Datum: 24. Januar 2011, Nr. 7

Wissenschaftsministerium fördert neuen Forschungscampus mit 1,4 Millionen Euro

DLR@UniST: Zusammenarbeit von DLR und Universität Stuttgart weiter gefestigt

 
Mit dem gemeinsamen Forschungscampus „DLR@UniST“ festigen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Universität Stuttgart ihre Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Die Kooperation wurde von beiden Einrichtungen am 25. Januar 2011 offiziell beschlossen. Damit rücken die außeruniversitäre Forschungseinrichtung DLR und die Universität Stuttgart noch enger zusammen, um Synergien in Wissenschaft und Forschung zu bilden und dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine optimale Ausbildung zu ermöglichen.
 
Minister Frankenberg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sagt: „Das Wissenschaftsministerium fördert die Kooperation mit rund 1,4 Millionen Euro. DLR@UniST bündelt die Kompetenzen des DLR Standortes Stuttgart und der Universität Stuttgart in Luftfahrt, Raumfahrt und Energie. Das Zusammenwirken außeruniversitärer und universitärer Forschung auf diesen zukunftsträchtigen Feldern ist nicht nur ein Gewinn für den Wissenschaftsstandort Stuttgart, sondern stärkt auch die Innovations- und Wirtschaftskraft der Region.“
 
„Das im DLR an einzelnen Standorten in Deutschland bereits etablierte Instrument DLR@Uni schafft einen Rahmen für inhaltlich geprägte Kooperationen – von gemeinsamen Aktivitäten in Lehre und Forschung über Weiterbildung bis hin zu gemeinsamen Initiativen in der Existenzgründung. Durch die direkte, institutionelle Kooperation gehen wir gemeinsam mit der Universität Stuttgart einen weiteren Schritt in Richtung effiziente Nutzung der Ressourcen“, erklärt Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR. Wirtschaftsminister Ernst Pfister erklärt anlässlich dieser Zusammenarbeit: „Die Landesregierung begrüßt diese Kooperation sehr. Wir sind fest davon überzeugt, dass sich die Intensivierung der Zusammenarbeit unserer Forschungsinstitute im Land untereinander, aber vor allem auch der enge Austausch mit der Wirtschaft fruchtbar auf alle beteiligten Partner auswirkt.“ Aus diesem Grund fördert das Wirtschaftsministerium bereits seit Jahren aus Mitteln der Baden-Württemberg-Stiftung gemeinsame Leitprojekte des DLR Stuttgart, der Universität Stuttgart und der Wirtschaft im Themenfeld Verkehr. „Alleine im Jahr 2010 wurden Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als einer Million Euro bewilligt“, so Ernst Pfister.
 

„Wir freuen uns, dass mit der Einrichtung des Forschungscampus DLR@Uni die Zusammenarbeit zwischen dem DLR und der Universität Stuttgart vertieft und auf institutionelle Füße gestellt wird. Diese Kooperation der Universität mit einer außeruniversitären Forschungseinrichtung ist ein wichtiger Baustein im Hinblick auf das Zukunftskonzept „Kooperativer Forschungscampus Stuttgart – Wissenschaft für den Menschen“ mit dem die Uni sich bei der Exzellenzinitiative bewirbt“, so Prof. Dr. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart.
 

Die Geschäftsstelle des Forschungscampus DLR@UniST wird geführt von Prof. Dr. Heinz Voggenreiter, Direktor des DLR-Instituts für Bauweisen- und Konstruktionsforschung, und Prof. Dr. Thomas Hirth, Leiter des Instituts für Grenzflächen­verfahrenstechnik an der Universität Stuttgart. DLR@UniST beginnt mit drei Start-Up-Projekten aus den Projekthäusern Luftfahrt (Virtuelle Zulassungsrouten und Design von Aerostrukturen), Raumfahrt (Rückkehrtechnologie für hochenergetische Bahnen) und Energie (Nutzung nachwachsender Rohstoffe für die dezentrale Energieversorgung) mit 14 Mitarbeitern aus beiden Einrichtungen. Alle drei Projekte sind eng mit der Exzellenzinitiative der Universität Stuttgart verbunden. Die laufenden Projekte werden später um den Schwerpunkt Verkehr ergänzt.  

 
Das Projekt Luftfahrt zielt auf den Aufbau einer durchgängigen Route zum virtuellen Design und zur virtuellen Zertifizierung von Luftfahrtstrukturen. Durch rechnergestützte Designmethoden und virtuelles Testen und Zertifizieren lassen sich die Entwicklungszeiten und -kosten von Luftfahrzeugstrukturen und von Kabinen- bzw. Ausrüstungskomponenten erheblich reduzieren. Der Schwerpunkt beim Projekt Raumfahrt liegt bei der Entwicklung einer Rückkehrtechnologie für hochenergetische Bahnen. Beim atmosphärischen Eintritt von Raumflugkörpern aus hochenergetischen Flugbahnen sind leistungsfähige Thermalschutzsysteme erforderlich, die extremen Wärmestromdichten standhalten können. Im Mittelpunkt des Projekts Energie steht die Entwicklung und Realisierung eines integrierten, verfahrenstechnischen Konzepts zur Aufbereitung und Konversion von Biomasse zur Herstellung gasförmiger Brennstoffe und deren Verstromung in Brennstoffzellen- und Gasturbinensystemen.
 
Der Forschungscampus DLR@UniST wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gefördert sowie vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und von der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH unterstützt. Gemeinsam werden so Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden sowie die Sachmittel für die Projekte zur Verfügung gestellt.
 
Kontakt:
Julia Duwe (Julia.Duwe@dlr.de)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Kommunikation
Telefon: 0711-6862-480, Telefax: 0711-6862-1480
 
Universität Stuttgart
Hochschulkommunikation
Telefon: 0711-685-82122, Telefax: 0711-685-82188
 
Prof. Dr.-Ing. Heinz Voggenreiter (Heinz.Voggenreiter@dlr.de)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Stuttgart
Direktor des DLR-Instituts für Bauweisen- und Konstruktionsforschung
Telefon: 0711-6862-444, Telefax: 0711-6862-227
 
Prof. Dr. rer. nat. Thomas Hirth, (Thomas.Hirth@igvt.uni-stuttgart.de)
Universität Stuttgart
Leiter des Instituts für Grenzflächenverfahrenstechnik (IGVT)
Telefon: 0711-970-4400, Telefax: 0711-970-4200
 
Links:
 
Forschungscampus DLR@UniST: http://www.dlr.de/DLR@UniST
DLR-Standort Stuttgart: http://www.dlr.de/stuttgart
Universität Stuttgart: http://www.uni-stuttgart.de
 (c)
Von links: MinDirig. Günther Leßnerkraus, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, MinDirig. Dr. Heribert Knorr, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Prof. Dr. Heinz Voggenreiter, DLR-Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung, Prof. Dr. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, Prof. Dr. Thomas Hirth, Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik der Universität Stuttgart. (Bild: DLR)