Visualisierung des Pavillons, dessen grundfläche 37 Quadratmeter beträgt.

25. Februar 2021

Biete Pavillon, suche Nutzerinnen und Nutzer

Auf dem Campus Vaihingen soll ein von Studierenden entworfener Pavillon entstehen. Wofür und von wem könnte er genutzt werden? Dafür führen Sozialwissenschaftler*innen unter Beschäftigten und Studierenden der Universität Stuttgart eine Umfrage durch.
[Foto: ICD/ITKE Universität Stuttgart]

Lernraum, Ausstellungsraum oder Bühne? Alles ist möglich. Mitentscheiden sollen alle Universitätsmitglieder, wo ein 37 Quadratmeter großer und aus Holz gefertigter Pavillon auf dem Campus Vaihingen im Sommersemester 2021 aufgebaut wird, wie er ausgestattet und genutzt werden soll.

Visualisierung eines verglasten Holzpavillons. Er steht auf drei Stützen.
Wo genau der Pavillon aufgebaut wird, hängt von den Umfrageergebnissen ab.

Johannes Nöldeke vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart hat mit seinen Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) als ein Teil des Exzellenzclusters "Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur" (IntCDC) eine Umfrage über Nutzungsmöglichkeiten des Pavillons für Universitätsmitglieder gestartet. „Uns ist es wichtig, die Nutzung und die baulichen Wirkungen von Räumen nicht am grünen Tisch festzulegen, sondern alle Universitätsakteur*innen miteinzubeziehen“, sagt der Beteiligungsexperte. „Wir möchten die bestmöglichste Nutzung aus dem Demonstrator-Entwurf herausholen.“

ITECH-Studierende entwickeln Pavillon

Entworfen haben den Pavillon Studierende des internationalen Masterstudiengangs ITECH. Der Exzellenzcluster IntCDC betreut den Forschungs-Demonstrator. In den kommenden Monaten fertigen die Wissenschaftler*innen den Prototypen an, der für rund drei Jahre auf dem Campus Vaihingen stehen soll. Der genaue Standort wird auf Basis der Umfrageergebnisse ausgesucht.

Der Pavillon verkörpert einen innovativen Ansatz eines mehrstöckigen Holzbaus und realisiert die Kernthemen des Exzellenzcluster IntCDC: ein neuartiges, modulares Holzbausystem mit computergestützten Entwurfs- und Berechnungsmethoden, robotergestützter Fertigung sowie innovativen Materialanwendungen und Verbindungstechniken. Die Grundfläche steht auf drei Stützen und soll größtmögliche Gestaltungsfreiheit und räumliche Flexibilität bieten.

Visualisierung des Pavillons, dessen grundfläche 37 Quadratmeter beträgt.
Entworfen haben den Pavillon Studierende des englischsprachigen Masterstudiengangs ITECH.

Nutzung unter Pandemiebedingungen

Die Idee zur Abfrage der Nutzungswünsche für den Pavillon hatte Professorin Cordula Kropp, Leiterin der Abteilung Technik- und Umweltsoziologie am Institut für Sozialwissenschaften. „In Corona-Zeiten ist ein Pavillon besonders interessant, weil er nach allen Seiten geöffnet werden kann. Das könnte eine Präsenzlehre unter pandemischen Bedingungen ermöglichen“, so Kropp. Damit knüpft sie an die Open-Classroom-Bewegung an, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Reaktion nordamerikanischer Städte auf die Tuberkulose-Epidemie war.

Johannes Nöldeke

Wir erhoffen uns neue Impulse für universitäre Räumlichkeiten, auch was die Nutzung unter Pandemie-Bedingungen betrifft.

Johannes Nöldeke, Institut für Sozialwissenschaften

Nöldeke hofft aus den Ergebnissen für künftige Raumalternativen zu lernen. „Wir erhoffen uns neue Impulse für universitäre Räumlichkeiten, auch was die Nutzung unter Pandemie-Bedingungen betrifft.“

Während der Pavillon auf dem Campus Vaihingen steht, wollen die Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler auch untersuchen, wie sich Universitätsmitglieder den Raum aneignen. Zudem planen Nöldeke und sein Team weitere Partizipationsmöglichkeiten in diesem Projekt, wie zum Beispiel einen Workshop mit Universitätsmitgliedern, um Ideen auszutauschen.

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