Ausbau der Kinderbetreuung

Filderzeitung vom 05.09.2009

Kleinkinder ziehen ins Studentenwohnheim

Die Uni Stuttgart baut für 580.000 Euro einen neuen dreigruppigen Kindergarten am Pfaffenwaldring

Die Uni Stuttgart baut einen neuen Kindergarten. Er soll Platz für 30 Mädchen und Jungen unter drei Jahren bieten - davon zehn für den Nachwuchs wissenschaftlicher Mitarbeiter und 20 für den Nachwuchs der Studierenden. Der Neubau mit einer Nutzfläche von 235 Quadratmetern entsteht dort, wo sich auch derzeit schon ein Kindergarten für 20 Mädchen und Jungen befindet, nämlich auf dem Grundstück an der Universitätsstraße 18 gegenüber der Autobahnpolizei.

In den vergangenen Tagen sind die Kinder umgezogen. Ihr neues Domizil ist eine 4er-WG im Wohnheim am Pfaffenwaldring 50. "Das ist ein Provisorium, wir haben nichts umgebaut", sagt Bettina Schless, Pressesprecherin des Studentenwerks Stuttgart. Demnächst wird mit dem Abbruch des alten Kindergartens begonnen. Im Mai 2010 soll an gleicher Stelle der Neubau eröffnet werden. Die Kosten für das Gebäude betragen rund 580.000 Euro. Das Studentenwerk, das die Einrichtung betreiben wird, übernimmt 230.000 Euro. Die gleiche Summe stellt auch die Universität zur Verfügung. Die restlichen 120.000 Euro kommen aus dem Fördertopf "Kinderbetreuungsfinanzierung" des Wissenschaftsministeriums.

"Seit mehr als 15 Jahren hat die Uni Eltern und insbesondere Studentinnnen und Wissenschaftlerinnen mit Elternpflichten im Blick", sagt Ursula Zitzler, Leiterin der Pressestelle, und hat gleich eine ganze Liste mit Maßnahmen zur Unterstützung von Müttern parat. So bietet das Gleichstellungsreferat seit 1992 eine fachgerechte Beratung an. Seit 2003 gebe es eine Ferienbetreuung für Schulkinder bis zu zwölf Jahren. Und seit 2007 können Eltern die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen, wenn sie beispielsweise außerhalb der üblichen Kindergartenöffnungszeiten auf einen Termin oder eine Dienstreise müssen. 

Dennoch: "Wir könnten mehr Betreuungsplätze gebrauchen, insbesondere für Kleinkinder", sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Uni, Barbara Unteutsch. Derzeit gibt es für den akademischen Nachwuchs im Alter von null bis drei Jahren 68 Betreuungsplätze, für die Drei- bis Sechsjährigen sind es 73 Plätze. Ein Großteil des Angebots richtet sich an die Studierenden. Explizit für die Kinder wissenschaftlicher Mitarbeiter stehen derzeit nur zehn Betreuungsplätze zur Verfügung. 

Um das Angebot auszubauen, benötige man vor allem mehr Geld, sagt Zitzler. Immerhin habe das Wissenschaftsministerium 2006 und 2008 der Uni Stuttgart insgesamt 340.000 Euro für die Kinderbetreuung bewilligt. Zudem habe man 100.000 Euro an Spenden erhalten. Doch das Geld reicht nicht aus. "Zusätzlich müssen Uni-Mittel eingesetzt werden", sagt Zitzler. Eigentlich sei die Bereitstellung von Betreuungsplätzen sowieso Aufgabe der Kommune, ergänzt Unteutsch. "Doch so lange die Stadt den Bedarf nich befriedigen kann, müssen sich die Betriebe und auch die Uni engagieren. Wir sind froh über jeden einzelnen Platz, den wir anbieten können", so die Gleichstellungsbeauftragte.