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Datum: 14. Januar 2016, Nr. 03

Produzierende Unternehmen wollen wieder mehr in Energieeffizienz investieren

Wintererhebung 2015/16 des Energieeffizienz-Index EEI

Wieder mehr Investitionen in Energie-Effizienz wollen Unternehmen in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten tätigen. Dies hat die aktuelle Wintererhebung des Energieeffizienz-Indexes EEI ergeben. Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zum Thema Energieeffizienz. Dafür arbeitet es mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland zusammen.

An der aktuellen Erhebung zum EEI nahmen 631 produzierende Unternehmen teil. Das sind doppelt so viele wie im Sommer 2015. Insgesamt ist der EEI – bestehend aus den drei Teilindizes Bedeutung, Investition und Produktivität – im letzten Halbjahr von 1,3 auf 2,8 gestiegen. Das Stimmungsbild für das Jahr 2016 ist also positiv.

„Die Talsohle ist glücklicherweise durchschritten.“, so EEP-Institutsleiter Prof. Alexander Sauer. „Während die Stimmungslage zur Energieeffizienz seit 2014 kontinuierlich sank und sogar mit negativem Ausblick in den Sommer gestartet ist, zeichnet sich nun eine deutlich positive Bewegung ab – eine erfreuliche Entwicklung, trotz der weiterhin tiefen Energiepreise. Damit ist zu erwarten, dass die Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, Energieeffizienz zur ersten Priorität zu machen, auf einen fruchtbaren Boden fällt.“

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Bild 1: Der Index ist von 1,3, auf 2,8 gestiegen und wieder im grünen Bereich. (Anzahl der Antworten der aktuellen Erhebung: 327)

Alle befragten Unternehmen möchten investieren

Auf die Frage, „Welcher prozentuale Anteil sämtlicher Investitionen der kommenden zwölf Monate lässt sich der Effizienzsteigerung zuordnen?“, gaben 41 Prozent der befragten Unternehmen Investitionsanteile von über 20 Prozent an sowie weitere 35 Prozent zwischen 10 und 20 Prozent. Keines der befragten Unternehmen will gar nicht in Energieeffizienz investieren. Schon heute widmen fast drei Viertel aller Unternehmen mehr als ein Zehntel ihrer Gesamtinvestitionen der Energieeffizienz. Dabei steigt der geplante prozentuale Investitionsanteil mit der Unternehmensgröße. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Effizienz künftig um mehr als zehn Prozent steigern wollen, ist im vergangenen halben Jahr besonders stark gestiegen – von 20,6 auf 68,5 Prozent.

Alle Informationskanäle zu Förderungen werden genutzt

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Bild 2: Wo informieren Sie sich über Förderung von Energieeffizienz-Maßnahmen? (Anzahl der Antworten: 1213; Mehrfachnennung waren möglich)

Auch die Kommunikation funktioniert: Nur 5,7 Prozent der Unternehmen fühlen sich gar nicht und weitere 2,6 Prozent noch nicht genug über Fördermöglichkeiten informiert oder interessieren sich nicht dafür. 40 Prozent der Befragten erkundigen sich bei Banken und Kammern über mögliche Fördermaßnahmen. Mit 13 Prozent nutzen vergleichsweise wenige das Internet und Datenbanken.

Stärkster Zuwachs bei Energieeffizienz-Netzwerken und Audits

Fast 90 Prozent der antwortenden Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen verfolgen einen systematischen Ansatz in Sachen Energieeffizienz. Energieaudits, die Einführung von Energie-Management-Systemen und Energienetzwerke nehmen dabei am stärksten zu. Auch wenn immer noch 12 Prozent der Unternehmen keinen systematischen Ansatz verfolgen: Investiert wird dennoch von allen.

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Bild 3: Welchen systematischen Ansatz zur Energieeffizienzverbesserung verfolgt Ihr Unternehmen?

Anteil an diesen Entwicklungen dürften unter anderem die Energieaudits haben. Seit 2015 sind große Firmen dazu verpflichtet, vor Ort ihren Energieverbrauch von Experten überprüfen lassen. Die aktuelle Erhebung zeigt, dass solche Maßnahmen der Politik bei den Firmen ankommen. Es ist außerdem ein positives Signal für die gemeinsame Initiative „Energieeffizienz-Netzwerke“ von Bundesregierung und Wirtschaft.

Grafiken zum Download

 

Weitere Informationen:

Dr. Hans-Herwig Geyer, Universität Stuttgart, Leiter Hochschulkommunikation und Pressesprecher, Tel.: 0711/685-82555, E-Mail: hans-herwig.geyer [at] hkom.uni-stuttgart.de

Dr. Birgit Spaeth, Universität Stuttgart, Pressestelle EEP, Tel. 0711/970-1810, E-Mail: birgit.spaeth [at] eep.uni-stuttgart.de

Dipl.-Wi.-Ing. Diana Wang, Universität Stuttgart, Projektleiterin Energieeffizienz-Index EEP, Tel. 0711/970-3839, E-Mail: diana.wang [at] eep.uni-stuttgart.de