Bildcollage: Coronaviren im Höchstleistungsrechenzentren der Universität Stuttgart

Datum: 22. April 2021, Nr. 30

Rechenzentren meistern Digitalisierungsschub

Studie der Universität Stuttgart untersucht Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Rechenzentren
[Bild: Simon Sommer Fotografie / IER]

Homeoffice, Homeschooling, Webkonferenzen – die Corona-Pandemie hat sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich einen enormen Digitalisierungsschub ausgelöst. Wie waren die Rechenzentren den neuen Herausforderungen gewachsen? Das untersuchte eine Studie von Prof. Peter Radgen und Dirk Turek am Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart. Vorgestellt wird die Studie bei einem Onlineevent am 11. Juni 2021, die Anmeldung ist ab sofort möglich.

„Die Rechenzentren waren gut auf die Anforderungen der Pandemie vorbereitet, sie passten ihren Betrieb an die Kapazitätsanforderungen an und die Kunden erlebten wenig bis keine Beeinträchtigungen im Service“, fassen Peter Radgen und Dirk Turek die Ergebnisse der Studie zusammen. „Engpässe wurden vor allem bei der Datenübertragung auf der letzten Meile identifiziert, nicht aber in den Rechenzentren selbst.“

Gemäß der Studie, die auf einer Online-Befragung unter 46 größeren Bertreibern im Juni bis Oktober 2020 basiert, haben 70 Prozent der Rechenzentren im Erhebungszeitraum einen starken oder sehr starken Anstieg des Datenverkehrs verzeichnet. Nachgefragt wurden von den Kunden insbesondere Webkonferenzen (+70%) sowie Videokommunikation (+90%). Weitere Treiber waren die Datenspeicherung, Videostreaming und Telekommunikation, aber auch die Serviceanfragen. Zugelegt hat insbesondere auch der Bereich Cross-Connect, das heißt die direkte Verknüpfung der Rechner von verschiedenen Kunden oder Netzen. Auch für die Zukunft gehen mehr als drei Viertel der Befragten von einer Zunahme oder sogar starken Zunahme des Marktwachstums aus, sehen sich allerdings mit längeren Lieferzeiten für IT-und Infrastruktur-Equipment konfrontiert.

Vor dem Hintergrund, dass die Rechenzentrumsbranche für etwa 0,8 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich ist und 80 Prozent der Befragten eines oder alle ihrer Rechenzentren als kritische Infrastruktur einstufen, richtete die Studie auch ein Augenmerk auf deren Energieversorgung. Demnach hatte die Corona-Pandemie keinen Einfluss auf die Stromsicherungsstrategie der meisten Rechenzentrumsbetreiber: Nur 10 Prozent der Befragten hatten die Menge an gelagertem Treibstoff für Notstromsysteme erhöht, und die Wartungstermine für die Notstromsysteme wurden nur in 15 Prozent der Fälle verschoben.

Die Ergebnisse der Studie werden im Rahmen eines Webinars der German Datacenter Association e.V. am 11. Juni 2021 vorgestellt. Zur Anmeldung

Prof. Peter Radgen, Dirk Turek, Universität Stuttgart, Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energienutzung (IER), Lehrstuhl für Energieeffizienz, Tel. +49 711 685-87877, E-Mail

Originalpublikation
Dirk Turek, Peter Radgen: Effekte der Corona Pandemie auf die Rechenzentrumsbranche (Kurzfassung), Januar 2021, 

Pressekontakt

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Andrea Mayer-Grenu

Wissenschaftsreferentin, Forschungspublikationen

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