
Das Institut für Sozialwissenschaften setzt sich aus sechs Abteilungen zusammen, die im folgenden kurz beschrieben werden:

Diesen Fragen geht die Abteilung "Politische Systeme und Politische Soziologie" (SOWI-I) nach. Im Zentrum der Forschung stehen nationale und international vergleichende Umfragen. Sie dienen als Grundlage für Untersuchungen des Wählerverhaltens, der politischen und sozialen Beteiligung der Bürger und ihrer Einstellungen zur Politik (Demokratiezufriedenheit, politisches Vertrauen, politisches Interesse).
Im Mittelpunkt der Lehre stehen Theorien, Methoden und Themen der Vergleichenden Politikwissenschaft ("Comparative Politics") und der Politischen Soziologie. Die Lehrveranstaltungen der Abteilung beschäftigen sich mit politischen Institutionen (Regierung und Parlament), politischen Einstellungen, politischem Verhalten und politischen Prozessen (Wahlen, Regierungsbildung und Gesetzgebung).

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschung und Lehre der Abteilung "Politische Theorie und empirische Demokratieforschung" (SOWI II). Die Schwerpunkte der Forschung bestehen erstens in der Bestimmung von Kriterien einer guten Demokratie und der Beurteilung der heutigen Demokratien nach diesen Kriterien; zweitens in Analysen zur Identität und Legitimität der EU und drittens in vergleichenden Analysen der demokratischen Gemeinschaften weltweit.
In der Lehre werden die wichtigsten Demokratietheorien behandelt sowie Analysen der Leistungsfähigkeit der heutigen Demokratien. Dazu kommen Konzepte und Studien der politischen und demokratischen Gemeinschaft. Einen weiteren Schwerpunkt der Lehre stellen Theorien und empirische Analysen der Identität und Legitimität der EU dar.

Wer sich für solche Fragen interessiert, ist an der Abteilung für "Internationale Beziehungen und Europäische Integration" (SOWI III) genau richtig. Hier wird erforscht, wie sich die internationale Politik und die Europäische Union entwickeln. Nationalstaaten haben in der heutigen globalisierten Welt nur noch begrenzte politische Steuerungsmöglichkeiten – daher wird besonders auf die politische Rolle transnationaler Unternehmen eingegangen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die nachhaltige Entwicklung und die politischen Auswirkungen des Erstarkens von China und Indien.
Die Vorlesungen und Seminare der Abteilung beschäftigen sich unter anderem mit der Global Governance, der internationalen Umwelt- und Sozialpolitik und der globalen politischen Ökonomie. Weitere wichtige Themen sind das Regieren im europäischen Mehrebenensystem, die Rolle Chinas und Indiens in der Weltpolitik und Theorien und Methoden der Internationalen Beziehungen.

Die Studierenden lernen an der Abteilung für "Soziologie und empirische Sozialforschung" (SOWI-IV) die modernen Theorien der Sozialwissenschaften kennen, vor allem Handlungs- und Systemtheorien. Sie erfahren, in welcher Weise Sozialstrukturanalysen der Gegenwartsgesellschaft durchgeführt werden, wie soziale Einstellungen und Verhaltensweisen gemessen werden, und mit welchen Verfahren sozialwissenschaftliche Daten erhoben und statistisch-computergestützt ausgewertet werden.
Die Forschung konzentriert sich unter anderem auf die Struktur und Dynamik von sozialen Einstellungen und auf den Zusammenhang zwischen sozialen Einstellungen und sozialen Handlungen. Forschungsprojekte der letzten Jahre haben beispielsweise die Ursachen und die Entstehung sexueller Gewalt sowie die symbolischen und handlungsbezogenen Strukturen von italienischen Migrantenkulturen untersucht. Auch werden statistische Modelle zur Erforschung von sozialen Prozessen (z.B. von Sozialisationsdynamiken) entwickelt.

Das erforschen die Arbeiten und Aktivitäten der Abteilung für "Technik- und Umweltsoziologie" (SOWI V). Die Forschungstätigkeiten sind vor allem darauf ausgerichtet, Chancen und Risiken der Entwicklung und des Einsatzes von Techniken aufzuzeigen und Entscheidungsoptionen im gesellschaftlichen Diskurs zu verdeutlichen.
Dabei geht es zum einen um eine nachhaltige Technik, Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung und die Entwicklung von Kriterien und Indikatoren zur Messung und zum Monitoring von ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Formen der technischen Entwicklung. Zum anderen erforscht das Institut das Risiko durch Globalisierung und Vernetzung mit Schwerpunkten auf Umwelt-, Klima- und Gesundheitsrisiken. Der dritte Bereich erforscht die Wissensökonomie und ihre Bedeutung für eine nachhaltige Gestaltung der Technikchancen und der gesellschaftlichen Modernisierung.
Zur Abteilung V gehören der interdisziplinäre Forschungsschwerpunkt Risiko und nachhaltige Technikentwicklung am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung (ZIRN) sowie das gemeinnützige Forschungsinstitut DIALOGIK gGmbH. Auch der wissenschaftliche Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Baden-Württemberg wird von der Abteilung betreut.

Wie, in welchen sozialen Prozessen und Zusammenhängen entstehen neue Technologien? Wer nimmt welchen Einfluss auf Technisierungs- und Innovationsprozesse? Und umgekehrt: Welchen Stellenwert hat Technik in modernen Gesellschaften? Wie, auf welche Weise prägen und verändern neue Technologien soziale Zusammenhänge – ökonomische Strukturen, politische Ordnungen, Lebensstile und Konsummuster, Organisationsstrukturen usw.?
it diesen Fragen beschäftigen wir uns in der Abteilung für ‚Organisationssoziologie und Innovationsforschung’ (SOWI VI). Drei Themenfelder stehen im Zentrum unserer Forschung. Erstens die Untersuchung des Wandels von Wirtschaftssektoren durch neue Technologien. Ein sehr aktuelles Beispiel dafür sind die Veränderungen der Musikindustrie (und anderer Mediensektoren) durch das Internet. Ein zweiter Schwerpunkt befasst sich mit der Frage, welche Rolle nicht-organisierte Akteure bei der Entwicklung und eigenwilligen (Um-)Nutzung neuer Technologien spielen. Das können zum Beispiel Bürger und Konsumenten sein, die eine neue Technik mehrheitlich ablehnen – wie etwa Gentechnik in Lebensmitteln. Das können aber auch Hacker, File Sharer, Technikfreaks und –communities sein, die ohne Organisationshintergrund und kommerzielle Interessen neue Techniken unkonventionell nutzen und weiterentwickeln. In einem dritten Schwerpunkt werden die Gründe für Netzwerkversagen untersucht. Ähnlich wie im Fall von Fusionen und Akquisitionen ist die Misserfolgsrate von Kooperationen und Netzwerken vor allem in neuen Hochtechnologiesektoren überraschend hoch. Warum scheitern Kooperationen und Netzwerke so oft, warum wird trotzdem intensiv kooperiert und unter welchen Bedingungen können Kooperationen funktionieren?