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Aktuelles EPG-Angebot

EPG I-Veranstaltungen

Die regulären  EPG-I-Veranstaltungen mit dem Titel „Grundkurs Ethik“ finden im WiSe 2017/18 als sechs parallele Blockveranstaltungen („Grundkurs Ethik B“ bis "G“) Ende Februar 2018 statt. Daneben wird es auch einen wöchentlich stattfindenden Kurs („Grundkurs Ethik A“) in der Vorlesungszeit des Wintersemesters geben, der grundsätzlich für diejenigen gedacht ist, die aus wichtigen Gründen nicht an den Blockveranstaltungen teilnehmen können (z. B. wegen Auslandsaufenthalten, oder bei Examenskandidaten kurz vor der Anmeldung etc.). Bitte gesonderte Anmeldung für den Grundkurs Ethik A unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de. 

Termine für die Grundkurse Ethik (EPG I) im WiSe 2017/18

Wöchentliche Veranstaltung während des WiSe 2017/18:

Andreas Luckner 
Grundkurs Ethik A 
Mittwoch, 09:45 - 11:15 Uhr 
Raum: M 17.71
Bitte Anmeldung unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de

 

Blockveranstaltungen:

Zentrale, obligatorische Einführungsveranstaltung für die Grundkurse Ethik B - G 
Mittwoch, 24. Januar 2018, 18:00 - 20:00 Uhr, Raum: M 2.02.

Sebastian Ostritsch 
Grundkurs Ethik B 
Block: 19. 02. - 22. 02. 2018; Mo. 14:00-17:15 Uhr, Di. u. Mi. 9:45-17:15 Uhr, Do. 9:45-13:00 Uhr 
Raum: N.N. (Klausur: Do, 01. 03. 2018, 14:00-15:30 Uhr, Raum N. N.)

Michael Weingarten
Grundkurs Ethik C 
Block: 19. 02. - 22. 02. 2018; Mo. 14:00-17:15 Uhr, Di. u. Mi. 9:45-17:15 Uhr, Do. 9:45-13:00 Uhr 
Raum: N. N. (Klausur: Do, 01. 03. 2018, 14:00-15:30 Uhr, Raum N. N. )  

Sebastian Stein
Grundkurs Ethik D 
Block: 19. 02. - 22. 02. 2018; Mo. 14:00-17:15 Uhr, Di. u. Mi. 9:45-17:15 Uhr, Do. 9:45-13:00 Uhr 
Raum: N.N. (Klausur: Do, 01. 03. 2018, 14:00-15:30 Uhr, Raum N. N.)

Michael Weingarten
Grundkurs Ethik E 
Block: 26. 02. - 01. 03. 2018; Mo. 14:00-17:15 Uhr, Di. u. Mi. 9:45-17:15 Uhr, Do. 9:45-13:00 Uhr 
Raum: N. N. (Klausur: Mi, 07. 03. 2018, 14:00-15:30 Uhr, Raum N. N.)

Sebastian Ostritsch 
Grundkurs Ethik F 
Block: 26. 02. - 01. 03. 2018; Mo. 14:00-17:15 Uhr, Di. u. Mi. 9:45-17:15 Uhr, Do. 9:45-13:00 Uhr 
Raum: N.N. (Klausur: Mi, 07. 03. 2018, 14:00-15:30 Uhr, Raum N. N.)

Andreas Luckner 
Grundkurs Ethik G 
Block: 26. 02. - 01. 03. 2018; Mo. 14:00-17:15 Uhr, Di. u. Mi. 9:45-17:15 Uhr, Do. 9:45-13:00 Uhr 
Raum: N. N. (Klausur: Mi, 07. 03. 2018, 14:00-15:30 Uhr, Raum N. N.)

Alle Räume werden rechtzeitig über die EPG-Homepage des Instituts für Philosophie bekannt gegeben. 

Die das Modul ‚EPG I’ betreffende Lehrveranstaltung ‚Grundkurs Ethik’ gibt eine Einführung in die Grundbegriffe und Grundprobleme der philosophischen Ethik. Leitende Fragen des Kurses sind: Was heißt es, sich im Leben und Handeln zu orientieren? Welchen Normen und Normarten unterstellen wir uns dabei? Was sind moralische Konflikte und ethische Probleme? Können solche Konflikte und Probleme ‚gelöst’ werden, und wenn ja: Kann man dabei vorgehen, wie bei einem theoretischen oder technischen Problem? Was kann normative Ethik leisten, was nicht? Wo findet sie Anwendungsgebiete? Warum überhaupt moralisch sein? Was heißt das eigentlich? Im zweiten Teil sollen die Kursteilnehmer klassische Positionen der Ethik, u.a. Aristoteles und andere Tugendethiken, den Utilitarismus und die Moralphilosophie Kants kennen lernen und damit historisch und systematisch eine Übersicht über die philosophische Disziplin der Ethik gewinnen.

