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Pressemitteilung Nr. 29/1996 vom 14.3.1996 |
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Erste Honorarprofessorin der Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik
Wissenschaftsminister Klaus von Trotha überreicht Urkunde
Dr.-Ing. Eveline Gottzein wird Honorarprofessorin der Fakultät Luft- und
Raumfahrttechnik der Universität Stuttgart. Wissenschaftsminister Klaus von Trotha,
dessen Ziel es ist, auch den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen
im Hochschulbereich zu erhöhen, wird der international anerkannten
Expertin auf dem Gebiet der Regelungstechnik, die bereits seit 1989 als
Lehrbeauftragte an der Universität Stuttgart das Fach "Regelungsprobleme
in der Raumfahrt" vertritt, am 20. März die Urkunde überreichen. Der
Senat der Universität Stuttgart hatte einen entsprechenden Antrag
der Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik einstimmig befürwortet.
1931 in Leipzig geboren, studierte Eveline Gottzein nach dem Abitur
und einer Ausbildung zur Elektrotechnikerin Mathematik, Physik,
Elektrotechnik und Regelungstechnik an den Technischen Hochschulen
Dresden und Darmstadt. Nach einer Tätigkeit als Application Engineer für
Simulationsaufgaben bei der Firma Electronics Associates Inc. in Brüssel
wechselte sie 1959 als Entwicklungsingenieurin für Regelungstechnik
zur Bölkow KG, der späteren Messerschmidt-Bölkow-Blohm GmbH in
Ottobrunn. Dort übernahm sie 1963 die Leitung einer Abteilung für
Flugkörperregelung und zeichnete ab 1966 als Hauptabteilungsleiterin
für verschiedene Bereiche verantwortlich. 1983 promovierte Eveline
Gottzein an der Fakultät Maschinenwesen der Technischen Universität
München. Seit 1993 ist sie als Beraterin für die Deutsche Aerospace
AG in Ottobrunn tätig.
Dr.-Ing. Gottzein gehört zu den weltweit bekanntesten
Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Lage- und Bahnregelung
von Satelliten und der Regelung von Trag- und Führungssystemen bei
Magnetbahnen. Ihre herausragenden fachlichen Leistungen zeigen sich
nicht nur in der Qualität ihrer wissenschaftlichen Veröffentlichungen,
sondern auch im wirtschaftlichen Erfolg der von ihr initiierten
Produkte. Das von ihr wesentlich gestaltete Lageregelungskonzept von
Satelliten wird auch heute noch erfolgreich von der DASA verkauft und in
über 32 Nachrichtensatelliten eingesetzt. Zudem wurde ihr Konzept zur
Tragführungsregelung des Transrapid zu einem wesentlichen Baustein für
den Erfolg dieses ersten weltweit einsetzbaren Magnetschwebefahrzeuges.
Rektorin Ziegler: Zeichen für stärkere Repräsentanz der Frauen
Die Rektorin der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Heide Ziegler, begrüßt es,
daß mit der Bestellung von Eveline Gottzein zur Honorarprofessorin erneut
ein Zeichen für eine stärkere Repräsentanz von Frauen insbesondere in den
Ingenieurwissenschaften gesetzt wird. Im Juni 1992 war Dr.-Ing. Monika
Auweter-Kurtz zur ersten Professorin an der Fakultät für Luft- und
Raumfahrttechnik ernannt worden; die Physikerin, die gleichzeitig
als Frauenbeauftragte der Universität Stuttgart tätig ist, leitet am
dortigen Institut für Raumfahrtsysteme die Abteilung für Elektrische
Raumfahrtantriebe und Plasmatechnik. Erfreulicherweise hat in diesem
Bereich der Anteil der Studentinnen zugenommen: Nachdem das Studium der
Luft- und Raumfahrttechnik bis in die siebziger Jahre fest in männlicher
Hand war, erhöhte sich der Anteil der Studentinnen dort von 1,1 bis 2
Prozent seit Mitte der achtziger Jahre (1985 legte die erste Studentin
ihr Diplom ab) auf 4,8 Prozent im Sommersemester 1995. Insgesamt
sind an der Universität Stuttgart inzwischen acht Professorinnen,
davon drei C 4- und fünf C 3-Professorinnen tätig. Dr.-Ing. Gottzein
ist - darüber hinaus - die zweite Honorarprofessorin der Universität
Stuttgart; an der Fakultät Architektur und Stadtplanung lehrt ebenfalls
eine Honorarprofessorin.
Wissenschaftsminister: Frauen auf dem Vormarsch
Minister Klaus von Trotha zeigt sich erfreut, daß Frauen
an den Universitäten auf dem Vormarsch sind. Eine neue Statistik des
Wissenschaftsministeriums zeigt beispielsweise: 1995 ergingen bei 195
Berufungen insgesamt 25 Rufe (12,8 Prozent) an Frauen. Der Anteil der
Bewerbungen lag bei lediglich 8,8 Prozent; folglich waren die Bewerbungen
von Frauen überdurchschnittlich erfolgreich. "Mein Ziel ist es, auch
den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen im Hochschulbereich zu
erhöhen. Wissenschaftlerinnen haben eine wichtige Vorbildfunktion. Sie
geben eine Signal für junge Forscherinnen, sich weiter zu engagieren,"
so der Minister.
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Keplerstraße 7 70174 Stuttgart Tel. (0711) 121-2297, -2176, -2155; Telefax 121-2188 e-mail: presse@uni-stuttgart.de
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