Stabsstelle Qualitätsentwicklung

Die Stabsstelle Qualitätsentwicklung (QE) ist verantwortlich für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Stuttgarter Evaluationsmodells (SEM), einem umfassenden Qualitätsmanagementsystem im Bereich Studium und Lehre.

2019 wurde die Systemakkreditierung an der Universität Stuttgart erneuert. Damit wurde zum zweiten Mal bescheinigt, dass das SEM ein adäquates Instrument zur Überprüfung der Qualität und zur Weiterentwicklung der Studiengänge ist.“

Der Tätigkeitsbereich der QE erstreckt sich darüber hinaus auf die Beratung und Konzeptentwicklung sowie auf die Leitung und Umsetzung strategisch wichtiger Projekte im Bereich Qualitätsentwicklung.

Der Arbeitsbereich Evaluation ergänzt die Leistungen durch die Befragung von zum Beispiel Studierenden und Exmatrikulierten und kann bei Bedarf hausinterne Evaluationen und Studien durchführen.

Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre

Die Universität Stuttgart hat im Jahr 2009 mit dem Aufbau eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems für Studium und Lehre begonnen. 2012 wurde das System, das Stuttgarter Evaluationsmodell, von der Schweizer Akkreditierungsagentur AAQ begutachtet und akkreditiert. Seitdem ersetzt die Systemakkreditierung die Akkreditierung einzelner Studiengänge. Damit war die Universität Stuttgart sowohl die erste Universität in Baden-Württemberg als auch die erste TU9-Universität, die erfolgreich eine Systemakkreditierung durchlaufen hatte.

Seit 2019 ist die Universität Stuttgart reakkreditiert. Damit ist die Universität Stuttgart die zweite reakkreditierte Universität deutschlandweit sowie die erste Universität in Baden-Württemberg und der TU9-Universitäten. Die Akkreditierung gilt bis 2027.

Alle akkredierten Studiengänge der Universität Stuttgart sind in der Datenbank der Stiftung Akkreditierungsrat gelistet.

Nähere Informationen zur Systemakkreditierung

Schema des Stuttgarter Evaluationsmodells (c)
Schema des Stuttgarter Evaluationsmodells

Das Stuttgarter Evaluationsmodell umfasst drei Ebenen, die miteinander verzahnt sind und in denen unterschiedliche Qualitätsregelkreise umgesetzt werden.

Die Modulevaluation bewertet auf der ersten Ebene neben der didaktischen Qualität der Lehrveranstaltungen auch das Zusammenspiel von Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls, den Lernerfolg sowie den Workload. Die zwei weiteren Ebenen betrachten außerdem die Qualität des Studiengangs insgesamt sowie das Gesamtangebot von Lehre und Studium einschließlich der unterstützenden Dienstleistungen (zum Beispiel Beratungsangebote, Service des Prüfungsamtes).

 (c)
Zielematrix der Qualitätssicherung und -entwicklung an der Universität Stuttgart.

Ausgangspunkt der Qualitätssicherung und -entwicklung an der Universität Stuttgart ist die Definition von Qualitätszielen. Das Stuttgarter Evaluationsmodell (SEM) überprüft die Umsetzung dieser Ziele und ermöglicht es, unter Einbindung aller Beteiligten Weiterentwicklungsmaßnahmen abzuleiten, welche der Zielerreichung dienen.

Aus dem strategischen Ziel "Exzellente Lehre" werden die zwei übergeordneten Qualitätsziele "optimal konzipierte Studiengänge" und "erfolgreich realisierte Lehrangebote" abgeleitet, die sich in operative Qualitätsziele aufgliedern. Die Qualitätsziele werden durch Messdimensionen beschrieben, die gemeinsam mit den dazugehörigen Kennzahlen, Messinstrumenten und Berichtsformaten in der ausführlichen Zielematrix für den Bereich Lehre und Studium aufgeführt sind.

Die drei Ebenen des Stuttgarter Evaluationsmodells sind mit Befragungen hinterlegt, die zur Qualitätssicherung auf jeder Ebene beitragen. Die Befragungen der Studierenden zu Lehrveranstaltungen und Modulen ist wesentlich zur Qualitätssicherung auf der ersten Ebene. Zur Qualitätssicherung der Studiengänge und der übergeordneten Ebene von Studium und Lehre werden ebenfalls verschiedene Befragungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Hierzu zählen Studierendenbefragungen, Absolventenbefragungen und Befragungen zu Studienabbruch und Studienfachwechsel.

Bericht 2017: Studieren - Evaluieren - Mitgestalten

Der Studiengangsbericht enthält alle Beschreibungen, Dokumente, Daten und Bewertungen, die für die Überprüfung der Ziele notwendig sind.

