Bedeutung der Korallenriffe:





Griffelkoralle `Stylophora pistillataŽ



Seegurke `Bohadschia graeffeiŽ

Bohrschwamm `Clionia vastificaŽ

fossiles Korallenriff



Hirnkoralle `Platygyra lamellinaŽ
  • Touristenmagnetpunkte
    Riffe, grünblaue Lagunen und Sandstrände locken Touristen an und bieten somit eine Einnahmequelle, die v.a. für Entwicklungsländer von Bedeutung ist. Einheimische finden hier Beschäftigungsmöglichkeit.
  • Brandungsschutz
    Riffe bilden einen natürlichen Schutz vor starken Ozeanwellen, die schwere Verwüstungen an Siedlungen anrichten könnten, außerdem würden ohne Riffe Inseln und Strände abgetragen werden.
  • Lebensraum zahlreicher Organismen
    Das Riff gilt als Lebensraum vieler Fische, Mollusken, Schalentiere usw. Es leben ca. 1 000 000 Arten in diesem Ökosystem, davon sind erst 65 000 bekannt. Das Riff bildet die Kinderstube vieler Fische; Hochseefische kommen hierher zum Ablaichen oder zwecks Beutefang. Dieser Fischreichtum bildet wiederum die Ernährungsgrundlage für den Menschen.
  • Riffe für als Ressourcen für pharmazeutische Wirkstoffe
    Rifforganismen wie Schwämme, Algen, Weichkorallen, Seegurken oder Seescheiden dienen als Ressourcen für Pharmazeutika. Z.B. konnte Prostaglandin, das glatte Muskeln stimuliert und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Magengeschwüren oder zur Geburtserleichterung verwendet wird bisher nur in winzigen Mengen aus bestimmten Blättern oder der Schafharnblase gewonnen werden. Nun kann es grammweise aus Hornkorallen isoliert werden.
    Korallenskelette dienen z.B. als Knochenersatz, da hier eine geringere Abstoßungsreaktion erfolgt als bei künstlichen Prothesen.
    Außerdem besteht Hoffnung, dass Rifforganismen Substanzen produzieren, die den Verlauf von Aids oder Krebs abschwächen könnten.
  • Riffe als Frühwarnsystem
    Sterben Riffe in bestimmten Arealen ab, deutet dies auf eine Umweltverschmutzung (übermäßige Düngung, Pestizideinleitung), so dass möglicherweise noch rechtzeitig eingeschritten werden kann.
  • Riffe zeigen den Umwelt- und Klimaverlauf früherer Zeiten auf
    Verschmutzungen in Form von Schwermetallanreicherung können in den "Jahresringen" von Steinkorallen nachgewiesen werden.
    Auch Temperaturschwankungen werden erfasst. Riffe dienen der Klimavorhersage, da O16 und O18 Isotope temperaturabhängig eingebaut werden.
  • Fossile Riffe bilden die größten Erdöllagerstätten der Welt
    Organisches Material fällt an, dadurch bildet sich Muttergestein im Vorriff oder im Lagunenbereich. Diese Areale werden von dicken Sedimentpaketen überlagert und es kommt unter dem entstehenden Druck und der Wärme zur Erdöl-, Erdgasbildung, das dann direkt in die porösen, fossilen Riffe einwandern kann.
  • Riffe als Klimastabilisatoren
    Riffe sind in den Kohlenstoff-Kreislauf eingebunden, indem sie Kalk binden:
    Ca2+ + 2HCO3- ---> CaCO3 + CO2 + H2O
    CO2 wird aus der Atmosphäre im Meer gelöst und reagiert dort mit Wasser:
    2 H2O + 2CO2 ---> 2HCO3- + 2H+
    Das Bicarbonation steht also mit dem im Riff ausgeschiedenen Kalk im Gleichgewicht. Bicarbonat besitzt zusammen mit anderen Ionen im Meer eine Pufferwirkung, ohne die würde der Säuregehalt im Meer stark schwanken, was die Organismen nur schlecht vertragen. Es würde sich auch die CO2-Löslichkeit im Meer ändern, was das CO2-Gleichgewicht stören und damit das Klima verändern würde.Das CO2, das bei der Kalkbildung entsteht, wird von den Zooxanthellen, den Korallensymbionten, die eine CO2-Fixierung betreiben, durch die Photosynthese direkt verbraucht. Es trägt also nicht in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Möglicherweise kann von diesen Symbionten auch direkt CO2 aus der Atmosphäre verbraucht werden, was zur Senkung des CO2-Gehaltes führen würde. Die Zooxanthellen wirken sozusagen als Pumpe, die CO2 absaugen, so dass sich das Gleichgewicht verschiebt und die Kalkbildung beschleunigt wird.
    Auch fossile Riffe verbrauchen CO2 durch die Verwitterung. Es entstehen Bicarbonationen, die zur Kalkbildung entzogen werden, so dass das CO2-Gleichgewicht und damit das Klima stabil bleiben.