Presseinfo 31:  Copyright:

Datum: 12. Mai 2016, Nr. 31

DAAD fördert Projekte zur Integration von Flüchtlingen an der Universität Stuttgart

Engagement für Geflüchtete

Auf eine Sprachpatin bzw. einen Sprachpaten kamen sieben bis acht Interessenten – mehr, als aufgenommen werden konnten. So groß war der Andrang im Herbst 2015 auf das Projekt „Sprachpaten für Flüchtlinge“ der germanistischen Abteilungen in Literatur­wissenschaft und Linguistik. Künftig wird es mit drei anderen Initiativen aus dem „Welcome Campus“ an der Universität Stuttgart vom Deut­schen Akademischen Austausch­diensts (DAAD) gefördert.

 

Rektor Prof. Wolfram Ressel bedankte sich bei allen, die sich an der Universität Stuttgart bei der akademischen, kulturellen und sozialen Integration von Flüchtlingen engagieren, und gratulierte für die Anerkennung. „Dass der DAAD die Projekte der Universität Stuttgart öffentlich fördert und diese beispielhaft auf der Homepage vorstellt, freut mich sehr, da es die Erfolge sämtlicher Beteiligten – von studentischer, akademischer und Verwaltungsseite – auch nach außen anerkennt und belohnt.“

 

Hohes Engagement, großer Erfolg

Die Sprachpatenschaft gibt es seit dem Wintersemester. Den Anstoß hatten Dr. Marcus Willand, Yvonne Zimmermann und Fabian Dirscherl gegeben. Mindestens 90 Minuten in der Woche begleiten studentische Sprachpatinnen und -paten nun Flüchtlinge beim Deutschlernen. Zwar setzen auch die Organisatorinnen und Organisatoren viel Zeit und Energie ein; die ungebrochen starke Nachfrage, nun 120 Teilnehmende und 35 betreuende Studierende machen aber personelle Unterstützung, wie es der DAAD ermöglicht, dringend nötig.

 

„Die Geflüchteten haben ein unglaublich großes Bedürfnis danach, mit Studierenden in Kontakt zu kommen“, so Martina Widon, die das Projekt seitens des Sprachenzentrums begleitet. „Vom zweiten Tag ihrer Ankunft an sitzen sie hier viele Stunden täglich in den Bibliotheken und lernen, um möglichst schnell Anschluss zu finden“, hat Willand beobachtet. Auch die Studierenden profitierten, viele hätten sich mit ihren gewonnenen Erfahrungen für das Erweiterungskurrikulum „Deutsch als Fremdsprache lehren lernen“ angemeldet. Prof. Daniel Hole, Leiter der Abteilung Germanistik am Institut für Linguistik, konnte über das Sprachpatenprojekt einen neuen Mitarbeiter gewinnen. Der Syrer Hayyan Al Ebrahim forscht nun dank Stipendium in einem DFG-geförderten Sonderforschungsbereich.

 (c)
Raum für Begegnungen bietet das Sprachpatenprojekt. Foto: Thomas Bernhard

Sechs Hilfskraftstellen an Universität Stuttgart gefördert

Auch drei weiteren Projekte der Universität Stuttgart für Flüchtlinge, die im Rahmen des Welcome Campus koordiniert werden, können sich über Hilfskraftstellen freuen: das Projekt „Gespräche über Demokratie“, ein politischer Debattierkreis; der „Begegnungsraum“, den Studierende und Mit­arbeitende der Fakultät Architektur und Stadtplanung zusammen mit Flüchtlingen in Unterkünften gestalten sowie der „Freundeskreis Flücht­linge“ des internationalen Mentoringprogramms. Der DAAD leistet die Unter­stützung im Rahmen des Programms „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“, das Geflüchteten die Möglichkeit zum Studium eröffnen soll, mit Mitteln des Bundes­mini­steriums für Bildung und Forschung. Die insgesamt sechs stu­dentischen Hilfs­kräfte können Tutorien oder Mentoring anbieten, Infomaterialien erstellen oder mit Übersetzungen und Sprachbegleitung helfen.

Nina Jürgens, die im Rahmen von Welcome Campus mit der Koordination der Initiativen betraut ist, äußert sich glücklich über die Förderung: „Das bringt neuen Schwung in unsere Projekte – denn man will ja immer viel machen, aber meistens hat man nicht genügend Kapazität.“

 

Fotoausstellung dokumentiert die Entwicklung

Das Sprachpatenschaft-Projekt begleitet der Fotograf Thomas Bern­hardt. Vom ersten Kennenlernen über einzelne Lernsitzungen, der Weihnachtsfeier bis zum Se­mesterende hielt er Gespräche, Begeg­nun­gen, Erkenntnisse doku­men­tarisch fest­. Die entstandenen Schwarzweiß-Foto­grafien sind in eine kleine Ausstellung geflossen. Auf dem Flur der Neueren Deutschen Literatur II im Stockwerk 2b des Kollegiengebäudes K II (Keplerstraße 17) können interessierte Besucherinnen und Besucher Einblicke in den Werdegang des Projekts und seiner Beteiligten nehmen.

 

Weitere Informationen:

Nina Jürgens, T 0711 685-83467, E-Mail

Dr. Marcus Willand, T 0711 685-82784, E-Mail

 

Kontakt

Ulrich Fries, Hochschulkommunikation, T 0711 685-82173, E-Mail

 (c)
Mit viel Engagement sind alle Beteiligten dabei. Foto: Thomas Bernhard