1 Jahr nach der Flutkatastrophe – Wissenschaft und Politik im Dialog

22. Juni 2022

Was haben wir aus der Hochwasserkatastrophe und dem Wiederaufbau gelernt? - 10 Empfehlungen

Wetterextreme wie Hochwasser und Starkregen werden infolge des Klimawandels künftig häufiger und heftiger. Auch die massiven Schäden der Flutereignisse vor rund einem Jahr im Ahrtal (Rheinland-Pfalz) sowie in Teilen von NRW verdeutlichen, dass der reine Wiederaufbau der alten Strukturen nicht hinreichend ist.

Hierbei unterstützt das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt KAHR (www.hochwasser-kahr.de) die betroffenen Regionen und verschiedene Akteure. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 13 Instituten aus ganz Deutschland arbeiten dabei eng mit Entscheidungsträgern vor Ort zusammen und schaffen für diese ein Beratungsangebot. Das Projekt wird von der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Jörn Birkmann, Leiter des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung koordiniert. In diesem Kontext veranstaltet das KAHR Projekt einen Dialog mit Vertreter*innen der zuständigen Landesministerien, der Kommunal- und Kreispolitik sowie Forscher*innen, die sich mit diesen Fragen im Ahrtal befassen.

Zehn Empfehlungen für einen klimaresilienten und vorsorgenden Wieder- und Neuaufbau

Neben der Vorstellung der ersten Befunde aus der wissenschaftlichen Begleitung des Wiederaufbaus geht es auch insbesondere um die Diskussion von zehn Empfehlungen für einen klimaresilienten und vorsorgenden Wieder- und Neuaufbau. Hierbei sollen sowohl Chancen als auch Hemmnisse beleuchtet werden. So lautet eine Empfehlung der Wissenschaftler*innen, die zur Diskussion gestellt wird, dass die sensiblen und kritischen Infrastrukturen auch hinter den gesetzlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten einen höheren Schutzstandard benötigen.

Auch sind Herausforderungen damit verbunden, dass zahlreiche Betroffene nur den Schaden bzw. einen Teil des Schadens ersetzt bekommen, aber eigentlich sollte es beim Wiederaufbau auch um bessere Standards und Innovationen für den vorsorgenden Hochwasserschutz und die Klimaresilienz sowie Klimaanpassung gehen. In Bezug auf die öffentliche Infrastruktur stellt insbesondere der hochwasserangepasste Wiederaufbau der vielen zerstörten Brücken eine Herausforderung dar, welche auch im KAHR Projekt adressiert wird.

Befragung bei Haushalten im Ahrtal

Des Weiteren stellt sich die Frage, woran man eigentlich die Effektivität und die Umsetzbarkeit von Vorsorge- und Schutzmaßnahmen konkret festmachen kann. Hierzu führt das KAHR Projekt aktuell eine größere Befragung bei etwa 5000 Haushalten im Ahrtal durch, um auch die Perspektiven betroffener Haushalte genauer zu erfassen und zu prüfen, welche Faktoren, die Bereitschaft und Möglichkeit zur Vorsorge beeinflussen.

Pressegespräch am 29. Juni 2022

Damit diese Themen frühzeitig auch im Dialog mit der Politik thematisiert werden, veranstaltet das KAHR Projekt in enger Kooperation mit dem Landkreis Ahrweiler am 29. Juni 2022 den Wissenschaft-Politik Dialog mit über 100 Teilnehmer*innen in Remagen in der Rheinhalle ab 17 Uhr. Vorab findet ein Pressegespräch um 16 Uhr (53424 Remagen, Rheinhalle (Goethestraße 25)) mit Expert*innen und politischen Entscheidungsträger*innen statt. 

Fachlicher Kontakt:

Prof. Jörn Birkmann, Universität Stuttgart, Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung, Tel. +49 (0)711 685-66333, joern.birkmann@ireus.uni-stuttgart.de

Prof. Holger Schüttrumpf, RWTH Aachen University, Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft, Tel. +49 (0)241 80 25262, schuettrumpf@iww.rwth-aachen.de

www.hochwasser-kahr.de

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