26. April 2021

Ein Gebäude für eine freie Gesellschaft

Die Universitätsbibliothek Stuttgart-Mitte feiert 60-jähriges Jubiläum.

Die Bibliothek einer Universität steht für Humanität und Demokratie. So könnte man das Verständnis in der Nachkriegszeit beschreiben. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte die Gesellschaft nach einem neuen geistigen Zentrum. Der Bau eines Universitätsgebäudes im Herzen Stuttgarts sollte genau dieses Verständnis sicht- und begehbar machen. Der Herausforderung der Umsetzung stellte sich der Architekt Hans Volkart (1895–1965).

Im Jahr 2021 sind es 60 Jahre, seit die Universitätsbibliothek Stuttgart auf dem Campus Stadtmitte ihren Dienst für eine freie und friedliche Gesellschaft aufgenommen hat.

Geplant und gebaut von 1958 bis 1961, steht die Universitätsbibliothek beispielhaft für die Architektur der deutschen Nachkriegsmoderne. Dass sie 2018 in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgenommen wurde, trägt dem Rechnung. US-amerikanische Vorbilder und Bibliotheksbauten der schweizerischen Moderne prägten die Planung und Ausgestaltung.

Entstanden ist ein Gebäude, das die Prinzipien Funktionalität, Flexibilität und Transparenz vereint. Die vergleichsweise geringe Höhe von 12 Metern fügt sich organisch in das Areal um den Stadtgarten ein. Markante Betonpfeiler stellen das Gebäude gleichzeitig in eine Traditionslinie zu antiken Tempelbauten mit repräsentativem Charakter.

Volkart hatte bereits an der damaligen Technischen Hochschule Stuttgart, der heutigen Universität Stuttgart, Architektur studiert und wurde dort später auch zum Professor für Gebäudelehre und Entwerfen berufen. Auf ihn gehen in Stuttgart neben der Universitätsbibliothek beispielsweise das Kleine Haus der Württembergischen Staatstheater sowie zahlreiche Schul- und Wohngebäude zurück.

 

Anlässlich des Jubiläums hat die Universitätsbibliothek Stuttgart, finanziert durch ihren Förderverein, die reich bebilderte Publikation „Kulturdenkmal Universitätsbibliothek Stuttgart“ veröffentlicht. Die zweisprachige Ausgabe von Dr. Christiane Rambach und Frank Wiatrowski ist als elektronische Ressource frei abrufbar.

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