Anmeldung zu den Grundkursen Ethik ab Anfang Oktober 2017 auf ILIAS.

   

EPG II-Veranstaltungen

Es werden im Wintersemester 2017/18 insgesamt 10 EPG II-Seminare angeboten. (Zur Erläuterung: In den Sommersemestern werden vermehrt EPG II-Veranstaltungen angeboten, in den Wintersemestern vermehrt EPG I-Veranstaltungen). Einige der Veranstaltungen sind zulassungsbeschränkt, bitte berücksichtigen Sie die evtl. jeweils bei den Seminaren angegebenen Erläuterungen zu Anmeldung etc. 
Die Veranstaltungen beginnen, sofern nicht anders angegeben, in der ersten Woche der Vorlesungszeit ab dem 17. 10. 2016. Zumeist finden die Veranstaltungen auf dem Campus Stadtmitte statt (Keplerstr. 11 bzw. 17), einige davon aber auch im Institut für Philosophie, Seidenstr. 36, 3. OG.

 

Julius Alves
Aristoteles: Nikomachische Ethik
Blockveranstaltung in der vorlesungsfreien Zeit
Vorbesprechung und Festlegung der weiteren Termine:
Dienstag, 29. 11., 13 h im Raum M 36. 31 (Institut für Philosophie)

!!! Zulassungsbeschränkt für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!!

Wie führt man ein glückliches Leben und wie wird man ein guter Mensch? Eine berühmte Antwort auf diese Frage entwickelt Aristoteles in der wohl bedeutendsten seiner ethischen Schriften, der sogenannten Nikomachischen Ethik. Aristoteles versteht diese Frage vor allem als die Frage nach dem höchsten Gut, das allein um seiner selbst willen erstrebt wird, die Glückseligkeit. Da der Gehalt der Glückseligkeit sich aus der Natur des Menschen ableite (das berühmte ‚Ergon-Argument’), der Mensch aber das vernünftige Lebewesen ist, mache nur das kontemplative Leben mit seinen Tugenden der Vernunft und Weisheit im vollen Sinne glücklich. Wem dafür die Veranlagung fehlt, könne immerhin noch die von der Klugheit geleiteten ethischen Tugenden wie etwa Tapferkeit oder Besonnenheit erwerben, die stets im richtigen Maß zwischen zwei Extremen bestehen, und ein gutes praktisches Leben führen. Weitere Themengebiete sind eine Seelenlehre, der Zusammenhang der Tugenden mit Lust und Schmerz, die Bedeutung nicht seelischer Güter wie Freundschaft, Reichtum, Gesundheit und Schönheit für ein gutes Leben, und eine Rangordnung von Staatsformen. Literatur: Aristoteles, Die Nikomachische Ethik, griechisch-deutsch, übersetzt v. Olof Gigon, hg. v. Rainer Nickel, <Sammlung Tusculum>, Düsseldorf: Artemis & Winkler. (Falls Sie eine andere Übersetzung verwenden, achten Sie auf eine zitierfähige Ausgabe mit der Bekker-Zählung – die N.E. beginnt bei 1094a.)

 

Hauke Behrendt und Wulf Loh
Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit

Zeit: Dienstag, 17.30 - 20.00 h
Raum: M 17.13

!!! Zulassungsbeschränkt für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!!

Die gegenwärtige Digitalisierung moderner Gesellschaften wird vielfach in Art und Umfang als historisches Umbruchsereignis beschrieben, als „4. Revolution“ (Floridi). Der damit einhergehende soziale Wandel betrifft eine Vielzahl von Lebensbereichen, nicht zuletzt die Sphäre der Arbeitswelt. In diesem Seminar werden wir gegenwärtige wie in näherer Zukunft prognostizierte Digitalisierungsschübe in Bezug auf Erwerbsarbeit in den Blick nehmen und mögliche Konsequenzen für Quantität und Qualität, aber auch für den Wert von Erwerbsarbeit beleuchten. Dafür werden wir uns nicht nur mit dem Wert von Arbeit selbst beschäftigen, sondern auch mit der Frage, was gute Arbeit ausmacht. Einen wichtigen Aspekt bei der Frage nach der Zukunft der Erwerbsarbeit unter den Bedingungen der Digitalisierung wird im Seminar die Thematik des bedingungslosen Grundeinkommens spielen.
Literatur zur Einführung:
Floridi, Luciano, Die 4. Revolution; LaGrandeur/Hughes, Surviving the Machine Age, Van Parijs, Phillipe, Basic Income.

