Katharina Hochmuth und Tim Hautkappe sehen zusammen auf einen Laptop.

11. März 2021

Sicher unterwegs: Studentin entwickelt KommGutHeim-App weiter

Katharina Hochmuth, Masterstudentin an der Universität Stuttgart, arbeitet neben dem Studium an der KommGutHeim-App. Neue Features bieten mehr Sicherheit für unterwegs.
[Foto: Photo-Studio Büttner, Regensburg]

Viele kennen es: das unbehagliche Gefühl, das man verspürt, wenn man nachts allein unterwegs ist. So ging es auch Katharina Hochmuth, als sie 2013 für ihr Studium in eine größere Stadt zog. Wenn sie im Dunkeln unterwegs war, hat sie oft mit einer Mitbewohnerin telefoniert, um sich sicherer zu fühlen. „Irgendwann habe ich mich gefragt, ob es keine bessere Lösung gibt. Aber damals gab es noch keine Livestandort-Übertragung oder Notfallfunktionen am Smartphone. Deshalb habe ich mit meinen Mitgründern Tim Hautkappe und Mario Pfaller die Idee zur KommGutHeim-App entwickelt“, erzählt Hochmuth.

2014 gegründet, ist KommGutHeim eine App, mit der sich Personen von ausgewählten Freunden oder Familienmitgliedern per Livestandort-Übertragung unterwegs begleiten lassen können. Mit einem Klick auf einen Notfallbutton kann im Ernstfall ein Kontakt benachrichtigt werden, der Hilfe holt. Zielgruppen sind insbesondere Frauen, Outdoorsportlerinnen und -sportler, Schulkinder oder Seniorinnen und Senioren.

Balance zwischen Studium und Start-up finden

Hochmuth und Hautkappe bauen das Start-up bis heute weiter aus. Hautkappe, der Maschinenbau studiert hat, arbeitet hauptberuflich an der App-Entwicklung, während Hochmuth gleichzeitig ihren Master macht. Sie studiert seit 2017 Technologiemanagement mit Fokus auf Produktentwicklung an der Universität Stuttgart. Aktuell ist sie im letzten Semester und schreibt gerade ihre Masterarbeit.

Screenshot des Bildschirms der Komm Gut Heim-App.
Mittels Livestandort-Übertragung wissen ausgewählte Begleiter wo man sich befindet.

Die Studentin erzählt, wie schwierig es ist, Studium und Start-up zu verbinden: „Das Studium findet eher abends und am Wochenende statt. Ich arbeite eigentlich Vollzeit für mein eigenes Start-up. Es ist schon sehr stressig“, sagt sie. Trotzdem helfen ihr die Inhalte und das methodische Vorgehen, welche sie im Studium lernt, bei der App-Entwicklung. Hochmuth erarbeitet in ihrer Masterarbeit zum Beispiel eine Methode zur Kundenintegration in den Produktentwicklungsprozess von digitalen Produkten mit Fokus auf mobile Apps. Diese Methode testet sie anhand von KommGutHeim. „Es ist Wissenstransfer: Ich eigne mir Inhalte in der Masterarbeit an, die ich dann auf das Unternehmen anwende. Meine Erkenntnisse dokumentiere ich wiederum in der Masterarbeit“, erklärt die 27-Jährige.

Außerdem ist sie im regelmäßigen Austausch mit Eric Heintze vom Institut für Entrepreneurship und Innovationsforschung der Universität Stuttgart, der als Start-up-Coach Gründerinnen und Gründer betreut. Er unterstützt Hochmuth und Hautkappe zum Beispiel, indem er sie mit anderen Start-ups der Universität vernetzt.

Das ist neu an KommGutHeim

Inzwischen nutzen mehr als 80.000 Menschen weltweit die App. Um Funktionen, Schnelligkeit und Energieverbrauch zu verbessern, haben Hochmuth und Hautkappe KommGutHeim in den vergangenen Monaten mit neuer Technologie ausgestattet. „Wir haben auch neue Notfallfeatures entwickelt“, sagt die Studentin. In Befragungen mit jungen Frauen habe sie herausgefunden, dass viele sich einen lauten Alarm wünschen, der Täter abschreckt. „Der neue Effekt klingt so ähnlich wie Kreischalarme“, erklärt Hochmuth. „Wenn man den Notfallbutton klickt, dann geht der Alarmsound los und eine hinterlegte Telefonnummer wird alarmiert.“

Screenshot des Notfallbildschirms der Komm Gut Heim-App.
Mit einem Klick auf den Notfallbutton kann im Ernstfall ein Kontakt informiert werden, der zur Hilfe kommt.

Hochmuth ist vor allem die Sicherheit abends im Dunkeln wichtig. Sie erzählt, dass Nutzerinnen und Nutzer die App auf dem Heimweg von Freunden oder Partys einschalten. Seit der Corona-Pandemie lassen sich aber auch viele beim Sport, zum Beispiel beim Joggen, digital begleiten. Deshalb hat die Studentin mit ihrem Mitgründer Sicherheitstipps erstellt. In Abstimmung mit Expertinnen und Experten, wie der Polizei, haben die Beiden Tipps zu Themen wie dem verkehrssicheren Fahrrad ausgearbeitet, wie man sich bei sexueller Belästigung wehrt oder wo man Hilfe bekommt. Die Artikel kann man in der App oder auf der Webseite der App lesen. „Wir wollen die App mit mehr sicherheitsrelevantem Content füllen“, sagt Hochmuth.

Für die Zukunft tüfteln die App-Gründer auch an einer Hardwareintegration. Sie wollen einen Knopf einbinden, der über Bluetooth mit der App verbunden ist. Diesen Klickbutton könne man zum Beispiel in der Jackentasche tragen und im Notfall müsse man nur auf den Knopf drücken und die App nicht nochmal öffnen.

Herausforderungen bei der App-Entwicklung

Hochmuth managt im Start-up die Produktentwicklung und das Design. Außerdem koordiniert sie Bereiche wie Marketing und Organisatorisches. Ihr Mitgründer Hautkappe übernimmt technische Aufgaben. Neben technischen Herausforderungen sei die Monetarisierung der App die größte Challenge, sagt die Studentin. „Wir wollen den Großteil der App kostenlos zur Verfügung stellen“, erklärt sie. „Es ist schwierig, das richtige Monetarisierungsmodell zu finden und trotzdem möglichst viel Sicherheit kostenlos anzubieten.“ Deshalb suchen Hochmuth und Hautkappe deutschlandweit regionale Werbepartner, die die Weiterentwicklung von KommGutHeim unterstützen.

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