Datum: 18. November 2014, Nr. 83

Universität Stuttgart präsentiert sich erstmals beim „Stuttgarter MesseHerbst“

Neue Messeaktivitäten auf Technik-Erlebnismesse

Die Universität Stuttgart ist zum ersten Mal Aussteller bei Süddeutschlands größter Technik-Erlebnismesse „Hobby & Elektronik“, die vom 20. bis 23. November im Rahmen des Stuttgarter „MesseHerbst 2014“ stattfindet. Insbesondere junge Besucher finden auf dieser beliebten Publikumsmesse die Gelegenheit, neueste Technik- und Elektroniktrends aus vielen Bereichen spielerisch zu erleben und zu testen. Auf dem Stand im Messebereich „Maker Space“ (Halle 5, Nr. 5D52) vermitteln Vertreter der Universität anhand von zahlreichen attraktiven Mitmachangeboten Spaß an Naturwissenschaft, Forschung und Technik und informieren über Möglichkeiten und Chancen von Studium und Beruf in den MINT-Bereichen.

Dr. Michael Waldbauer, Leiter des Rektoratsbüros der Universität Stuttgart, bezeichnete die „ Hobby & Elektronik“ als eine ideale Plattform, um Jugendlichen und Schulabgängern Freude am kreativen Umgang mit Technik zu vermitteln. Er charakterisierte den neuen Messeauftritt der Universität, der unter dem Motto „Connecting Brains“ steht: „Insbesondere an den Schülertagen werden wir dem jungen Messepublikum mit unseren Mitmach-Exponaten, die von Vertretern zahlreicher Institute vorgeführt werden, die Welt der Elektrotechnik spielerisch begreifbar machen und so auch Begeisterung für ein entsprechendes Studium vermitteln.“

Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, begrüßte das neue Engagement der Universität Stuttgart auf der „Hobby & Elektronik“: „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit auf unserer Technik-Erlebnismesse. Die Universität Stuttgart mit ihrer weitgespannten Expertise aus den unterschiedlichsten Technikbereichen wird durch die Messepräsenz dazu beitragen, dass die Messe für unsere Besucher noch attraktiver wird.“

Das Messeteam der Universität, zu dem auch Vertreter der Berufsausbildung gehören, wird an vier Tagen ein buntes Technikprogramm zeigen: So tritt beim automatisierten Tischkicker der Besucher gegen die künstliche Intelligenz an – wie von Geisterhand bewegen sich die Figuren der gegnerischen Mannschaft. Ein Roboterparcour wartet auf Mitspieler, die mit einem Handy die Bewegung der Maschinen steuern können. Eine induktive Slotcarbahn versetzt Autos in rasende Geschwindigkeit und das GreenTeam der Universität, das bei der Formula Student schon mehrfach Weltrekorde einfuhr, stellt seinen Rennboliden zur Schau. Schließlich zeigen Exponate des Computermuseums technische Meilensteine wie den ersten Minicomputer PDP-8.

Auch auf dem „Forum Maker Space“ beteiligt sich die Universität mit den zwei Vorträgen „ Studierende auf der Überholspur – Das GreenTeam der Universität Stuttgart“ (Donnerstag, 20.11. um 14:30 Uhr) und „Entwerfen mit Robotern – Entwicklung individueller Roboterwerkzeuge“ (Freitag, 21.11.um 10:30 Uhr).

Die Erlebnisangebote im Überblick: Starkick
Der Starkick ist die Herausforderung für begeisterte Tischfußballspieler und verdeutlicht, wozu aktuelle Automatisierungstechnik in der Lage ist. Zwei menschliche Spieler treten gegen eine voll automatisierte Mannschaft an. Der Starkick verfügt über ein infrarotbasiertes Bilderkennungssystem, das die Ballbewegung auf dem Spielfeld wahrnimmt und die Position des Balls ermittelt. Eine Software berechnet aus dieser Ballposition sowie aus dem Verfahrweg und Drehwinkel der Spielstangen eine geeignete Spielreaktion, die dann mit den Motoren zur Bewegung der Spielstangen umgesetzt wird. All diese Aktionen werden in wenigen Sekundenbruchteilen ausgeführt. Damit stellt der Starkick auch für erfahrene Spieler eine Herausforderung dar.

Slotcarbahn mit induktiver Energieversorgung
Das Prinzip der berührungslosen induktiven Energieübertragung wird am Beispiel einer Slotcarbahn verdeutlicht. Dabei wird Energie berührungslos, mit Hilfe eines magnetischen Wechselfeldes von der Fahrbahn in die Autos übertragen - anstelle mit sonst üblichen Schleifkontakten. Da dies nicht überall entlang der Fahrbahn geschieht, sondern nur an ausgewählten Stellen, haben die Fahrzeuge einen kleinen Zwischenspeicher an Bord. Diese Kombination verdeutlicht das sogenannte „induktive Laden“ und fördert zudem das Gefühl für ein energieeffizientes Fahren.

