Thema 3
ECOMATION – die Verbindung aus Ökonomie, Ökologie und Automation
Energiesparen im Produktionsbereich

- Die Stuttgarter Forscher erfassen den Energieverbrauch des gesamten Produktions-prozesses. (Foto: Uni Stuttgart)
Wie kann der Energieverbrauch in der Produktion gesenkt wer-den, ohne die Flexibilität der Fertigung, die Produktionsleistung oder die Qualität zu beeinträchtigen? Das untersucht eine Forschergruppe der Universität Stuttgart in dem Projekt „Steuerung des Energieverbrauchs in der Fertigung und Steigerung der Energieeffizienz durch Automatisierung“, kurz: ECOMATION, das Ökonomie, Ökologie und Automatisierung als Gesamtkonzept beinhaltet.
Die Wissenschaftler erarbeiten Methoden, mit denen Maschinen, Anlagen oder ganze Fabriken so
geplant und gesteuert werden können, dass immer nur genau so viel Energie benötigt wird, wie für
den Produktionsprozess unter den vorgegebenen Randbedingungen auch wirklich erforderlich ist. Neben
dem Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) sind die Uni-Institute für
Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) sowie für
Werkzeugmaschinen (IfW) an dem Projekt beteiligt.
Zunächst haben die Stuttgarter Forscher das Zusammenspiel zwischen verschiedenen
Produktionsstrategien und dem Energieverbrauch der gesamten Produktionshalle analysiert und
modelliert. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten sie eine simulationsbasierte Methodik, mit
der die Produktionsanlagen und Fabriken geplant, überwacht und optimiert werden können. Damit ist
es möglich, unvorhergesehene energetische Spitzenbedarfe zu vermeiden und Einsparpotentiale im
Fabrikbetrieb aufzudecken. Die Prognose über eine Schicht ermöglicht es, kurzfristige Lastspitzen
zu glätten und eine energieoptimale Steuerung, sowohl der Prozesskette als auch der Peripherie,
unter Berücksichtigung von zum Beispiel Pausenzeiten oder Störungen von einzelnen Maschinen
durchzuführen. Die Forscher entwickelten eine Methodik, die es dem Fertigungsmanagement ermöglicht,
den einzelnen Maschinen eine Vorgabe zum energieoptimalen Verhalten unter Berücksichtigung der
sonstigen Anforderungen an die Produktionsperformance zu machen. Für die langfristige Planung
erweiterte das Forscherteam die Modelle so, dass sämtliche an der Produktion beteiligten Ressourcen
miteinander in Verbindung gebracht werden können. Sie sind dadurch zum Beispiel für den Einkauf von
Energiekontingenten oder für die Arbeitsplanung zu verwenden.
Da das energetische Verhalten der einzelnen Teile einer Produktion meist nicht oder nur
unzureichend bekannt ist, wird zudem eine Methodik benötigt, die die Optimierung und permanente
Überwachung des energetischen Verhaltens der Fabrik unterstützt. Diese zu entwickeln ist das
nächste Ziel der Forschergruppe. Die bisher erarbeitete simulationsbasierte Umgebung soll dafür um
die Teilfunktionalitäten Energieoptimierung und Energy-Controlling erweitert werden. Auf diese
Weise soll ermöglicht werden, die Fabrik unter Berücksichtigung sämtlicher beteiligter Systeme
permanent am energieoptimalen Betriebspunkt zu betreiben. Das Energy-Controlling sorgt dafür, dass
das Fertigungssystem unter Berücksichtigung von Produktionszielen wie Qualität, Kosten und Zeit
permanent so gesteuert wird, dass bei Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Größen umgehend
eingegriffen werden kann.
Das Projekt ECOMATION wird in drei Förderrunden bis 2015 von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft unterstützt.
Ansprechpartner: Holger Haag, Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb, Tel.
0711/685-61827,
e-mail: hxh@iff.uni-stuttgart.de
Abteilung Hochschulkommunikation, Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/685-82122,
-82297, -82176, -82155, Fax 0711/685-82188, e-mail: hkom@uni-stuttgart.de ,
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Text und Bild unter
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