Datum: 3. Dezember 2020

Künstliche Intelligenz in die berufliche Bildung bringen

Universität Stuttgart mit vier Partnern im Innovationswettbewerb InnoVET erfolgreich

Künstliche Intelligenz wird die ökonomische Wertschöpfungskette nachhaltig verändern, doch an Fach- und Führungskräften mit ausreichender Expertise für diesen Transformationsprozess mangelt es bisher. Das Konzept „Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung bringen“ entwickelt nun Qualifikationsmodule für KI-Meister mit Expertise insbesondere in den Bereichen Datenmanagement und Datenanalyse. Beteiligt sind die Institute für Maschinelle Sprachverarbeitung und für Software Engineering der Universität Stuttgart, die IHK Reutlingen, Karlsruhe und Region Stuttgart sowie die LMU München.

„Wir sind stolz, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern die Jury überzeugen konnten und unser neuartiges Konzept zur beruflichen Aus- und Weiterbildung von KI-Fachkräften in die Förderung aufgenommen wird“, sagt Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen. „Damit erhalten wir die Möglichkeit, frühzeitig die für unsere Region und für ganz Baden-Württemberg notwendigen KI-Expertinnen und -Experten zu qualifizieren.“ Prof. Stefan Wagner, der Leiter des Instituts für Software Engineering der Universität Stuttgart, ergänzt: "Wir bringen einzigartige Innovation in die berufliche Bildung. Für diesen Bildungsstrang wurden Inhalte aus der Künstlichen Intelligenz bisher nicht aufbereitet." Auch Prof. Thang Vu, Inhaber des Lehrstuhls Digitale Phonetik am Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung freut sich auf das Projekt: „Mit dem KI-Meister legen wir einen wichtigen Baustein, um die künstliche Intelligenz in die berufliche Bildung zu bringen.“

Das Konzept sieht vor, bisher fehlende Abschlüsse der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu KI-bezogenen Datenmanagement- und Datenanalysekompetenzen zu entwickeln. Zudem wird der neue Ansatz verfolgt, bereits erbrachte Prüfungsergebnisse auf spätere Abschlüsse anzurechnen. Dabei sollen erstmals systematisch KI-Lehrinhalte aus den Hochschulen in die hoheitliche berufliche Aus- und Weiterbildung eingebunden werden. Dies geschieht über adaptierte oder neugefasste digitale Module, für die eigens eine Lernsoftware entwickelt wird und die durch heterogene Lerngruppen unterstützt werden. Die Erprobung der neuen Prüfungsvorschriften, der digitalen Module und der Lernsoftware wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die neuen Abschlüsse auf Spezialisten- und Meister-Niveau werden zunächst in Baden-Württemberg erprobt und sollen anschließend bundesweit eingeführt werden.

Institute der Universität Stuttgart erarbeiten Kerninhalte

An der Universität Stuttgart arbeiten das Institut für Software Engineering und das Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung an den Kerninhalten des Projekts: den didaktischen Inhalten zu Künstlicher Intelligenz sowie der Entwicklung solcher Systeme und der adaptiven Lernsoftware. Die didaktischen Inhalte werden unter einer Open-Educational-Lizenz und die Lernsoftware unter einer Open-Source-Lizenz frei zur Verfügung gestellt. Die Entwicklung steht in enger Abstimmung mit der Berufsschule Balingen, damit die Ergebnisse in der Praxis anwendbar sind.

Zum Wettbewerb: Der Innovationswettbewerb „InnoVET“ ist Teil der Nationalen Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung. Akteure der beruflichen Bildung waren aufgerufen, Ideen zu einer innovativen beruflichen Aus- und Weiterbildung zu entwickeln. Aus den ursprünglich bundesweit 176 Projektideen wurden in einem harten Wettbewerb schließlich 17 Vorhaben zur Förderung ausgewählt.

Prof. Stefan Wagner, Universität Stuttgart, Institut für Software Engineering, Tel.: +49 (0)711/685 88455, E-Mail
Prof. Thang Vu, Universität Stuttgart, Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung, +49 (0)711/685 81372, E-Mail 

Pressekontakt

Dieses Bild zeigt  Andrea Mayer-Grenu
 

Andrea Mayer-Grenu

Wissenschaftsreferentin, Forschungspublikationen

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