Datum: 2. März 2011, Nr. 17

Uni Stuttgart mit Graduiertenschule „Moderne Festkörperwissenschaften“ erfolgreich

Zweite Phase der Exzellenzinitiative

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat haben in ihrer heutigen Entscheidung zur zweiten Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eine Graduiertenschule der Universität Stuttgart zum Vollantrag zugelassen. Für das Projekt mit dem Titel „Advanced Condensed Matter Science“ - Moderne Festkörperwissenschaften) wird die Universität nun bis zum 1. September 2011 einen Vollantrag ausarbeiten. „Wir sind zufrieden, dass wir angesichts der riesigen Konkurrenz von insgesamt 227 Neubewerbungen mit einem Projekt punkten konnten“, so Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel. „Wenn der Vollantrag auch bei der endgültigen Entscheidung im Juni 2012 erfolgreich ist, werden gemeinsam mit dem bestehenden Exzellenzcluster ‚ Simtech’ und der Graduiertenschule ‚Gsame’ rund 45 Professuren an der Universität Stuttgart das Prädikat exzellent tragen, damit liegen wir im nationalen wie auch im internationalen Vergleich sehr gut. Ab sofort werden wir mit großem Engagement den Vollantrag ausarbeiten und hoffen, mit diesem wie auch mit den Fortsetzungsanträgen bei der endgültigen Entscheidung im Juni 2012 erfolgreich zu sein.“

 
Graduiertenschule „Moderne Festkörperwissenschaften“, Sprecher: Prof. Harald Gießen
Die Graduiertenschule „Moderne Festkörperwissenschaften“ befasst sich mit modernen Materialwissenschaften und ist an der Schnittstelle von Physik, Chemie und Biologie angesiedelt. Beispiele für hochaktuelle Forschungsthemen sind Metamaterialien für optische Tarnkappen, unkonventionelle Supraleiter, Quantencomputer und neuartige, bioinspirierte Nanomaterialien.
Die Graduiertenschule verbindet die Universität mit den beiden Stuttgarter Max-Planck-Instituten. Ebenfalls eingebunden ist das neue Forschungszentrum SCoPE (Stuttgart Center of Optics and Photonics Engineering) an der Universität Stuttgart.
 
Dass das Zukunftskonzept mit dem Titel „Kooperativer Forschungscampus Stuttgart – Wissenschaft für den Menschen“ nicht zum Vollantrag zugelassen wurde, trägt die Universität angesichts der 22 Mitbewerber alleine in dieser Förderlinie mit Fassung: „Die Vorbereitung des Zukunftskonzepts war unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs richtungsweisend für die Universität Stuttgart, viele der darin festgelegten Themen werden wir über einen Stufenplan dennoch umsetzen“, so der Rektor.
So wird die regionale Verflechtung der am Standort vorhandenen einzigartigen Gruppierung aus einer der forschungsstärksten Universitäten Deutschlands, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem lebendigen regionalen Netzwerk weiter vorangetrieben. Beispielsweise wird mit der im Januar 2011 gestarteten Initiative „DLR@UniST“ die Zusammenarbeit von dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Stuttgart weiter gefestigt. Das Wissenschaftsministerium hat für die hier vorgesehenen Kooperationsprojekte 1,4 Millionen Euro bereitgestellt. Daneben wird die Universität Stuttgart auch den Dialog mit Wirtschaft und Gesellschaft intensivieren mit dem Ziel, eine Plattform für den institutionsübergreifenden Austausch in allen relevanten Bereichen zu schaffen. Vorbildcharakter hat dabei beispielsweise die Ringvorlesung „Wind, Wasser, Wüste – Woher kommt der Strom der Zukunft?“ an der Uni Stuttgart, in deren Rahmen über das Jahr 2010 verschiedene Aspekte der Energieversorgung der Zukunft erörtert wurden.
 
Neben der heute zum Vollantrag bewilligten Graduiertenschule stellt die Universität Stuttgart auch Fortsetzungsanträge für ihre bereits laufenden Exzellenzprojekte, den Exzellenzcluster Simulation Technology (SimTech) sowie die Graduiertenschule Graduiertenschule Advanced Manufacturing Engineering (GSaME). Diese haben seit Beginn der Förderung im November 2007 sehr gute Fortschritte gemacht und sich in der Universität als wichtige strukturbildende Einrichtungen etabliert.
 
Exzellenzcluster „SimTech“
Zur Stärkung ihres Schwerpunkts im Bereich der Simulationstechnologien und als Basis für den Exzellenzcluster „SimTech“ hat die Universität Stuttgart bereits im April 2007 das „ SRC SimTech“ (Stuttgart Research Centre for Simulation Technology) gegründet. SimTech hat sich seitdem als zentrale Forschungseinrichtung bewährt, die auf viele weitere Vorhaben der Universität ausstrahlt wie beispielsweise den Sonderforschungsbereich 716 „Dynamische Simulation von Systemen mit großen Teilchenzahlen“, dessen zweite Förderperiode am 16. November 2010 bewilligt wurde. Mit Einrichtung der SimTech Graduate School zum Wintersemester 2008/09, der mittlerweile über 80 Doktoranden angehören, wurde auch die Ausbildung akademischen Nachwuchses in dieser Schlüsseltechnologie für viele Bereiche von Wissenschaft und Technik deutlich verstärkt.
Des weiteren werden die Kapazitäten im Höchstleistungsrechnen an der Universität Stuttgart als der essentiellen Ressource zur Durchführung komplexer Simulationen weiter ausgebaut: Im Juni 2010 wurden 133 Millionen Euro für den Ausbau des Höchstleistungsrechenzentrums bewilligt, das damit den dann leistungsfähigsten Rechner in Deutschland erhält und weltweit zur Spitzengruppe aufschließt. Im Dezember 2010 wurde zudem ein Neubau eingeweiht, mit dem SimTech künftig eine zentrale Anlaufstelle auf dem Campus erhält.
 
Graduiertenschule "Advanced Manufacturing Engineering" (GSaME)
Die Dynamik globaler Märkte wächst. Dies verlangt eine enorme Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes, insbesondere für die Industriezweige Automobilbau, Maschinen- und Anlagenbau sowie Elektrotechnik. Ständig entstehen neue spezifische Anforderungen an Produkte, Produktionsorganisation und -technik, Arbeitsbedingungen und Innovationsfähigkeit. Wie Wissenschaft und Wirtschaft zu einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Produktion beitragen können und welche innovativen Lösungen und Methoden es gibt, ist das Thema der Graduiertenschule "Advanced Manufacturing Engineering" (GSaME). In dem Programm, mit dem die Uni Stuttgart Neuland betreten hat, werden kooperative und interdisziplinäre Forschung mit gezielten Qualifizierungsangeboten für den wissenschaftlichen Nachwuchs verbunden.