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Datum: 17. Januar 2013, Nr. 04

Erneuter Erfolg für Geisteswissenschaften an der Universität Stuttgart

Auszeichnung im Wettbewerb „SammLehr“ der Stiftung Mercator

Die Stiftung Mercator hat im Rahmen der Initiative „SammLehr – an Objekten lehren und lernen“ das Forschungs- und Lehrprojekt „Objekt Text: Bibliotheken, Sammlungen, Manuskripte“ des Instituts für Literaturwissenschaft, Abteilung Neuere Deutsche Literatur I der Universität Stuttgart mit einer Preissumme von 100.000,- Euro ausgezeichnet. Das Stuttgarter Lehrprojekt um Prof. Sandra Richter wird in Zusammenarbeit mit Dr. Marcel Lepper vom Deutschen Literaturarchiv Marbach (DLA) durchgeführt. Studierende entwickeln aufgrund der einzigartigen DLA-Bestände in gezielt dafür entwickelten Unterrichtsformaten Grundfragen der literaturwissenschaftlichen Forschung.

Die Universität Stuttgart konnte sich im Finale des Wettbewerbs „SammLehr“ gegenüber 96 Anträgen aus 54 Universitäten Deutschlands durchsetzen. Insgesamt wurden neun Universitäten mit ihren Konzepten für eine stärkere objektbezogene Forschung von einer Jury ausgewählt. Neben der Universität Stuttgart werden auch die Universitäten aus Aachen, Dortmund, Dresden, Erfurt, Erlangen, Freiburg, Göttingen und Jena gefördert. Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart kommentierte die Entscheidung der Jury: „ Die Auszeichnung der Mercator Stiftung zeigt, dass die Universität Stuttgart mit ihrer spezifischen Ausrichtung der geisteswissenschaftlichen Forschung und Lehre einen erfolgreichen und viel beachteten Weg im Umfeld einer technisch orientierten Universität eingeschlagen hat.“

Prof. Sandra Richter unterstreicht, dass das Projekt einen Beitrag zum reflektierten Umgang mit Überlieferung und zur forschungsorientierten Lehre in den Geisteswissenschaften leistet: „Die literarischen Objekte werden nicht nur auf das Anschauungs- und Vermittlungspotential für die Lehre, sondern von Anfang an auf das spezifische Erkenntnispotential hin befragt.“  Wie Richter zudem ausführt, ist in den geisteswissenschaftlichen Fächern in den vergangenen Jahren die Abkehr von den großen Theorieentwürfen und die theoretisch grundierte Hinwendung zu den Objekten zu beobachten: „Die Literaturwissenschaft entdeckt – wissenschaftshistorische betrachtet – neu, was zu ihren zentralen Aufgaben und Verfahren gehört: die Arbeit am Buch, am Manuskript, an unikalen Beständen und Sammlungen.“

„Die ausgewählten Konzepte sind exemplarisch für eine gelungen und nachhaltige Verbindung von Sammlungstätigkeit und Lehre“, sagte Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Die große Resonanz auf unsere Ausschreibung zeigt, dass es an deutschen Universitäten einen vielfältigen Bestand an Sammlungen gibt, die nutzbringend in der universitären Lehre eingesetzt werden kann.

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Die Initiative „SammLehr – An Objekten lehren und lernen“ strebt an, den Stellenwert wissenschaftlicher Objekte und der damit verbundenen Sammlungen in der universitären Lehre zu erhöhen; Quelle: Stiftung Mercator

Zur Initiative „SammLehr“

Von Fossilien und Käfern über Münzen bis hin zu Handschriften und Instrumenten: deutsche Universitäten sind reich an Sammlungen. Insgesamt 86 der 105 Universitäten nennen einen Teil dieses Reichtums ihr Eigen. Nur genutzt werden die Sammlungen immer weniger. Durch den verstärkten Einsatz neuer Medien, wie digitale Formate und Animationen, entfernen sich Lernende und Lehrende immer weiter von den Untersuchungsgegenständen. Die Lehre wird so zunehmend abstrakter. Dabei liegt in den Sammlungsobjekten das Potential kultureller und im umfassenden Sinne ästhetischer Bildung, das entscheidend zur Verbesserung der Lehre beitragen kann. Die Stiftung Mercator möchte das Sammlungen und Objekten innewohnende Potential mit der Initiative „SammLehr – an Objekten lehren und lernen“ in einer weiteren Dimension – Lehre – erschließen und stellt dafür knapp eine Million Euro zur Verfügung. Die Universitäten in Deutschland konnten sich bis zum 31. August 2012 mit ihren Konzepten für eine stärker objektbezogene Lehre bewerben.

Kontakte:
Dr. Hans-Herwig Geyer, Universität Stuttgart, Hochschulkommunikation,
Tel. 0711/685-8255, E-Mail: hans-herwig.geyer (at) hkom.uni-stuttgart.de
Alexa Hennemann, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Pressereferat,
Tel. 07144/848-173, E-Mail: Alexa.Hennemann (at) dla-marbach.de
Marisa Klasen, Stiftung Mercator , Presseabteilung,
Tel. 0201/245-2253, E-Mail: marisa.klasen (at) stiftung-mercator.de