Projekt zur nachhaltigen Mobilität

Mobility Living Lab ist Preisträger des Ideenwettbewerbs

Die Universität Stuttgart wurde im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Mobilitätskonzepte für einen emissionsfreien Campus“ vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgezeichnet. Für ihr Mobilitätskonzept "MobiLab" erhält die Universität 300.000 Euro Preisgeld.

Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, freute sich am Dienstagabend gemeinsam mit dem MobiLab-Team der Universität Stuttgart über die Auszeichnung und sagte:„Diese Auszeichnung ist eine wertvolle Motivation, den Campus Vaihingen als Testfeld zur Emissionsfreiheit auszubauen gemäß der Vision der Universität Stuttgart: 'Intelligente System für eine zukunftsfähige Gesellschaft'. MobiLab wird ein vielfältiges Reallabor sein, in dem neue Formen der Verkehrserschließung, neuartige Verkehrsmittel, elektrische Antriebssysteme sowie Energiespeicherung- und Energieverteilungssysteme kombiniert werden.“

„Eine Verkehrswende kann nur gelingen, wenn klimafreundliche Mobilitätslösungen praktikabel und vor allem erlebbar gemacht werden und damit zu einem geänderten Verhalten und Klimabewusstsein beitragen", betonte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Ein Hochschulcampus kann das ideale Reallabor sein, wo gemeinsam mit der nächsten Generation Ideen entwickelt, umgesetzt und getestet werden können.“ Die Hochschulen könnten somit Schrittmacher für die Städte sein und zeigen, wie nachhaltige Mobilität nutzerfreundlich umgesetzt werden kann. Bauer sagte weiter: „Wir brauchen intelligente, ökologische Mobilitätslösungen, die im Idealfall auch spannende Herangehensweisen für die Städte als Ganzes aufzeigen. Und das haben die Hochschulen mit kreativen, innovativen Konzepten hervorragend getan.“

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Die international vereinbarten Klimaziele und ein wirksamer Klimaschutz können nur erreicht werden, wenn eine Verkehrswende und ein Umstieg auf eine umweltschonende Mobilität gelingt. Für diesen Weg brauchen wir den Ideenreichtum und die Aufgeschlossenheit der Studierenden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Hochschulen.“

„Das macht Lust auf die Zukunft der Mobilität“, sagte die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer anlässlich der Prämierung in der Aula der Hochschule für Technik in Stuttgart schon beim Rundgang durch die Mobilitätskonzepte aller elf beteiligten Hochschulen. Angetan war sie etwa von dem E-Scooter, der zukünftig auf dem Vaihinger Campus autonom unterwegs sein wird. Der Elektroroller, der am Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik der Uni Stuttgart entwickelt wird, kann alleine dorthin fahren, wo er gebraucht wird, das Unigelände dabei aber nicht verlassen. Auch seine Ladestation wird er selbstständig aufsuchen.

E-Scooter, Busshuttle und mehr

Zusammen mit einem autonomen Busshuttle und einem am äußeren Bereich des Unigeländes gelegenen Parkplatz, soll der E-Scooter zu einem attraktiven Campus für Studierende und Mitarbeitende beitragen, erklärte Rektor Prof. Wolfram Ressel. Die aufgelösten Parkplätze auf dem Campusareal böten neuen Platz für die weitere Entwicklung. Im nächsten Jahr könnten die ersten E-Scooter schon unterwegs sein. Zudem sei bei MobiLab die intelligente Energiespeicherung und Verteilung ein wichtiges Forschungsthema, das die Uni Stuttgart zusammen mit Partnern und Start-ups angehe, betonte Ressel.

Alle ausgezeichnete Mobilitätskonzepte der Hochschulen

  • Universität Stuttgart, Kategorie „Hochschule im urbanen Raum“ (Preisgeld 300.000 Euro)
  • Hochschule Biberach, Kategorie „Hochschule im ländlichen Raum“ (Preisgeld 150.000 Euro)
  • Universität Hohenheim, Kategorie „Besonderes Engagement“ (Preisgeld 150.000 Euro)
  • Hochschule für Technik Stuttgart, Kategorie „Sonderpreis für Originalität“ (Preisgeld 100.000 Euro)
  • DHBW Stuttgart, Kategorie „Sonderpreis für Originalität“ (Preisgeld 100.000 Euro)

Hintergrundinformationen über "MobiLab"

Die Universität Stuttgart möchte künftig Vorreiter in der emissionsarmen Mobilität in der Praxis und in der Forschung sein. Daher beteiligt sie sich am Ideenwettbewerb "Mobilitätskonzepte für den emissionsfreien Campus". Studierende und Beschäftigte sollen auf einem attraktiven Campus mit einer hohen Aufenthaltsqualität studieren und arbeiten können. Deshalb soll der Campus autofrei werden. Die Anfahrt zum Campus Vaihingen könnte künftig über ein zentrales Parkhaus am Rande des Campus erfolgen. Von dort aus wird der Campus mittels neuer Formen emissionsarmer Mobilität erschlossen. Die dann frei gewordenen Parkflächen auf dem Campus bieten Raum für neue Entwicklungen.

