MitarbeiterARCHIV: (2006 -16)
       
             

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IDIOTEN UND VOLLIDIOTEN
(The truth about my generation)

Vorlesung im Master
50490 Architekturtheorie (Vertiefung)
Seminar
49260 Architekturtheorie

Mittwochs, 10:45 - 13:15 Uhr
Raum 604
Prof. Dr. phil. Gerd de Bruyn

Entwicklung der modernen Architekturtheorie
Vorlesung im 3. und 4. Semester Bachelor Modul 49050

Donnerstags von 15.45 - 17.15 Uhr
Raum M202
Prof. Dr. phil. Gerd de Bruyn

Biotopian Urbanism
Entwurf im Master und Bachelor
48180 oder 48190 Stadt und Landschaft I, II
48170 Integrierter Entwurf Stadt und Landschaft
22590 // 22580 // 80100 (PO 2009)
49220 // 49210 // 80960 (PO 2013)

Montags 16:30 Uhr
Raum 604
Dr.-Ing. Ferdinand Ludwig, Vertr.-Prof. Daniel Schönle

 

Biotopian Urbanism
Seminar im Master und Bachelor
50490 Architekturtheorie
48220 Theor. u. Meth. der Stadt- und Regionalplanung
22700 // 23250 (PO 2009)
49260 // 23250 (PO 2013)


Montags 14:00 Uhr
Raum 604
Dr.-Ing. Ferdinand Ludwig, Vertr.-Prof. Daniel Schönle

Gefährliche Architektur !!! Dangerous Architecture
Entwurf im Master
47990 Entwurf/ProjektKonzeptionelles Entwerfen

Donnerstags, 14:00 - 18:00 Uhr
Raum 604
Dipl.-Ing. Bettina Klinge, Dipl.-Ing. Aline Viola Otte, Dipl.-Ing. Sebastian Wockenfuß, Prof. Markus Allmann, Prof. Dr. phil Gerd de Bruyn

Gefährliche Architektur !!! Dangerous Architecture
Seminar im Master
48010 Konzeptionelles Entwerfen 1

Donnerstags, 10:00 - 14:00 Uhr
Raum 604
Dipl.-Ing. Bettina Klinge, Dipl.-Ing. Aline Viola Otte, Dipl.-Ing. Sebastian Wockenfuß, Prof. Markus Allmann, Prof. Dr. phil Gerd de Bruyn

Le Corbusier I
Seminar im Bachelor
22700 (PO 2009)
49260 (PO 2013)

Mittwochs, 16.30 bis ca. 18.30
Raum 604
PD Dr.-Ing. habil. Hartmut Mayer

 


Wenn ich sage, dass es auf Wunsch der Studierenden weiter geht mit unserem Höllentrip durch die große Literatur, trifft das insofern zu, als ja einer der beiden Romane, denen wir uns im Winter widmen wollen: “Der Idiot“ (1868) von Fjodor Dostojewski, ganz zweifelsfrei zur Weltliteratur gehört. Der andere hingegen, “Die Vollidioten“ (1973) von Eckard Henscheid, verdient es vorerst “nur“ ein Kultbuch der 1970er Jahre genannt zu werden, das einen einzelnen Deppen und eine ganze Generation satirisch aufs Korn nimmt, zu deren allerjüngsten Mitgliedern auch ich zähle - jedenfalls Irgendwie und Sowieso (in diese Kultserie des bayerischen Fernsehens werfen wir mehr als nur einen Blick!). Die sich als “Achtundsechziger“ gerne selbst beweihräuchernde Generation wird in Henscheids Roman entgegen den Mythen, die sie umgeben, als unpolitisch und verkatert gezeichnet. Zu unsrem Glück orientierte sich dabei der Autor an seinem großen Vorbild Dostojewski, um die Banalität seiner Geschichte in den Rang eines Meisterwerks zu versetzen. Ob ihm das gelungen ist, werden wir abschließend in der Gaststätte “Henscheid“ in Frankfurt-Bornheim debattieren. Auch natürlich, weshalb die epileptischen Anfälle des Fürsten Myschkin mit einem metaphysischen Glücksgefühl verbunden sind.

Ein Seminar für Leseratten und sämtliche StudentInnen, die auch während des Architekturstudiums ihren Humor behalten wollen (und Oliver Pocher ablehnen*).

