Verkabelte Hand, mit der ein Experiment durchgeführt wird.

11. Mai 2021

Kooperation mit der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher

Universität Stuttgart fördert Schülerinnen und Schüler im MINT-Bereich
[Bild: Initiative junge Forscher]

Seit Januar 2021 arbeitet die Universität Stuttgart mit der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF) zusammen. Die IJF engagiert sich für die Förderung von Kindern und Jugendlichen in der MINT-Bildung. Sie organisiert Schulbesuche und Fortbildungen für Lehrkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. 

„Als sich die IJF bei uns in Vaihingen vorgestellt hat, stellte sich heraus, dass wir auf dem Gebiet der MINT-Förderung und -Begeisterung in sehr ähnliche Richtungen gehen“, erzählt Ronny Nawrodt, Professor für Physik und ihre Didaktik. Da die Initiative weiter in Baden-Württemberg expandieren möchte, suchte sie nach einem Partner, mit dem sie langfristig zusammenarbeiten und Aktivitäten koordinieren kann. „Die Universität Stuttgart ist ein Leuchtturm in der MINT-Bildung in Baden-Württemberg. Wir bringen durch unsere Ausbildung von Studierenden im MINT-Bereich, aber auch im Lehramt, interessante Strukturen für die IJF mit“, sagt Prof. Hansgeorg Binz, Prorektor für Lehre und Weiterbildung. Auch die Universität profitiert von der IJF, da die Bildungsinitiative mit ihren Angeboten eine Plattform für die Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrkräften bietet.

MINT-Themen nachhaltig verankern

Ziel ist es, eine gute MINT-Bildung nachhaltig im deutschen Schulsystem zu verankern und Jugendliche frühzeitig mit MINT-Berufen in Kontakt zu bringen. Praktische Projektarbeiten sollen Schüler*innen für MINT-Themen begeistern. Parallel findet eine nachhaltig angelegte Weiter- und Fortbildungskampagne für Lehrkräfte statt. Diese besteht abwechselnd aus Workshops und realen Praxisphasen mit Schüler*innen an der eigenen Schule. Christoph Petschenka, Geschäftsführer der IJF, sagt hierzu: „Unsere Naturwissenschaftler*innen sensibilisieren Lehrkräfte für moderne MINT-Bildung und motivieren sie, anhand toller Praxisbeispiele ihren Unterricht anzureichern.“

Praxiserfahrung für Studierende in Lehrämtern

Zu Beginn ist die Zusammenarbeit mit den Lehramtsfächern von großem Interesse, da hier Studierende frühzeitig praktische Erfahrungen machen können. Die IJF bietet Studierenden auch Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter*innen an. So können sie Teil des Teams in den Schulen werden. „Es gibt tolle Forschung in Stuttgart, die man in geeigneter Form für den MINT-Lernkreislauf der IJF und die damit verbundenen zyklischen Weiterbildungen ausarbeiten kann“, betont Nawrodt. Eine parallele Begleitung der Aktivitäten durch die Bildungsforscher*innen ist für ihn ebenfalls eine wichtige Komponente. Beide Akteure freuen sich auf weitere Kooperationsprojekte, die in Zukunft ausgebaut werden sollen und allen Institutionen innerhalb der Universität zur Verfügung stehen.

Jugendliche lernen Informationstechnik durch Therapiespiel

Das erste Projekt startet im Herbst 2021. Es soll um gemeinsame Arbeiten zur Informationstechnik im Unterricht gehen. Schüler*innen ab der achten Klasse lernen dabei in Form einer kleinen Projektarbeit die Grundlagen von Sensorik und Mikrocontrollern, sowie deren Programmierung und Ablaufsteuerungen kennen. Angedacht ist ein sogenanntes Therapiespiel. Eine fiktive kranke Person soll durch gezielte physiotherapeutische Übungen die Motorik verbessern und festigen. Dabei müssen die Jugendlichen Programmabläufe entwickeln und umsetzen, die Abläufe bei Patient*innen aufrufen und prüfen, ob er oder sie richtig reagiert hat. Die Schüler*innen können in weiten Teilen kreativ arbeiten, finden aber auch in Diskussions- und Auswertungsrunden zusammen und präsentieren ihre Gedanken und Ergebnisse. „Es ist immer wieder faszinierend, welche Ideen die Jugendlichen bei der Programmierung der Therapiespiele haben und wie sie diese mit der Programmiersprache Scratch und einem selbst gestalteten Eingabegerät umsetzen“, so Pascal Hauser, Projektleiter bei der IJF. Sie üben alle Stufen der Entwicklung: von der Projektidee, über die Durchführung bis hin zur Umsetzung.

Kontakt
Ronny Nawrodt, Professor für Physik und ihre Didaktik, 5. Physikalisches Institut; E-Mail: r.nawrodt@physik.uni-stuttgart.de Tel.: +49 711 685-67465
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