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Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart.

Rahmenbedingungen

Der Campus Vaihingen hat eine sehr zentral gelegene S-Bahn-Haltestelle. (c)
Der Campus Vaihingen zeichnet sich durch eine gute S-Bahn-Anbindung aus.

Bereits heute ist der Campus Vaihingen sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Beschäftigte und Studierende nutzen diesen auch intensiv. Der Standort Campus Vaihingen hat eine überregionale Bedeutung, weshalb viele Personen relativ weite Anfahrtswege haben. Dafür nutzen sie häufig ihr Fahrzeug. Die Kombination aus Parkraummanagement und dem autofreien Campus wird in Verbindung mit den neuen Mobilitätsangeboten zu einem Rückgang der Nachfrage nach Pkw-Stellplätzen von rund einem Drittel führen.

Mobility Living Lab

© Universität Stuttgart | Quelle: YouTube

Das zukunftsweisende Projekt "MobiLab" der Universität Stuttgart entwickelt im Rahmen eines Ideenwettbewerbs des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst ein innovatives Mobilitätskonzept für den emissionsfreien Campus.
https://www.uni-stuttgart.de/universitaet/aktuelles/schaufenster/mobilab/

Musik: "A brilliant Idea" von Dag Reinbott | https://www.terrasound.de/

Mobilitätskonzept

Parkhaus auf dem Campus Vaihingen. (c) Visualisierung HLRS

Im Mobility Living Lab ist der Bau eines Parkhauses geplant, das am Rande des Campus über der Bundesstraße 14 errichtet werden soll. Es kann direkt von der B14 aus angefahren werden. Auf den Dachflächen des Parkhauses wird mit einer Solaranlage Strom produziert, der zum Laden sowohl der geparkten Pkw als auch der Shuttlebusse und der E-Scooter verwendet wird. Über Smart Grids erfolgt die intelligente und effiziente Speicherung und Verteilung der Energie. In diesem Forschungsparkhaus werden ferner neue Formen des induktiven Ladens erprobt.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart wird das regionale Fahrradverleihsystem RegioRadStuttgart so erweitert, dass es bald neun Ausleihstationen auf dem Campus geben soll. Damit verbessert die Universität die Erreichbarkeit des Campus mit dem Rad.

Derzeit entwickeln Forscherinnen und Forscher der Universität Stuttgart einen autonom fahrenden E-Scooter. Dieser soll in das E-Scooter-Verleihsystem auf dem Campus integriert werden. Mit moderner Regelungstechnik fahren die E-Scooter mit langsamer Geschwindigkeit fahrerlos zum nächsten Einsatzort. Ein Verteilalgorithmus optimiert die Verfügbarkeit der E-Scooter auf dem Campus. Ein autonomer E-Scooter ersetzt in einem E-Scooter-Verleihsystem zehn normale E-Scooter.

Simulation eines Shuttel-Busses. (c) Visualisierung HLRS

Ein Campus-Shuttle verbindet das zentrale Parkhaus und die S-Bahn mit den Nutzungen auf dem Campus. Zudem soll das Shuttle als Testfeld für automatisierten öffentlichen Verkehr und für induktives Laden während der Fahrt dienen.

Campus als Testfeld

Die Universität Stuttgart entwirft in MobiLab ihre Vision für einen emissionsfreien Campus. Dieser wird zu einem Forschungscampus, auf dem neue klimaneutrale, elektrische und intelligente Formen der Mobilität erprobt werden.
Die Universität Stuttgart will:

  • neue Fahrzeuge entwickeln und testen, zum Beispiel einen autonom fahrenden E-Scooter oder ein während der Fahrt induktiv ladendes autonomes Shuttle (Forschungsfahrzeug).
  • neue Straßenkonzepte entwickeln, die beispielsweise induktives Laden während der Fahrt ermöglichen (Forschungsstraße).
  • neue Parkhäuser entwickeln, die von automatisierten elektrischen Fahrzeugen genutzt werden können und die gleichzeitig als Solarkraftwerke Strom produzieren (Forschungsparkhaus).
Das MobiLab-Projektteam. (c)
Das MobiLab-Team auf der Abschlussveranstaltung zum „Ideenwettbewerb: Mobilitätskonzepte für den emissionsfreien Campus“ am 4. Oktober 2019 in der Hochschule für Technik, Stuttgart.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Markus Friedrich, Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik, T +49 711 685-82482, E-Mail

 
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