05.02.

5. Februar 2019, 16:00 Uhr

SFB 1313 startet Anneliese Niethammer Lecture Series

Vorlesungsreihe zu Ehren der ersten Professorin der Universität Stuttgart

Zeit
5. Februar 2019, 16:00 Uhr

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1313 „Grenzflächengetriebene Mehrfeldprozesse in porösen Medien. Strömung, Transport und Deformation“ der Universität Stuttgart unterstreicht die Maxime der Chancengleichheit und hat seine Women’s Lecture Series  in Anneliese Niethammer Lecture Series umbenannt. Er ehrt damit die ökologische Mikrobiologin und erste Professorin der Universität Stuttgart, Anneliese Niethammer (1901-1983). Zum Auftakt spricht am 5. Februar 2019 Prof. Insa Neuweiler, Geschäftsführende Leiterin des Instituts für Strömungsmechanik und Umweltphysik im Bauwesen der Universität Hannover über „Data assimilation with soils and the question of the length scales”.

(Vortrag in englischer Sprache)

Anneliese Niethammer
Die Botanikerin und Mikrobiologin Anneliese Niethammer wurde 1947 zur ersten außerplanmäßigen Professorin der Technischen Hochschule Stuttgart (seit 1967 Universität Stuttgart) im Fach Angewandte Botanik berufen. Sie absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaften und der Botanik an der Karlsuniversität Prag und schloss dort 1925 beide Studiengänge mit der Promotion ab. 1929 habilitierte sie sich mit einer Arbeit über „Stimulationsprobleme an Pflanzen“. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sie nach Baden-Württemberg über und erhielt 1946 einen Lehrauftrag an der Technischen Hochschule Stuttgart. Sie wurde für das Fach „Angewandte Botanik“ umhabilitiert und 1947 zur nichtbeamteten außerplanmäßigen (unbesoldeten) Professorin ernannt. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Lehrerin in Ludwigsburg, wo sie Chemie und Biologie unterrichtete.

Pionierin im Bereich der ökologischen Mikrobiologie
Noch in Prag fokussierte Anneliese Niethammer in den 1920er und 30er Jahren ihre Forschung auf die Beeinflussung der Samenkeimung. In Stuttgart legte sie ihren Forschungsschwerpunkt in die Entwicklung der Untersuchungen mikroskopischer Bodenpilze, durch die sie geradezu automatisch zu einer Pionierin der ökologisch orientierten Mikrobiologie wurde. Dies spiegelt sich in ihren herausragenden, international anerkannten Beiträgen zur Angewandten Botanik und insbesondere zur ökologischen Mikrobiologie, die zur damaligen Zeit nur ein Randforschungsgebiet. Bekannt war sie zudem durch ihre Formenkenntnis der Bodenpilze sowie ihre wertvollen Sammlungen an mikroskopischen Bodenpilz- und Schimmelpilz-Kulturen.

Über den SFB 1313
Der SFB 1313 hat sich zum Ziel gesetzt, ein grundlegendes Verständnis darüber zu entwickeln, wie die Grenzflächen - zum Beispiel zwischen zwei Fluiden oder zwischen dem Fluid und einem Feststoff - Strömung, Transport und Deformation in porösen Medien beeinflussen. Dabei gibt es auch einen thematischen Bezug zu der Arbeit Niethammers: Im Rahmen der Erforschung von porösen Medien beschäftigt sich auch der SFB 1313 unter anderem mit Böden und Mikroorganismen.

Chancengleichheit im SFB 1313
Das Thema Chancengleichheit nimmt im SFB 1313 einen großen Stellenwert ein. Eines der festgesetzten Ziele ist es, Frauen in noch immer männlich dominierten Bereichen wie den Naturwissenschaften, der Technologie oder dem Ingenieurwesen einmal im Semester die Möglichkeit zu geben, ihre wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungsgebiete im Zusammenhang mit porösen Medien vorzustellen.

Die Vorlesungsreihe dient als Plattform und soll vor allem junge Forscherinnen und Wissenschaftlerinnen dazu ermutigen, eine wissenschaftliche Karriere zu verfolgen. Die Veranstaltungen sind hochschulöffentlich.

Kontakt:
Patrizia Ambrisi, Universität Stuttgart, VISUS, Tel. 0711/685-88612

Zum Vortrag von Prof. Insa Neuweiler  Zu Anneliese Niethammer 

Universität Stuttgart
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Pfaffenwaldring 61
70569  Stuttgart
Anneliese Niethammer
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