24.05.

24. Mai 2019

Tagung: Technologien der Emotionalisierung

Gefühle in technisierten Lebens- und Arbeitswelten. Interdisziplinäre Perspektiven

Zeit
24. Mai 2019 bis 25. Mai 2019

Ziel dieser interdisziplinären Tagung ist es, den gegenwärtigen digitalen Strukturwandel unter der Fragestellung in den Blick zu nehmen, welchen Veränderungen das menschliche Gefühlsleben in technisierten Lebens- und Arbeitskontexten ausgesetzt ist. Im Hintergrund steht die Beobachtung, dass aus der (jahrtausendealten) Kulturtechnik der rhetorischen Beeinflussung von Affekten heute eine Technologie hervorgegangen ist, die auf digitale Erfassung und Beeinflussung der Gefühle durch Geräte und Algorithmen zielt. Mechanismen der emotionalen Regulierung und Selbstmedikation werden dabei vermehrt an Maschinen und Programme delegiert, die sich der politischen Kontrolle weitestgehend entziehen. Dies ist nicht per se problematisch, schließlich entzieht sich auch die Emotionalisierung durch die Kunst unter Bedingungen ihrer Autonomie der politischen Einflussnahme. Doch hinter den Technologien der Emotionalisierung stehen ökonomische Interessen. Während wir über eine jahrhundertelange Erfahrung im Umgang mit der Gefühlsmacht von Rhetorik, Musik, Literatur oder Theater verfügen, stehen wir vielfach als Analphabeten in der technisierten Lebenswelt der Gegenwart. Dabei stehen für uns demokratietheoretische und bildungspolitische Fragen im Vordergrund: Wie lässt sich die digitale Psychotechnik demokratisch gestalten? Welche Folgerungen ergeben sich nach der „Erziehung der Gefühle“ (Flaubert) für die Erziehung der digitalen Gefühle?

Projektleitung:
Dr. Felix Heidenreich und Prof. Dr. Florian Weber-Stein

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert.

Im Rahmen des Verbundprojekts KOALA - Kooperation in allen Lehramtsfächern auf- und ausbauen.

Weitere Informationen  Eröffnungsvortrag 

Universität Stuttgart
Senatssaal
Keplerstr. 7
70174  Stuttgart
Zum Seitenanfang