Datum: 6. Oktober 2011, Nr. 103

Perspektiven für die Uni Stuttgart

Strukturkommission stellt Bericht vor

Ob Forschungsprofil oder Drittmitteleinnahmen, Auszeichnungen, Infrastruktur, Nachwuchsförderung oder Qualität in der Lehre: In vielen für die internationale Wettbewerbs fähigkeit einer Universität entscheidenden Bereichen ist die Uni Stuttgart bereits heute sehr gut aufgestellt. Zwar wurde ihr Zukunftskonzept bei der Exzellenzinitiative nicht zum Vollantrag zugelassen, doch war die Universität in den beiden anderen Förderlinien (Exzellenzcluster und Graduiertenschulen) im bundesweiten Vergleich sehr erfolgreich. Um die künftigen Entwicklungspotentiale auszuloten und die Neuorientierung von Forschung und Lehre im Rahmen des Struktur- und Entwicklungsplans (SEPUS) 2013 bis 2017 vorzubereiten, haben Rektorat und Universitätsrat eine externe Strukturkommission mit der Evaluation aller Fakultäten und zentralen Einrichtungen beauftragt, die im Mai diesen Jahres ihre Arbeit aufgenommen hat. Am 6. Oktober stellte der Vorsitzende des Gremiums und frühere Rektor der Universität Konstanz, Prof. Gerhart von Graevenitz, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Universitätsrats, Dr. Siegfried Dais, und Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel, den Kommissionsbericht mit dem Titel „Stuttgarter Perspektiven“ vor.

Auf der Basis einer umfassenden Analyse der strukturellen Stärken und Schwächen, Entwicklungschancen und -hindernisse der, so der Bericht, „im Einzelnen sehr leistungsfähigen Universität“ konzentrieren sich die Empfehlungen des mit international renommierten Vertretern aus allen Fachbereichen besetzten Gremiums auf fünf Bereiche.
„Wir, die Kommissionsmitglieder, sind der Überzeugung, dass die Entwicklungsperspektiven der Universität Stuttgart für die nächsten zwanzig Jahre sehr gut sind, wenn die Universität ihre historisch gewachsenen Strukturen modernisiert, ihre Steuerungsfähigkeit deutlich verbessert und wenn sich ihre Mitglieder mit der Zukunftsstrategie der Gesamtinstitution verstärkt identifizieren", resümiert der Vorsitzende der Strukturkommission, Prof. Gerhart von Graevenitz.
„Die Universität Stuttgart gehört zu den leistungsstarken technischen Universitäten in Deutschland. Senat, Rektorat und Universitätsrat haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, die Ausrichtung und Aufstellung der Universität weiterzuentwickeln, um ihre mittel- und langfristige Entwicklung weiter zu stärken. Wertvolle Erkenntnisse und Anregungen für die interne Diskussion hat die externe Strukturkommission unter der Leitung von Herrn Professor Graevenitz erarbeitet. Allen Mitgliedern der Strukturkommission möchte ich ausdrücklich meinen Dank aussprechen. Die Gremien der Universität werden die wertvollen Gedanken in weiterführende Überlegungen und Entscheidungen einbeziehen“, so der Vorsitzende des Universitätsrats, Dr. Siegfried Dais.
„Die fundierten Vorschläge der Kommission geben uns die Möglichkeit, unsere Strukturen zu modernisieren und für den künftigen Wettbewerb in Forschung und Lehre gut gerüstet zu sein. Die einzelnen Punkte werden nun in den Gremien der Universität diskutiert und fließen danach in den künftigen Struktur- und Entwicklungsplan der Universität Stuttgart ein“, sagt der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel.

Im Kern umfasst der Kommissionsbericht die folgenden Empfehlungen:
(1) Die Kommission ist der Auffassung, dass die Potentiale, die in der Zusammenarbeit der Ingenieurswissenschaften mit den Naturwissenschaften sowie den Sozial- und Geisteswissenschaften liegen, nicht ausgeschöpft sind und empfiehlt konkrete Schritte zur Verbesserung dieser Zusammenarbeit. Hiervon sollen auch die Lehramtsstudiengänge profitieren.
(2) Der in Gang gesetzte Prozess der Strategieentwicklung und der Schwerpunktsetzung soll intensiviert und die Identifikation mit der Gesamtuniversität verbessert werden. Ein erweitertes Rektorat, der Ausschuss für Forschungsfragen und der Universitätsrat sollen dabei eine zentrale Rolle übernehmen.

(3) Mit Blick auf eine bessere Steuerbarkeit der Gesamtuniversität hält es die Kommission für unabdingbar, die für Stuttgart spezifische Kleinteiligkeit der Institutsstruktur zu verbessern und größere Einheiten zu schaffen. Die Zuweisung von Mitteln soll nach einem flexiblen, wettbewerblichen Verfahren unter Berücksichtigung der Leistungen und Belastungen auf der Grundlage regelmäßiger Fachevaluationen erfolgen. Die Fakultäten sollen als mittlere strukturelle Brücke für die Gesamtuniversität gestärkt und die erfolgreiche Zentrenstruktur weiterentwickelt werden.
(4) Die apparative Ausstattung sowie diverse Services sollen gebündelt und effektiver genutzt werden. Hierzu empfiehlt die Kommission ein gesondertes Strategieprojekt und die Übertragung der Bauherrenhoheit an die Universität.
(5) Um die Potentiale besser auszuschöpfen, die der Universität Stuttgart aus ihrer Lage in einer Region von außerordentlicher wirtschaftlicher und kultureller Dichte erwachsen, soll die Universität Stuttgart konsequent zu einem in der Öffentlichkeit wahrgenommenen Forum für Zukunftsdebatten ausgebaut werden.