 

Frank Brosow/Andreas Luckner
Tugendethik
Zeit: Mittwoch, 14.00 - 15.30 h
Raum: erste Sitzung M 17.02, findet im wöchentlichen Wechsel auch statt
an der PH Ludwigsburg

!!! Zulassungsbeschränkt für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!!

Die Tugendethik gilt als dritte Hauptsäule der normativen Ethik, neben den deontologischen und konsequentialistischen (zumeist utilitaristischen) Moralphilosophien. Sie unterscheidet sich aber wesentlich von den letztgenannten Ethiktypen, da es in ihr nicht darum geht, zu begründen, was zu tun erlaubt bzw. ge- oder verboten ist, d. h. ein Normbegründungsverfahren bereit zu stellen, sondern vielmehr die Frage zu beantworten, was für ein gutes bzw. glückliches Leben notwendig bzw. hinreichend ist. Diese akteurszentrierte Fragestellung ist gleichwohl (schwach) normativ, insofern es hier um ethische Bewertungsmaßstäbe für personale Eigenschaften und Tätigkeiten geht und erfüllt eine wichtige positive Orientierungsfunktion, die von den modernen Moralphilosophien oft vernachlässigt wurde und in den letzten Jahrzehnten zu Recht wieder von Ethikern ins Spiel gebracht wurde.
Die moderne Tugendethik rekurriert vor allem auf das Modell der Tugendethik des Aristoteles. Dessen Konzeption in der Nikomachischen Ethik soll daher im Seminar in mehreren Sitzungen erarbeitet werden, bevor wir uns dann, im größeren zweiten Teil des Seminars verschiedenen Ansätzen und Spielarten der Modernen Tugendethik zuwenden werden (u. a. Texte von Elizabeth Anscombe, Philippa Foot, Alasdair MacIntyre, Michael Stocker, John McDowell etc.), bevor wir dann, im letzten Teil, die Kritik an der Tugendethik näher ins Auge fassen werden (u. a. Robert Louden, Christoph Halbig). Dieses Seminar findet in Kooperation mit der PH Ludwigsburg statt und wird alle zwei Wochen dort stattfinden.
Die Texte werden auf ILIAS bereitgestellt werden.

 

Sabine Metzger
Radical Enhancements and Human-Machine-Interfaces:
Transhumanism from the Perspective of Cultural Studies
Time: Wednesday, 14.00 - 15.30
Room: M 17.13

Committed to the improvement of the human condition, transhumanism is rooted in the humanism of Enlightenment with its focus on progress. At the same time, it exceeds classical humanist objectives of educational and cultural refinement by inquiring into the possibilities offered by technology to overcome human nature’s biological limitations. From a transhumanist point of view, “ enhancement” means a technologically mediated “radical enhancement” by means of genetics, robotics, and nanotechnology. While inseparably linked to emergent technologies’ impact on human nature, transhumanist thinking is multi- and interdisciplinary; it involves not only the natural sciences, but also the human sciences by addressing the social and ethical implications of post-biological bodies. In this course we will examine transhumanist key issues from the perspective of cultural studies and explore the boundary between man and machine as well as the status of cyborgs and inorganic others. We will focus on seminal transhumanist theorists, like Max More, Nick Bostrom, and Ray Kurzweil, and on contemporary thinkers, such as Donna Haraway, Rosi Braidotti, and Jürgen Habermas.
Required Texts: Texts will be made available in a reader

 

Catrin Misselhorn
Moralische Verantwortung
Zeit: Dienstag, 11.30 - 13.00 h
Raum: M 36.31 (Institut für Philosophie)
Beginn: 24.10.2017

!!! Zulassungsbeschränkt für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!!

