Prozessleittechnik im Maschinenbau) und Meike Tilebein (Diversity Studies in den Ingenieurswissenschaften) ihre Arbeit aufnehmen. Die Berufung der drei jungen Akademikerinnen soll jedoch nur der Auftakt sein: „Wir wollen durch unser Konzept unsere Ziele erreichen", erklärte Ressel selbstbewusst.

Konkret in Zahlen ausgedrückt heißt das: Bis zum Jahresende 2012 will der Rektor den Anteil an Akademikerinnen an seiner Universität von derzeit 6,1 auf 10 Prozent erhöhen, ebenso die Zahl an Studentinnen von aktuell 33 auf 40 Prozent wachsen. Die Menge an Wissenschaftlerinnen im akademischen Mittelbau soll von 24,6 auf 30 Prozent steigen. „Ich bin guter Dinge, dass uns das auch gelingen wird", sagt Gabriele Hartmann, die Frauenbeauftragte der Universität Stuttgart.

Ein anderer Grund dürfte die im Jahr 2008 beschlossene Förderungspolitik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sein. Auf jener DFG-Tagung wurde von Ressel und der Mehrheit seiner Kollegen beschlossen, die Bewilligung von Forschungsvorhaben von einem Gleichstellungsförderungsplan abhängig zu machen. Seitdem gilt: Bei Nichteinhaltung leidet der Geldbeutel der Institute.