Fassade Texoversum Fassade Texoversum

27. Juli 2020

Innovative Faserverbundbauweise wird erstmals praktisch umgesetzt

Die Forschung an neuartigen Faserverbundbauweisen am Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) sowie am Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen der Universität Stuttgart hält - aufgrund des Wettbewerbserfolgs für das Ausbildungs- und Innovationszentrums Texoversum in Reutlingen - Einzug in die architektonische Praxis.
[Bild: Allmann Sattler Wappner Architekten, Menges Scheffler Architekten; Jan Knippers Ingenieure]

Auf dem Campus der Hochschule Reutlingen entsteht das Texoversum, ein Lehr-, Forschungs- und Innovationszentrum für die Querschnittstechnologie Textil. Das architektonische Konzept basiert auf einer vielfältigen Auseinandersetzung mit dem Thema textiles Bauen. So spiegelt sich das Entwurfsthema sowohl strukturell in der internen Verwebung der Funktionen wieder als auch in der indentitätsstiftenden repräsentativen Gebäudehülle. Die einzigartige, erstmalig so umgesetzte Fassade aus Kohlenstoff- und Glasfasern repräsentiert die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit faserbasierter Werkstoffe und textiler Techniken.

In einem an den Instituten ICD, unter der Leitung von Professor Achim Menges, und ITKE, unter der Leitung von Professor Jan Knippers, entwickelten robotischen Wickelprozess, kann jedes einzelne Fassadenelement individuell an die Erfordernisse der Nutzung angepasst werden. Ausgehend von drei Basismodulen transformieren sich die Elemente entsprechend dem Sonnenverlauf und bilden ein einzigartiges, vielschichtiges Erscheinungsbild.

Die Elemente sind komplett selbsttragend und benötigen keine unterstützende Tragstruktur. Ihre versetzte Anordnung erlaubt freie Durchblicke. Neben funktionalen Anforderungen der Absturzsicherung und des außenliegenden Sonnenschutzes erfüllt die Fassade ästhetische und repräsentative Ansprüche und schafft ein identitätsstiftendes Gebäude als Impulsgeber für die Technologie Textil. Hergestellt wird die Fassade von der Firma FibR GmbH, einer Ausgründung aus der Universität Stuttgart.

Die Architektur- und Ingenieurbüros Allmann Sattler Wappner Architekten, Menges Scheffler Architekten und Jan Knippers Ingenieure sind als Team für den Entwurf verantwortlich. Sie wurden in einem Gutachterverfahren mit dem ersten Preis ausgezeichnet und anschließend mit der Realisierung des Gebäudes beauftragt, das fast 3.000 Quadratmeter Fläche für unterschiedliche Nutzergruppen umfasst.

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