Verantwortung ist nicht nur ein Schlüsselbegriff in der Ethik, sondern auch in unserer alltäglichen moralischen Praxis. Anhand von klassischen und zeitgenössischen philosophischen Texten diskutieren wir im Seminar, was Verantwortung ist, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit wir jemanden Verantwortung zuschreiben, und welche Rolle Verantwortung in unserer moralischen Praxis spielt. Einen besonderen Blick werfen wir darauf, welchen Einfluss technische Systeme (insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz) auf die Zuschreibung von Verantwortung besitzen, ob sie gar selbst Verantwortung übernehmen können und wie sich unsere moralische Praxis dadurch möglicherweise verändert.

 

Annette Ohme-Reinicke
Propaganda, Fake News und Manipulation –
eine Herausforderung für Bildung und Erziehung?
Zeit: Donnerstag, 11.30 - 13.00 h
Raum: M 36.31

Eine grundlegende Aufgabe unserer Erziehungseinrichtungen ist die Befähigung zu unabhängiger Meinungs- und Urteilsbildung. Ganz Anderes intendieren Fake News und Propaganda: Sie versuchen Meinungsbildung zu manipulieren. Das Seminar fragt nach dem Spannungsfeld zwischen beiden Intentionen. Zunächst soll geklärt werden, was unter Fake News und Propaganda zu verstehen ist. Gefragt wird ferner, welche Probleme mit der gewachsenen Bedeutung das Internet als Informationsquelle für Jugendliche verbunden sind und welche Formen der Einflussnahme auf Bildungsprozesse erkennbar sind. Schließlich werden Bedingungen und Möglichkeiten einer unabhängigen, resistente Pädagogik beleuchtet.
Literatur: Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

 

Sebastian Ostritsch
Kinderethik
Zeit: Donnerstag, 9.45 - 11.15 h
Raum: M 17.15

Kinder müssen die basalen leiblichen und geistigen Fähigkeiten des Menschen allererst ausbilden. Als derart noch in der Entwicklung befindliche Wesen scheinen Kindern auch einen besonderen ethischen Status zu besitzen, der sich u. a. in den folgenden Grundfragen der Kinderethik niederschlägt: Welche Rechte haben Kinder und wie lassen sie sich begründen? Haben Kinder Menschenwürde und worauf gründet sie? Wie lässt sich Paternalismus gegenüber Kindern rechtfertigen? Wie lässt sich Kindeswohl definieren? Im Seminar suchen wir Antworten auf solche Fragen. Hierzu lesen und diskutieren wir aktuelle philosophische Texte.

 

Ulrike Ramming
Diskurs und Geschlecht/Sexe
bei Michel Foucault und Judith Butler

Zeit: Dienstag, 9.45 - 11.15 h
Raum: M 36.31

Im Rahmen des ersten Bandes seiner Geschichte der Sexualität, in Der Wille zum Wissen, entwickelt Michel Foucault den Zusammenhang zwischen Geschlecht/Sexe und wissens- sowie machtpolitischen Konstellationen. Demzufolge gibt es kein biologisches Geschlecht jenseits von wissenschaftlichen Diskursen und Machtformen, keine Körpernatur, die rein biologisch zu bestimmen wäre. In den darauffolgenden Bänden der Geschichte und weiteren Arbeiten Foucaults erhält die Beschäftigung mit dem Sexe/Geschlecht eine ethische Dimension: In der Auseinandersetzung mit antiken und spätantiken Dokumenten entdeckt Foucault ein vollkommen anderes Verständnis von Sexualität als dasjenige der Moderne, das er mit der Formulierung der „Sorge um sich“ charakterisiert: die Einbindung dieses Bereichs in eine umfassende Diätetik des Lebens, die den Umgang mit sich selbst und der eigenen (körperlich-seelischen) Gesundheit ebenso umfasst wie die sexuelle Beziehung zu Anderen. Die darin angelegten grundlegend andere Konzeption veranlasst ihn, die Differenzen zum modernen Verständnis herauszuarbeiten und damit eine neue Perspektive zu entwickeln: Inwiefern ermöglichen andere Verständnisse des Sexus auch andere Haltungen sich selbst und anderen gegenüber?
Judith Butler greift die von Foucault entwickelte Perspektive in immer wieder unterschiedlichen Varianten auf und führt sie in die aktuelle feministische Theoriebildung, die schwul-lesbische und „Queer“- Bewegung über, wobei sie gegenüber dem Ansatz von Foucault teilweise reduktionistische Momente aufweist. Literatur: Literatur wird zu Beginn des Semesters bereitgestellt

 


Ulrike Ramming
Kulturindustrie und Entfremdung - historisch und aktuell
Zeit: Montag, 15.45 - 17.15 h
Raum: M 36.31 (Institut für Philosophie)

