Antrittsvorlesung Prof. Radde

transmitter 2/2009

Antrittsvorlesung der ersten Professorin im Bereich Maschinenbau in Stuttgart

Am 30. April 2009 hielt Juniorprofessorin Nicole Radde ihre Antrittsvorlesung mit dem Thema „Warum
sind Zellen komplex? – Systemtheoretische Ansätze zur Untersuchung von Feedback-Mechanismen in biologischen Netzwerken“.

Radde hat am 1. Oktober 2008 am Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik ihre Arbeit aufgenommen und ist damit die erste Frau, die in den 150 Jahren des Bestehens der Mechanischen Technologie an der Universität einen Ruf als Professorin an ein Institut der Stuttgarter Maschinenbaufakultäten erhalten hat.

Radde ist Juniorprofessorin für „Systemtheorie in der Systembiologie“. Diese Stelle wurde im Rahmen des Exzellenzclusters EXC 310 „Simulation Technology“ (SimTech) neu geschaffen.

Zu den Aufgaben der Wissenschaftlerin gehört neben der Lehre im Studiengang Technische Kybernetik vor allem der Aufbau einer Forschungsgruppe aus Nachwuchswissenschaftlern. Diese Gruppe wird sich gemeinsam mit den bereits seit Jahren aktiven Systembiologen am Institut und dem Center Systems Biology Stuttgart mit der mathematischen Modellierung und systemtheoretischen Analyse biologischer Netzwerke befassen.

Nicole Radde hat an der TU Darmstadt Mathematik und Physik studiert und sich nicht nur für das Lehramt an Gymnasien in diesen beiden Fächern qualifiziert, sondern auch mit dem akademischen Grad Diplom-
Physikerin abgeschlossen. Ihren Doktortitel erlangte sie im Jahr 2007 an der Universität Köln. Dort, am Zentrum für Angewandte Informatik, hat sie sich mit der Modellierung und Analyse nichtlinearer Phänomene in biochemischen Netzwerken beschäftigt und den Einstieg in die Systembiologie gefunden. Nach ihrer Promotion forschte und lehrte Radde am Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig, in der Arbeitsgruppe „Statistics and Computational Biology“.

Radde

 

Juniorprofessorin Nicole Radde: „Es gibt hier am Institut für Systemtheorie viele spannende Aufgaben, die eine neue Herausforderung für mich darstellen. Ich habe mittlerweile mehrmals die Forschungsumgebung gewechselt, angefangen von der theoretischen Physik, meinem Studien- und Diplomarbeitsfach, über die Informatik und Angewandte Mathematik während meiner Promotion, meine Postdoktorandenzeit in der Statistik-Gruppe der medizinischen Fakultät und schließlich die Maschinenbaufakultät der Universität Stuttgart.
Mittlerweile sehe ich diese Vielfalt als große Lernbereicherung, da in allen Gebieten doch sehr unterschiedliche Methoden und Begriffe verwendet werden, sich viele Bereiche aber sehr gut kombinieren lassen. Die Arbeit hier macht mir Spaß, und ich bin gespannt, was noch alles auf mich zukommt.“