25.06.

25. Juni 2018

Karl-Erich Loebell und seine Architekturlehre. Eine Geschichte aus dem innersten Kreis der Stuttgarter Schule

Vortragsreihe Ifag um sieben

Zeit
25. Juni 2018 19:00 Uhr

Wolfgang Voigt, Frankfurt

Karl-Erich Loebell und seine Architekturlehre. Eine Geschichte aus dem innersten Kreis der Stuttgarter Schule

Karl-Erich Loebell (1905-93), Student und Assistent von Paul Schmitthenner in Stuttgart, verfasste 1934 bis 1941 im Verborgenen eine kosmologisch verankerte Architekturlehre, die die Worte deutsch, Volk und Rasse nicht kennt.
Gemeinsam mit Martin, dem rebellischen Sohn Paul Schmitthenners, wandte sich Loebell - als „jüdischer Mischling“ unter Berufsverbot - vom bürgerlichen Leben ab. Repressalien, Deportation und Flucht prägen Loebells kommende Jahre. Loebell überlebte mit Frau und Kind das Kriegsende in einem Versteck Schmitthenners.
Erst 2014 gelangte der bislang unveröffentlichte Nachlass Loebells an das DAM in Frankfurt. Im Zentrum des Vortrags stehen die historische Verortung von Loebells Architekturlehrbuch (1934-41), welches der Stuttgarter Schule, die von ihren führenden Lehrern nie verfasste Theorie nachliefert, sowie eine 1943/44 verfasste pädagogisch motivierte Arbeit zum Wiederaufbau. Bei beiden Werken stehen die Verbindung von Natur und Handwerk (Holz und Stein), sowie Erziehung über allem anderem. Um beides besser zu verstehen ist ein Blick auf Frei Otto hilfreich.

Universität Stuttgart
Raum 1.08
Keplerstr. 11
70174  Stuttgart