*Dahinter steckt ein kleines Rätsel. Bachelorstudierende, die das lösen, dürfen ebenfalls mitmachen.



download: Reader_1_2011
download: Reader_2_2011




Aktuell ist es in aller Munde: Wohnraum in Ballungsräumen ist Mangelware. Und alle Versuche, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, stoßen an ein schier unüberwindbares Hindernis: Bauland ist extrem knapp und unter anderem deshalb fast unbezahlbar. Jedoch ist es nicht zwangsläufig so, dass jegliche bebaubare Fläche bebaut wäre. Vielmehr haben wir uns in den letzten Jahrzehnten darauf verständigt, dass Naturräume und landwirtschaftliche Flächen erhalten werden müssen, um wichtige ökologische Funktionen sicherzustellen, die Landschaft als Naherholungsraum zu erhalten und die Nahrungsmittelproduktion zu gewährleisten. Die Inanspruchnahme von Landschaftsraum durch Architektur und Infrastruktur wird als Flächenverbrauch betrachtet, der den Naturhaushalt empfindlich stört, die biologische Vielfalt bedroht und als „Zersiedelung“ den ästhetischen Wert der Landschaft beeinträchtigt.

Dem steht gegenüber, dass schon heute besiedelte Gebiete häufig einen höheren Grad an Biodiversität aufweisen als beispielsweise intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen. Und grüne Technologien ermöglichen Gebäude, Siedlungen und ganze Stadtquartiere, die ökologisch insgesamt mehr leisten als unbebaute Flächen. Im Entwurf „Biotopian Urbanism“ werden wir uns an die Vision einer „Plus-Ökolgie-Siedlung“ heranarbeiten. Begrüßt werden gewagte, vielleicht provokative, auf jeden Fall impulsgebende Konzepte neuer Bau- bzw. Landschaftstypologien, die das traditionelle Verhältnis von Stadt und Landschaft bzw. von Archiktektur und Natur grundlegend neu interpretieren.

Der Besuch des gleichnamigen Seminars wird dringend empfohlen.

 




Aktuell ist es in aller Munde: Wohnraum in Ballungsräumen ist Mangelware. Und alle Versuche, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, stoßen an ein schier unüberwindbares Hindernis: Bauland ist extrem knapp und unter anderem deshalb fast unbezahlbar. Jedoch ist es nicht zwangsläufig so, dass jegliche bebaubare Fläche bebaut wäre. Vielmehr haben wir uns in den letzten Jahrzehnten darauf verständigt, dass Naturräume und landwirtschaftliche Flächen erhalten werden müssen, um wichtige ökologische Funktionen sicherzustellen, die Landschaft als Naherholungsraum zu erhalten und die Nahrungsmittelproduktion zu gewährleisten. Die Inanspruchnahme von Landschaftsraum durch Architektur und Infrastruktur wird als Flächenverbrauch betrachtet, der den Naturhaushalt empfindlich stört, die biologische Vielfalt bedroht und als „Zersiedelung“ den ästhetischen Wert der Landschaft beeinträchtigt.

In dem Seminar „Biotopian Urbanism“ hinterfragen wir diese Auffassung. Denn schon heute weisen besiedelte Gebiete häufig einen höheren Grad an Biodiversität auf als beispielsweise intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen. Grüne Technologien ermöglichen Gebäude, Siedlungen und ganze Stadtquartiere, die ökologisch insgesamt mehr leisten als vom Menschen nicht genutzte Flächen. Im Seminar werden wir Konzepte und konkrete Beispiele analysieren, die die klassische Trennung zwischen Stadt und Natur überwinden und vorherrschende Leitbilder das Stadt- und Landschaftsplanung ins Wanken bringen. Im gleichnamigen Entwurf werden wir auf dieser Basis exemplarische neue Wohn- und Siedlungstypologien entwickeln.