Theodor W. Adornos Ausführungen zur Kulturindustrie, wie sie zum ersten Mal in der mit Max Horkheimer 1944 gemeinsam verfassten Dialektik der Aufklärung entwickelt wurden, werden häufig als elitäre Kritik an den Massenmedien Film und Radio verstanden. Dem entspricht die Zuordnung dieses Textes zu einer kulturpessimistischen Kritik an Massenmedien, die in ihrer negativen Bewertung erst durch die differenzierten Analysen der zeitgenössischen Medientheorie und -philosophie abgelöst worden sein soll.
Eine genauere Lektüre dieses Textes hält dieser Einordnung nicht stand: denn Adorno problematisiert vor allem den Warencharakter kulturindustrieller Produkte. Gerade unter diesem Gesichtspunkt erscheinen viele der Überlegungen erstaunlich aktuell. Ziel des Seminars ist es deshalb, die Voraussetzungen von Adornos kulturkritischer Auseinandersetzung zu erarbeiten, um von da aus aktuelle Bezüge zu erkunden. Diese zielen zum einen auf aktuelle Entwicklungen innerhalb der neuen Medien, wie sie gerade durch Verschiebungen im und durch das Internet geschehen; gesucht wird aber auch nach Anknüpfungsmöglichkeiten innerhalb von neueren Theorien der Entfremdung, wie sie beispielsweise von Rahel Jaeggi vorgelegt wurden.
Literatur (Auswahl): Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung. In: Horkheimer, Max, Gesammelte Schriften, Bd. 5; Jaeggi, Rahel, Entfremdung. Zur Aktualität eines sozialphilosophischen Problems. Berlin 2016; Noël, Carroll, A Philosophy of Mass Art, Oxford: 1998; Jonathan Taplin, Move Fast and Break Things. How Facebook, Google and Amazon have cornered Culture and what it means for all of us, New York 2017.

 

Saskia Schabio
Cultural Theories / Cognitive Studies:
Loving Che – Emotions and Icons

Time: Tuesday, 14.00 – 15.30, K I,
Room 17.25 (except on October 17th: room 17.81)

This year Juan Martin Guevara has launched a memoir of his brother Che, to “fight this myth and give back to my brother his human faceˮ (Interview with the Guardian). He is, of course, referring to the famous photograph that has become an icon, or even a brand. Ana Menéndezʾs novel Loving Che (2004) explores how Guevara achieved this iconic status. She recaptures the emotional history of the Cuban revolution, weaving a story around Che Guevaraʾs published photographs. Her novel is about a young Cuban-American woman in search of her roots. It is about buried emotions, story-telling, and the thin line between invention and historical fact. It is about the place of post-Soviet Cuba within the Americas and beyond. In Loving Che Menéndez continues a theme prevalent in Cuban-American fiction written in the 1990s. Our readings will be dovetailed by a survey on recent cultural theories. In the process we learn about the shaping of cultural icons, and the role of emotions in fashioning political reality.
Required Texts: Menéndez, Ana, Loving Che (2004) (any edition); Garcia, Christina, Dreaming in Cuban (1992) , (any edition) Medina, Pablo, The Marks of Birth (1994) (any edition).

 

Michael Weingarten
Glauben, Meinen, Wissen. Zum Umgang mit religiösen Überzeugungen
Zeit: Dienstag, 11.30 - 13.00 h
Raum: M 17.25

Religiöse Überzeugungen beinhalten nicht nur Anweisungen, Regeln und Normen, die von den Gläubigen eingehalten und befolgt werden sollen, nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in öffentlichen und institutionellen Kontexten. Es werden auch Wissensansprüche formuliert, die im Widerspruch zu anderem (säkularem) Wissen und sogar im Widerspruch zu Wissenschaften stehen; der Geltungsanspruch von Schöpfungserzählungen im Widerspruch zu Evolutionskonzepten mag als Beispiel genügen. Ausgehend von Arbeiten von Hans Joas zu religiösen Überzeugungen sollen dann in ersten Schritten sprachphilosophische Unterscheidungen von Sätzen des Glaubens, des Meinens und des Wissens erarbeitet werden. Diese Unterscheidungen werden dann an Beispielen religiöser Überzeugungen und deren Implikationen weiter präzisiert. Literatur: Hans Joas (Hrsg.), Was sind religiöse Überzeugungen? Wallstein Verlag 2003 Hans Joas, Braucht der Mensch Religion?, Herder Verlag 2004.