„Mir ist es ein Anliegen, jungen Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, etwas weiterzugeben“, sagt Prof. Peter Post. Er war lange Zeit Leiter von Forschung und Innovationsmanagement bei der Festo SE & Co. KG und bis zum Eintritt in die passive Altersteilzeit als Corporate Technology Advisor tätig. Zudem war er Mitglied im Wissenschaftsrat, dem wissenschaftspolitischen Beratungsgremium der Bundesregierung und der Länder.
Seit einem halben Jahr engagiert er sich als Gruppen-Mentor im ExploreScience Gruppen-Mentoring Programm. Er sei mit viel Freude dabei, berichtet Post. Seine Gruppe besteht aus acht Doktorand*innen unterschiedlicher Fachrichtungen. Einer davon ist Jonathan Kießling, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design der Universität Stuttgart. „Ich stecke mitten in meiner Promotion. Natürlich stellt sich da auch die Frage, wo es hinterher beruflich hingehen soll. Dass ich mir da etwas von Peters Lebenserfahrung abgreifen kann, finde ich super.“ Auch fachlich profitiert Maschinenbauingenieur Kießling von dem Austausch: „Pneumatik spielt bei meiner Forschung eine große Rolle – ein Gebiet, auf dem auch Festo tätig ist. Ich beschäftige mich mit Handgriffen, die mit einem speziellen 3D-Verfahren gedruckt werden. Die Griffe können ihre Form verändern und passen sich an die Hände, die sie bedienen, an. Das könnte zukünftig zum Beispiel Patient*innen das Leben erleichtern, die auf einen Rollator angewiesen sind, aber wenig Kraft in den Fingern haben, um die Griffe zu betätigen.“
Peter Posts und Jonathan Kießlings Mentoring-Gruppe trifft sich ein halbes Jahr lang in regelmäßigem Rhythmus. „Beim ersten Treffen haben wir gemeinsam Interessen abgeklärt. Daraus haben sich Themen für die weiteren Treffen präzisiert“, sagt Post. Von Karriere-Skills und Karriere-Zielen über die Rollenverteilung in Teams bis hin zu Vorstellungsgesprächen und Gehaltsstrukturen reichten die Gesprächsthemen bisher. Auch ein Besuchstermin bei Festo stand auf dem Programm. Post lud Kolleg*innen von Festo ein, über ihre Karrierewege als promovierte Ingenieur*innen berichteten. „Für mich war es faszinierend zu sehen, wie vielfältig die Berufsbilder in der Praxis sind“, sagt Doktorand Kießling. „Mentoring gibt den Mentees die Möglichkeit, über den eigenen beruflichen Tellerrand zu schauen. Dieser Weitblick bleibt ein ganzes Berufsleben lang wichtig“, so Post.
Mentor: Prof. Peter Post. Post, ehemals Corporate Technology Advisor bei Festo und Mitglied im Wissenschaftsrat.
Mentee: Jonathan Kießling, Akademischer Mitarbeiter am Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design der Universität Stuttgart
[Foto: Universität Stuttgart]