Eine wesentliche Aufgabe der Architektur besteht darin, uns ein komfortables und vor allem sicheres Umfeld zu schaffen. Unser trautes Heim klammert alles un-heimliche aus und gibt Geborgenheit. Ein Wort dessen Bedeutung der italienische Futurismus ebenso wenig kannte wie die kühnen sowjetischen Utopisten. Man könnte fast meinen, dass deswegen der Dichter Marinetti in seinem futuristischen Manifest 1909 genau das Gegenteil einforderte: „Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit.“
Die Avantgardisten wollten die politische Gefahr durch „gefährliche“ Kunst bekämpfen. Architektur wurde zur künstlerischen Munition, anstatt die Menschheit weiter zu überdauern: Todessehnsüchtig spannt sich die Kuppel über den Abgrund. Zur Realisierung dieser Entwürfe kam es jedoch selten, was die Frage aufwirft, ob Architektur überhaupt gefährlich sein kann?! – Zweifellos kann sie auf den Betrachter gefährlich anmuten. Denn auch wenn Coop Himmelb(l)au einst verlangte, dass Architektur brennen müsse, so boten sie doch zuallererst eine Formensprache an, die „glatt, eckig, brutal“ eine Atmosphäre von Gefahr erzeugte. Umso konträrer erscheint es uns heute, dass wir in einer zunehmend monoton-reizarm gestalteten Umwelt leben, die jedes ernsthafte Risiko zu vermeiden sucht. In diesem Sinne ließe sich das Geländer als der Ausdruck für die gegenwärtige Architektur bestimmen.
In unserem Entwurf wollen wir uns fragen, ob unsere Abenteuerlust in solchen Räumen des Konsums gestillt werden kann. Oder ob stattdessen Architektur eine körperliche Herausforderung sein sollte, die (wieder?) nach geistesgegenwärtigen Nutzern verlangt. Hierzu werden wir in dem gleichnamigen Seminar die Architektur auf ihre unbehagliche Wirkung als auch auf ihr reales Gefahrenpotential hin untersuchen.


Eine wesentliche Aufgabe der Architektur besteht darin, uns ein komfortables und vor allem sicheres Umfeld zu schaffen. Unser trautes Heim klammert alles un-heimliche aus und gibt Geborgenheit. Ein Wort dessen Bedeutung der italienische Futurismus ebenso wenig kannte wie die kühnen sowjetischen Utopisten. Man könnte fast meinen, dass deswegen der Dichter Marinetti in seinem futuristischen Manifest 1909 genau das Gegenteil einforderte: „Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit.“
Die Avantgardisten wollten die politische Gefahr durch „gefährliche“ Kunst bekämpfen. Architektur wurde zur künstlerischen Munition, anstatt die Menschheit weiter zu überdauern: Todessehnsüchtig spannt sich die Kuppel über den Abgrund. Zur Realisierung dieser Entwürfe kam es jedoch selten, was die Frage aufwirft, ob Architektur überhaupt gefährlich sein kann?! – Zweifellos kann sie auf den Betrachter gefährlich anmuten. Denn auch wenn Coop Himmelb(l)au einst verlangte, dass Architektur brennen müsse, so boten sie doch zuallererst eine Formensprache an, die „glatt, eckig, brutal“ eine Atmosphäre von Gefahr erzeugte. Umso konträrer erscheint es uns heute, dass wir in einer zunehmend monoton-reizarm gestalteten Umwelt leben, die jedes ernsthafte Risiko zu vermeiden sucht. In diesem Sinne ließe sich das Geländer als der Ausdruck für die gegenwärtige Architektur bestimmen.
In unserem Entwurf wollen wir uns fragen, ob unsere Abenteuerlust in solchen Räumen des Konsums gestillt werden kann. Oder ob stattdessen Architektur eine körperliche Herausforderung sein sollte, die (wieder?) nach geistesgegenwärtigen Nutzern verlangt. Hierzu werden wir in dem gleichnamigen Seminar die Architektur auf ihre unbehagliche Wirkung als auch auf ihr reales Gefahrenpotential hin untersuchen.


Reyner Banham verwies in seinem Buch „Die Revolution der Architektur“ auf einen latenten Platonismus und Klassizismus im Werk der Avantgarde der 20er Jahre, der sich in der Vorliebe für einfache geometrische Körper, den „Philebosschen Formen“, zeige. Er bezog sich dabei vor allem auf das Werk Le Corbusiers in den 20er Jahren.
Im Rahmen des Seminars soll das geistige Umfeld Le Corbusiers genauer analysiert werden, um vor diesem Hintergrund seine wichtigsten Texte, Entwürfe und Bauwerke zu verstehen. Dazu werden die Einflüsse seines Lehrers Charles l’Éplattenier, zeitgenössischer Architekten wie Peter Behrens und August Perret, der befreundeten Schriftsteller William Ritter und August Klipstein, des Künstlers Amedeé Ozenfant und von anderen auf ihn untersucht.

Da Texte teilweise nur im französischen Original vorliegen, sind Grundkenntnisse in Französisch erwünscht.