Datum: 14. März 2011, Nr. 20

Förderchancen für begabte Studierende

Deutschlandstipendium an der Universität Stuttgart startet

Die besten Studierenden an deutschen Universitäten zu fördern, das ist das Ziel des von der Bundesregierung beschlossenen, in diesem Jahr erstmals greifenden Deutschlandstipendiums. Die Besonderheit: Es wird zur Hälfte vom Bund, zur anderen Hälfte aus privaten Geldern finanziert. Deren Einwerbung - aus der Wirtschaft, von Stiftungen oder Privatpersonen - liegt wiederum in der Verantwortung der Universitäten. Um die besonders begabten Studierenden an der Uni Stuttgart im Rahmen des Deutschlandstipendiums zu unterstützen, startet die Universität ab dem Wintersemester 2011/12 ein spezifisches Förderprogramm. Die Suche nach Mäzenen hat begonnen.

„Wir begrüßen es, dass mit dem Deutschlandstipendium Mittel ganz unmittelbar unseren Studierenden zugute kommen“, sagt die Kanzlerin der Universität Stuttgart, Dr. Bettina Buhlmann, und zeigt sich mit Blick auf die Sponsorensuche zuversichtlich: „Obwohl das Programm gerade erst angelaufen ist, haben sich bereits erste engagierte Förderer bei uns gemeldet.“ Auswahlkriterien für dieses Leistungsstipendium, das die Geförderten mit 300 Euro monatlich unterstützt, sind der Notendurchschnitt, aber auch besondere Erfolge, Auszeichnungen und Preise, Berufstätigkeit und Praktika. Auch außerfachliches Engagement, beispielsweise durch eine ehrenamtliche Tätigkeit oder gesellschaftliches, hochschulpolitisches oder politisches Engagement, wird berücksichtigt. Das Stipendium wird unabhängig vom Einkommen oder einem eventuellen BAfÖG-Bezug gewährt. Eine Doppelförderung durch andere Stipendien ist jedoch ausgeschlossen: Wer bereits ein staatliches Stipendium erhält und aufgrund seiner Noten auch für das Deutschlandstipendium infrage käme, muss sich entscheiden.

Interessant für Geber und Empfänger
Mit den jungen, begabten Studierenden von heute fördern gerade Firmen gleichzeitig die potenziellen Nachwuchs- und Führungskräfte von morgen. Deshalb ist es der Universität ein großes Anliegen, Förderer und Geförderte zusammenzubringen und einen Kontakt zu ermöglichen. So sollen - die Zustimmung der Geber vorausgesetzt - die geförderten Studierenden durchaus erfahren, wer ihre Stipendien ermöglicht hat, und damit die Möglichkeit erhalten, sich mit ihren jeweiligen Mäzenen in Verbindung zu setzen. Zudem lädt die Universität Stuttgart Förderer und Geförderte einmal jährlich zu einer Festveranstaltung ein, bei der die Übergabe der Stipendien gefeiert wird. Eine solche Feier bringt Vorteile für beide Seiten: „Gerade der persönliche Kontakt dürfte für viele, die sich engagieren, eine wichtige Motivation sein. Schließlich sind es Menschen, die hinter den hohen Leistungen stehen und um deren berufliche Zukunft es bei der Förderung geht“, so die Kanzlerin. „Gleichzeitig begegnen sich im Falle einer Förderung durch Firmen potenzielle Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In diesem Sinne kann das Stipendium auch dazu beitragen, Studierende ein Stück weit auf Ihrem Weg in die Berufswelt zu begleiten“.
 
Drei Programmvarianten – Fördern zum Wintersemester noch vor Ostern
Der Gesetzgeber sieht vor, dass zwei Drittel der Fördersumme zweckgebunden für Studierende eines bestimmten Studiengangs und ein Drittel nicht zweckgebunden vergeben werden. Damit will der Bund gewährleisten, dass auch die besten Studierenden aus weniger techniknahen Studienrichtungen, insbesondere auch der Geisteswissenschaften, in den Genuss einer Förderung kommen - ein Anliegen, dass die Universität Stuttgart ausdrücklich befürwortet. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bietet die Uni neben der Möglichkeit einer nicht zweckgebundenen Einzelförderung eine spezielle Paketlösung an: Wer drei Studierende fördert, kann zwei der Stipendien an selbst definierte Studiengänge vergeben. Bei einer Förderzugsage von mindestens drei Jahren für ein solches Dreier-Paket erhält der Förderer zudem eine beratende Stimme in der Vergabekommission.
Förderinnen und Förderer, die bereits zum kommenden Wintersemester die ersten Studierenden der Universität Stuttgart mit dem Deutschlandstipendium unterstützen möchten, haben noch bis Ostern Zeit, um ihr Engagement zu besiegeln. Denn um die Kofinanzierung des Bundes abschöpfen zu können, muss bereits Anfang Mai die Anzahl zugesagter Stipendien gemeldet werden. Der Mindestförderzeitraum beträgt zwei Semester.
 
Erstinformationen für potenzielle Förderer und Flyer zum Förderprogramm bei Bettina Neumann, Hochschulkommunikation, Tel. 0711/685-82192, E-Mail: bettina.neumann@hkom.uni-stuttgart.de. Informationen zum Bewerbungsverfahren, Abwicklungsprozess und Stipendienvergabe bei Andrea Biallas, Dezernat III Studium und Promotion, Tel. 0711/685-82228, E-Mail: andrea.biallas@verwaltung.uni-stuttgart.de
www.uni-stuttgart.de/deutschlandstipendium