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Pressemitteilung Nr. 1/1996 vom 5.1.1996

 
 
 

Enge Verbindung mit der Universitat Stuttgart:

75jähriges Jubiläum des Textilforschungszentrums Denkendorf

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Stuttgart in Denkendorf, die mit der Universität Stuttgart eng verbunden sind, begehen am 10. Januar 1996 ihr 75jähriges Bestehen. Alle drei Institute des Denkendorfer Forschungszentrums, das Institut für Textil und Verfahrenstechnik, das Institut für Textilchemie und das Institut für Chemiefasern, können sich dabei auf eine gemeinsame Herkunft berufen.

Gründung am Reutlinger Technikum

Die Institute wurden 1921 unter dem Namen "Deutsches Forschungsinstitut" für Textilindustrie in Reutlingen-Stuttgart" als in das Reutlinger Textiltechnikum integrierte Einrichtung gegründet. Auch die damalige Technische Hochschule Stuttgart war aktiv an der Gründung beteiligt; in wissenschaftlicher Hinsicht wurde das Institut als Einrichtung der Hochschule geführt. Daher auch die doppelte Ortszuweisung im Institutsnamen.

Gründungsziel war es, durch besondere Forschungsanstrengungen der deutschen Textilindustrie wieder zum Anschluß an den internationalen technischen Standard zu verhelfen, der während des l. Weltkriegs verloren gegangen war. Statt der "Ersatzstofforschung" der Kriegsjahre sollte die technologische Entwicklung wieder neue Impulse erhalten. Die Forschungsaufgaben sollten - so schrieb es die Satzung fest - stets "im engen Zusammenwirken mit den beteiligten Industrien" bearbeitet werden. Der Technologietransfer, bis heute erklärtes Ziel der Denkendorfer Institute, ist also keine neue Erfindung, sondern der ausdrückliche Gründungsauftrag des Instituts.

Wege in die Selbständigkeit

Angesichts der stürmischen Entwicklung der Textiltechnik und der Textilindustrie in den folgenden Jahrzehnten, kam es schon bald zur Aufgabenverteilung innerhalb des Instituts. Neben dem textiltechnologischen und maschinentechnischen Zweig entwickelte sich seit den 30er Jahren eine eigenständige Abteilung für Textilchemie unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Rath. Als dieser 1962 auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Textilchemie der Universität Stuttgart berufen wurde, siedelte seine Abteilung nach Stuttgart-Wangen um, und firmierte seitdem als eigenständiges Institut für Textilchemie.

Eine Abteilung dieses Instituts befaßte sich unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Schlack (dem Erfinder des Perlons) speziell mit den immer wichtiger werdenden Synthesefasern. Im Jahr 1968 wurde daraus ein eigenes Institut für Chemiefasern, zu dessen Leiter Prof. Dr. Heinz Herlinger berufen wurde. Dieser übernahm im Jahr 1972 in der Nachfolge von Prof. Rath auch den Lehrstuhl für Textil- und Faserchemie der Universität Stuttgart und die Leitung des Instituts für Textilchemie. Seit dieser Zeit sind beide Institute eng miteinander verzahnt. 1993 trat Prof. Herlinger in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde Prof. Dr. Wilhelm Oppermann berufen, der die Institute heute leitet.

Die textiltechnische Abteilung blieb etwas länger in Reutlingen. 1941 übergab Prof. Johannsen die Gesamtleitung an Prof. Dr.-Ing. Fritz Walz. Dieser führte das Reutlinger Technikum und das Forschungsinstitut in Personalunion bis zum Jahr 1955, wie auch sein Nachfolger, Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Schenkel. Erst mit dem Ende seiner Amtszeit im Februar 1970 löste sich das Forschungsinstitut endgültig vom Technikum, das inzwischen zur Staatlichen Ingenieurschule erhoben worden war.

Von Prof. Schenkel ging die Leitung des Instituts für Textiltechnik Reutlingen (ITR) zunächst auf Prof. Dr.-Ing. Joachim Lünenschloss über. Als dieser 1971 an die RWTH Aachen berufen wurde, übernahm Prof. Dr.-Ing. Gerhard Egbers die Leitung des "Instituts für Textil- und Verfahrenstechnik", wie es aufgrund neuer Arbeitsfelder, die zum Teil über die Textiltechnik hinausgreifen, seit 1979 heisst. Prof. Egbers, der das ITV Denkendorf bis heute leitet, ist zugleich Inhaber des Lehrstuhls für Textiltechnik an der Fakultät Verfahrenstechnik der Universität Stuttgart.


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