Zwei neue Professorinnen an der Fakultät 7

transmitter 2/2009

Zwei neue Professorinnen an der Fakultät 7

Die Fakultät 7 bekommt noch in diesem Jahr Verstärkung. Im Rahmen des Professorinnen-Programms von Bund und Ländern wurden Prof. ( jun.) Dr. rer. pol. Dipl.-Ing. Meike Tilebein und Dr.-Ing. Cristina Tarin-Sauer an die Universität Stuttgart als Professorinnen berufen. So erhält Juniorprofessorin Nicole Radde, bisher das einzige weibliche Vollmitglied der Fakultät 7, bald Verstärkung.

Die „Neue“ für die Professur „Diversity Studies in den Ingenieurwissenschaften“, kennen viele Stuttgarter
Universitätsangehörige bereits, denn sie war einige Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Erich
Zahn vom Betriebswirtschaftlichen Institut am Lehrstuhl für Planung beschäftigt und arbeitete beispielsweise bei der Beantragung der Graduiertenschule GSaME mit, bevor sie Anfang 2007 als Juniorprofessorin für Innovationsmanagement an die European Business School nach Oestrich-Winkel in den Rheingau ging.

Die 42jährige ausgebildete Diplom-Ingenieurin (Technische Kybernetik) und promovierte Betriebswirtschaftlerin wird sich auf ihrem Lehrstuhl, dem auch die Leitung des Zentrums für Management Research der Deutschen Institute für
Textil- und Faserforschung Stuttgart (DITF MR) in Denkendorf untersteht, mit den Auswirkungen, den Chancen und Risiken von Vielfalt, also Diversität, im Ingenieurbereich beschäftigen. Dabei spielt etwa der Zusammenhang von Diversität und Innovationen in Teams eine herausragende Rolle. Die Expertin in systemtheoretischen Fragen sieht in der Vielfalt einer Belegschaft oder eines Teams folgende Herausforderungen: Diversität kann einerseits eine sehr wertvolle Ressource sein, die den Wissenspool vergrößert und Zugang zu einer Vielzahl an Perspektiven schafft. Diversität kann andererseits aber auch zu Kommunikationsbarrieren und Kooperationshindernissen führen, wenn das gegenseitige Verständnis fehlt.

„Die Ausschöpfung des Potenzials, das sich aus den verschiedenen Erfahrungshintergründen etwa von Frauen und Männern oder Alten und Jungen, aus dem unterschiedlichen weltanschaulichen Hintergrund von beispielsweise Europäern und Indern oder auch aus den differierenden Perspektiven von Ingenieuren oder Geisteswissenschaftlern bietet, kann nur erfolgreich sein, wenn wir systematisch herausarbeiten, unter welchen Bedingungen heterogene Gruppen effizient zusammenarbeiten können und welche Unterstützung dabei erforderlich ist.

Dr. Cristina Tarin-Sauer wird am Institut für Systemdynamik als Nachfolgerin von Prof. Dr.-Ing. Herbert Wehlan, der 2012 in den Ruhestand tritt, die Professur „Prozessleittechnik im Maschinenbau“ übernehmen. Die 36jährige Wissenschaftlerin mit deutscher und spanischer Staatsangehörigkeit leitete bisher am Institut für Telekommunikation und Multimedia-Anwendungen (iTEAM) der Technischen Hochschule Valencia (UPV) innerhalb des Bereichs „Mobile Communications“ die Arbeitsgruppe Signalverarbeitung, Systemdynamik und Systemtechnik für technische und nichttechnische Anwendungsgebiete. Zwischenstationen ihrer bisherigen wissenschaftlichen Laufbahn waren die Universität Ulm, an der sie promovierte, sowie die Universität Carlos III in Madrid, wo sie als Fakultätsdozentin tätig war.

Ihre Forschung an der Universität Stuttgart zielt auf den Zwischenbereich von Informationstechnik und Systemdynamik, der in der modernen Prozessleittechnik eine stetig wachsende Bedeutung haben wird. „Ich freue mich sehr, nach Stuttgart zu kommen, da der Bereich der Systemtechnik an der Universität Stuttgart international ein hohes Renommee hat und mir zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten bietet“, so Dr. Tarin gegenüber dem Transmitter.

In einer der nächsten Ausgaben werden wir die Arbeitsgebiete der beiden neu besetzten Lehrstühle im Detail vorstellen.

Die Gleichstellungbeauftrage der Universität, Dr. Gabriele Hardtmann, freut sich, dass nun mit Prof. Tilebein und Prof. Tarin-Sauer zwei weitere Professorinnen im stark männlich dominierten Fachbereich Maschinenbau gewonnen werden konnten. „Das Professorinnen-Programm von Bund und Ländern ermöglicht es, den Studentinnen der Fakultät nun auch weibliche Vorbilder in Forschung und Lehre zu bieten. So können wir Frauen den Weg in die Ingenieurwissenschaften ein wenig ebnen.“