Spiel der Kräfte
Am Stand des Schülerlabors "Spiel der Kräfte" können Besucherinnen und Besucher physikalische Experimente mit allen Sinnen erfahren und selber experimentieren. Wer kommt dem Geheimnis des störrischen Koffers auf die Spur oder entlockt dem Theremin berührungslos Töne. Auch wer sich lieber einen Mini-Elektromotor basteln oder die Leistungsfähigkeit von Zitronenbatterien testen möchte, ist hier genau richtig. Es gibt Versuchsreihen im Schülerlabor und Wissenstests zu binären Zahlen und Digitalelektronik.

Robotersteuerung per Smartphone
R2D2, Wall-E, Bender und wie sie alle heißen – Roboter sind schon lange die heimlichen Stars in vielen Filmen und Serien. Wer will nicht selbst schon immer einmal einen eigenen Roboter bauen? Mit LEGO Mindstorms gibt es hier endlich die Gelegenheit dazu. Während der Entwurf und die Konstruktion des Roboters schnell gemacht sind, besteht das Hauptproblem darin, dem eigene „Wesen“ Leben einzuhauchen. Der Mini-Workshops zeigt, wie der Roboter so programmiert wird, dass er sich selbstständig in seiner Umgebung bewegt und sogar auf Hindernisse reagiert. Neben den Möglichkeiten, die LEGO Mindstorms bietet, lernen Interessierte in erster Linie eins: Informatik macht Spaß! Gezeigt wird auch, wie man aus einem herkömmlichen Android-Smartphone eine Fernbedienung für den Roboter herstellt und diesen damit über einen Hindernisparcour steuert.

3D-Drucker
Mit verschiedenen Demonstrationsobjekten aus buntem ABS Kunststoff wird die Technik des Fused Deposition Modeling (FDM) 3D Druckens vorgestellt und somit greifbar. Der Einsatz solcher und ähnlicher Drucker im Bereich des Rapid Prototyping erleichtert nicht nur Produktentwicklungsingenieuren die alltägliche Entwicklungsarbeit, sondern stellt gleichfalls ein neuartiges Medium für Künstler dar. Durch diese Technik werden neuartige Werkstücke und Bearbeitungsschritte möglich. Vorgestellt werden neben dem Drucker und weiteren Exponaten das Konzept der aktiven Steuerung dieser Maschinen.

Elektrischer Rennwagen
Als eines der zwei Formula Student Teams der Universität Stuttgart stellt das Greenteam seinen elektrischen Rennwagen aus (Fahrzeuggewicht 165 kg, Leistung 100kW, ca. 2 Sekunden von 0-100km/h, Allradantrieb). Studierende demonstrieren, wie sie im Rahmen der Formula Student ihr im Studium erarbeitetes Wissen durch praktische Erfahrungen ergänzen und auch mit Bachelor- und Masterarbeiten einen Beitrag zu aktuellen Forschungsgebieten leisten können.

Computermuseum
Vor demnächst 50 Jahren erschien der erste Minicomputer auf dem Markt, der PDP-8, der erste Computer den sich ein Ingenieur auf seinen Schreibtisch stellen konnte. Zusammen mit einem elektrischen Fernschreiber, einer Teletype, leistete er so viel, wie heutige programmierbare Taschenrechner. Das Computermuseum setzt sich zum Ziel, solche technischen Meilensteine zu erhalten und sie nicht nur als lebloses Material auszustellen, sondern sie im praktischen Betrieb vorzuführen. Präsentiert wird ein PDP8/L mit Teletype und einem graphikfähigen Tektronix 4015 Terminal.

Berufsausbildung
Auch die Berufsausbildung der Universität Stuttgart stellt sich auf der Messe vor. Von den 13 angebotenen Ausbildungsberufen sind drei am Start: Werkstoffprüfer machen durch das Magnetpulverprüfverfahren unsichtbare Risse sichtbar. Elektroniker testen die Geschicklichkeit der Besucher: Mit einem Sensorgriff folgen diese einem sich im Kreis bewegenden Draht. Bei Berührung wird ein Fehlersignal ausgelöst. Industriemechaniker präsentieren ihre Azubiprojekte: Stirlingmotor, Rennwagen, Fernsehturm. Und schließlich ergründen Interessierte das Geheimnis des Teufelsknotens (ein aus 6 Einzelteilen dreidimensional zusammengesteckter Gegenstand).

Weitere Informationen:
Dr. Hans-Herwig Geyer, Leiter Hochschulkommunikation und Pressesprecher, Universität Stuttgart,
Tel.: 0711/685-82555, E-Mail: hans-herwig.geyer [at] hkom.uni-stuttgart.de