In Teil A liegt der Fokus auf der „ex ante“ Beurteilung des Studiengangskonzepts und der curricularen Qualität des Studiengangs. Die hierfür zusammengestellten Konzeptbeschreibungen und Dokumente des Studiengangs (zum Beispiel Modulhandbuch, Prüfungsordnung, Zulassungsordnung) orientieren sich an den Anforderungen des Akkreditierungsrats.

In Teil B liegt der Fokus auf der Bewertung der Umsetzung des Studiengangs und der Beurteilung der Prozesse. Hierzu werden Kennzahlen und Indikatoren sowie Befragungsergebnisse herangezogen (zum Beispiel Studienverlaufsstatistiken, Absolventenquoten, studentische Lehrveranstaltungs- und Modulbewertungen, Studierenden- und Exmatrikuliertenbefragungen). Kommentarfelder in jedem Teilkapitel des Studiengangsberichts ermöglichen einzelne Dokumente oder Daten direkt zu analysieren und Anmerkungen festzuhalten.

Teil C des Berichts beinhaltet eine umfassende Stärken-Schwächen-Analyse und sieht die Ableitung von Weiterentwicklungsmaßnahmen vor.

Einleitung von Weiterentwicklungsmaßnahmen

Weiterentwicklungsmaßnahmen können im Anschluss an die Analysen im Studiengangsbericht in den Fakultäten eingeleitet werden. Damit können Optimierungsprozesse unmittelbar auf Ebene der Studiengänge stattfinden und alle an der Umsetzung beteiligten Akteure einbezogen werden. Die Schritte werden gegenüber dem Prorektorat für Lehre und Weiterbildung im Studiengangsbericht dokumentiert.

Aufgabe und Nutzen des Studiengangsberichts

Der Studiengangsbericht identifiziert und verdichtet Daten, die einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Studiengängen leisten. Er integriert alle relevanten, zentral hinterlegten Dokumente sowie alle bedeutsamen Ergebnisse aus Statistiken und Befragungen zum Studiengang.

Eingesetzt wird der Studiengangsbericht zur

  • Prüfung neu einzurichtender Studiengänge
  • internen Qualitätsentwicklung von Studiengängen
  • Dokumentation bei externen Begutachtungen eines Studiengangs im Rahmen von Studiengangsreviews

Informationen für Studiengangsverantwortliche

Neben dem Studiengangsbericht fließen in das Reviewverfahren zwei Begutachtungen ein: Zum einen bewertet eine externe Gutachterin oder eine externer Gutachter die fachlich-inhaltliche Qualität des Studiengangs (Fachgutachten). Zum anderen überprüft die Stabsstelle Qualitätsentwicklung die Anwendung des Stuttgarter Evaluationsmodells sowie formale Kriterien (formal-organisatorische Prüfung). Die Studiengangsverantwortlichen können das externe Fachgutachten bei Bedarf durch eine Stellungnahme ergänzen.

Die Reviewkommission

Eine letztendliche Beurteilung des Studiengangs erfolgt durch die Reviewkommission der Universität Stuttgart. Diese setzt sich wie folgt zusammen:

  • die Prorektorin oder der Prorektor für Lehre und Weiterbildung,
  • zwei Vertreter der Professorinnen oder Professoren,
  • ein Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und
  • ein Vertreter der verfassten Studierendenschaft.

Im Rahmen ihrer Sitzung holt die Reviewkommission das Feedback von Studierenden aus dem zu bewertenden Studiengang ein. Die Ergebnisse des Reviewverfahrens erhält der Studiengang in schriftlicher Form über das Prorektorat.

 Das Studiengangsreview

  • tritt an die Stelle externer Programmakkreditierungen
  • überprüft fachlich-inhaltliche Aspekte des Studiengangs (durch externes Gutachten)
  • überprüft die Verbindlichkeit des Stuttgarter Evaluationsmodells nach einheitlichen Kriterien (Beurteilung durch Stabsstelle QE)
  • dokumentiert die Qualitätsentwicklung der Studiengänge in geregelten Abständen intern und extern

