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30. Oktober 2019

Große Demo und Kundgebung für Hochschulfinanzierung

No Science no future – Tausende Studierende, Beschäftigte und Rektoren baden-württembergischer Hochschulen sind der Aufforderung der Studierendenvertretungen gefolgt und haben am 30. Oktober 2019 beim landesweiten Aktionstag zum Thema Hochschulfinanzierung ihrer Forderung nach einer besseren Finanzierung der Hochschulen mit Trillerpfeifen, Rasseln, Trommeln und Sprechchören lauthals Gehör verschafft.

Anlass waren die aktuellen Verhandlungen über den Hochschulfinanzierungsvertrag 2021 bis 2025, bei dem sich noch kein befriedigendes Ergebnis abzeichnet. Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart: „Die Hochschulen brauchen deutlich mehr Geld für die Sicherung ihres exzellenten Ausbildungsniveaus“.

2013 war aufgrund des Zuwachses an Studierenden unter anderem durch die Doppelabiturjahrgänge ein Hochschulfinanzierungspakt erarbeitet worden, der die Mehrausgaben bis 2020 finanzieren sollte. Anders als erwartet hat sich die Zahl der Studierenden aber auf dem deutlich höheren Niveau eingependelt – und damit dauerhaft den finanziellen Mehrbedarf begründet, der jetzt im Vertrag umgesetzt werden muss. „Universitäten stärken die Wettbewerbsfähigkeit und sind die Voraussetzung für eine nachhaltige Zukunft“, stellt der Rektor klar. Das Angebot der Landesregierung reiche bei weitem nicht aus, um im bisherigen Umfang hochqualifizierten Nachwuchs auszubilden, damit das Land auch in den kommenden Jahrzehnten ein Hochtechnologstandort und damit wettbewerbsfähig bleibt. „Die Unterfinanzierung der Hochschulen schwächt die Wirtschaft und die Zukunft Baden-Württembergs“, so Ressel. Auch die Konsequenz, wenn die Landesregierung nicht reagiere, zeigte er auf: „Wir werden mit hoher Sicherheit Kürzungen beispielsweise beim MINT-Kolleg und anderen Angeboten für Studienanfänger durchführen müssen.“ Neben der Steigerung der Grundfinanzierung um jährlich drei Prozent sehen die Hochschulrektoren des Landes einen Zusatzbedarf von 450 Millionen Euro jährlich.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zeigte Verständnis für den Protest der Studierenden. „Es ist gut, dass sich die Studierenden für ihre Angelegenheiten einsetzen, dazu gehört auch eine angemessene Finanzierung der Hochschulen.“ Zudem verwies sie auf die finanziellen Rahmenbedingungen des Landeshaushalts. Bauer stellte in Aussicht, sich für die Forderung einzusetzen, aus den Strafzahlungen der Automobilindustrie einen zusätzlichen finanziellen Beitrag zur Grundfinanzierung zu leisten.

Prof. Wolfram Ressel bedankte sich für das Engagement der Studierenden und Beschäftigten der Universität Stuttgart
Prof. Wolfram Ressel bedankte sich für das Engagement der Studierenden und Beschäftigten der Universität Stuttgart
[Bild: Uni Stuttgart/Max Kovalenko]
Allein in Stuttgart demonstrierten rund 1000 Studierende und Beschäftigte der Hochschulen.
Allein in Stuttgart demonstrierten rund 1000 Studierende und Beschäftigte der Hochschulen.
[Bild: Uni Stuttgart/Max Kovalenko]
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