Aktiver Asteroid. Ähnliche Bilder hoffen die Wissenschaftler, auch von 3200 Phaeton zu erhalten. Aktiver Asteorid. Ähnliche Bilder hoffen die Wissenschaftler, auch von 3200 Phaeton zu erhalten.

20. November 2017 /

Neuer Blick auf aktive Asteroiden

Universität Stuttgart entwickelt Staubteleskop für Weltraummission Destiny+
[Bild: everythingselectric.com]

„3200 Phaethon“, benannt nach dem Bruder des Sonnengottes Helios, ist ein nur fünf Kilometer großer Asteroid, der die Sonne umkreist und ihr dabei ziemlich nahe kommt. Der Kleinplanet ist das Ziel von Destiny+, einer japanisch-deutschen Mission zur Demonstration innovativer Technologien im interplanetaren Weltraum. Das wichtigste wissenschaftliche Instrument der Mission, das Staubteleskop Destiny Dust Analyser (DDA), wird an der Universität Stuttgart entwickelt.

Im Rahmen von Destiny+ (Demonstration and Experiment of Space Technology for Interplanetary Voyage) soll 3200 Phaethon in geringer Entfernung überflogen und mit hochauflösenden Kameras untersucht werden. In dieser Phase wird das Staubteleskop DDA die Zusammensetzung der Mikropartikel aus dem Inneren des aktiven Asteroiden analysieren. Zunächst wird jedoch während einer vierjährigen interplanetaren Reise bei einem Abstand von ungefähr 150 Millionen Kilometern von der Sonne kosmischer Staub charakterisiert. Damit ist DDA das wichtigste wissenschaftliche Instrument der Mission.

Phaethon zählt zu den wenigen bekannten aktiven Asteroiden und hat seinen sonnennächsten Punkt bei “nur” 21 Millionen Kilometern. So konnte vor wenigen Jahren nachgewiesen werden, dass dieser Kleinplanet, ähnlich wie Kometen, in Sonnennähe Staub abgibt.

Die Messungen mit dem DDA erlauben es, auf der Basis von massenspektrometrischen Untersuchungen neue Erkenntnisse über den Aufbau und die Zusammensetzung von Asteroiden sowie interplanetarer und interstellarer Staubpartikel zu gewinnen. Zudem hoffen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mehr über die Bildung und Evolution unseres Sonnensystems zu erfahren. Die Staubastronomie mit Destiny+ stellt somit eine Brücke zwischen der Astrophysik und den Planetenwissenschaften dar.

Das Staubteleskop DDA wird unter der Leitung von Dr. Ralf Srama am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart entwickelt und vom DLR Raumfahrtmanagement mit Geldern des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Nachdem Deutschland in den letzten Jahren wichtige Kompetenzen insbesondere bei dem Projekt Cosmic-Dust-Analyzer (CDA) der Cassini Mission gewinnen konnte, ist das Staubteleskop das nächste bedeutende Projekt der Universität Stuttgart im Bereich der Weltraumsensorik und Staubastronomie.

Kontakt
Dr. Ralf Srama, Universität Stuttgart, Institut für Raumfahrtsysteme, Tel. +49 711 6856 2511, E-Mail srama@irs.uni-stuttgart.de