Informationen für Studiengangsverantwortliche

Veröffentlichungen
  • Thumser-Dauth, K., Töpfer, A. & Gießelmann, F. (2010): Evaluation von Lehre und Studium auf drei Ebenen - Das Stuttgarter Evaluationsmodell. Qualität in der Wissenschaft (QiW), 2/2010, 31-36.
  • Hanel, A. & Töpfer, A. (2011). Prozessgestaltung und Qualitätsmanagement. In: A. Degkwitz & F. Klapper (Hrsg.). Prozessorientierte Hochschule. Bad Honnef: Bock & Herchen.
  • Thumser-Dauth, K., Minke, B., Hanel, A. & Töpfer, A. (2012). Das Stuttgarter Evaluationsmodell. Ein integrativer und diskursiver Ansatz zur Evalation von Studium und Lehre auf drei Ebenen. In: W. Benz, J. Kohler & K. Landfreid (Hrsg.). Handbuch Qualität in Studium und Lehre (Griffmarke E 7.12). Berlin: Raabe
  • Hanel, A., Thumser-Dauth, K. & Töpfer, A. (2012). Forschungsevaluation an der Universität Stuttgart. Forschungsziele, Kennzahlen und Messinstrumente. In: A. Leitner & B. Mitterauer (Hrsg.). Braucht Forschung Qualitätsmanagement? (S. 172-134). Wien: Facultas.
  • Minke, B., Thumser-Dauth, K., Töpfer, A. (2013). Wirksamkeit und Wirkungen von Modulevaluationen. Metaevaluation zur Verbesserung eines Evaluationsverfahrens. Qualität in der Wissenschaft (QiW), 1/2013, 8-14.
  • Thumser-Dauth, K., Minke, B., Moutafidou, N. & Töpfer, A. (2013). Der Studiengangsbericht als Instrument zur Qualitätsenticklung von Studiengängen. Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE), 8/2, 157-166.
  • Scherfer, M. & Weber, H. (2014). Methoden zur Analyse von Studienabbruch und -wechsel am Beispiel der Abbrecherstudie der Universität Stuttgart. Qualität in der Wissenschaft (QiW), 1/2014, 17-22.
  • Klöpping, S. Scherfer, M. et al. (Hrsg.) (2017). Studienabbruch in den Ingenieurwissenschaften. Empirische Analyse und Best Practices zum Studienerfolg. (acatech STUDIE), München: Herbert Utz Verlag.
  • Leiber, T., Moutafidou, N. & Welker, B. (2018). Impact Evaluation of Programme Review at the University of Stuttgart. European Journal of Higher Education 8 (3), 14 pages (published online).
Vorträge
  • "Prozessgestaltung und Qualitätsmanagement" auf der Jahrestagung des Bundesverbands Hochschulkommunikation 2010 in Stuttgart
  • "Prozessgestaltung und Qualitätsmanagement" auf dem Workshop "Geschäftsprozessmanagement" 2010 der Deutschen Initiative für Netzwerkkommunikation e.V. in Bonn
  • „Modularisierung im Fokus der Lehrevaluation“ auf der EvaSys Anwendertagung 2012 in Dresden
  • „Wirksamkeit und Wirkung von Selbstevaluationen in Studium und Lehre“ auf der DeGEval Jahrestagung 2012 in Potsdam
  • "Qualifikationsziele im Rahmen der Systemakkreditierung" beim Workshop der Evaluationsagentur Baden-Württemberg (evalag) 2013 in Mannheim
  • "Workload im Rahmen der Systemakkreditierung" beim Workshop der Evaluationsagentur Baden-Württemberg (evalag) 2013 in Mannheim
  • "Zentrale vs. dezentrale Verfahren zur Revision von Studienprogrammen" auf dem HIS-Forum Qualitätsmanagement 2013 in Hannover
  • "Methoden zur Analyse von Studienwechsel und Studienabbruch am Beispiel der Abbrecherstudie der Universität Stuttgart" auf der DeGEval Jahrestagung 2013 in München
  • "Developing performance governance in higher education: Theoretical model and a case study", Vortrag von B. Minke und Th. Leiber auf dem 35. EAIR Forum 2013, Rotterdam.
  • "Standardisierung gestalten - Qualität im Wandel", Frühjahrstagung AK Hochschulen der DeGEval 2018 in Essen
  • "Flexibilisierungsspielräume im zentralen Befragungswesen der Universität Stuttgart", EvaSys & EvaExam-Jahrestagung 2018 in Köln
Posterbeiträge
  • „Das Stuttgarter Evaluationsmodell (SEM)“ auf der dghd Jahrestagung 2012 in Mainz
  • "Evaluation auf drei Ebenen – Das Stuttgart Evaluationsmodell" auf der DeGEval Jahrestagung 2010 in Luxembourg
  • "Studiengangsevaluation unter formal-organisatorischen und fachlich-inhaltlichen Gesichtspunkten - eine Fallstudie" auf der DeGEval Jahrestagung 2013 in München
  • "Evidenzbasierte Studiengangsentwicklung durch Kontextualisierung verschiedener Kennzahlen und Indikatoren" auf der DeGEval Jahrestagung 2013 in München
 

Stabsstelle Qualitätsentwicklung

Geschwister-Scholl-Str. 24D, 70174 Stuttgart

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