| Zeit: | 22. Januar 2026, 19:30 Uhr |
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| Veranstaltungsort: | Literaturhaus Stuttgart Breitscheidstraße 4 70174 Stuttgart |
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Am Anfang war der Blick in den Himmel.
‚Meteor‘ bezeichnet altgriechisch ein weit gefächertes Gebiet schwebender Gegenstände, zu dem atmosphärische Erscheinungen wie Wolken und Wetter, aber auch die Bahnen und Bewegungen der Gestirne gehörten.
Doch das Unfeste und Flüchtige begegnet nicht nur in der Wolkenkunde.
Joseph Vogl
Joseph Vogl, Literaturwissenschaftler und einer der außergewöhnlichsten Philologen der Gegenwart, erkundet in Literatur, Philosophie und Naturwissenschaft das Schwebende, Ephemere und Fluide – Schauplätze, an denen das Gewicht der Welt schwindet und neue Möglichkeitsräume erscheinen.
Ausgangspunkt sind prominente Texte – wie beispielsweise Italo Calvinos „Lezioni americane“, die sich als „Programm der Leichtigkeit“, gegen Versteinerungsprozesse und die Trägheit der Welt verstehen. Vogl verfolgt die Tradition von Lukrez’ Atomismus über Ovids Metamorphosen und Cavalcantis Gedichte in der deutschsprachigen Literatur (Gebrüder Grimm, Goethe, Nietzsche, Kafka, Musil).
Angesichts einer Gegenwart, die immer massiver von Gravitationskräften ökonomischer, ideologischer und militärischer Gewalten heimgesucht wird, ist Vogls Text, hervorgegangen aus seiner viel beachteten Berliner Abschiedsvorlesung, eine Hommage an den Möglichkeitssinn in einer Zeit, die droht in festgefahrenen Reaktionen zu erstarren.
Welche Anfänge vermögen es, aus scheinbar starren Weltlagen hervorzubrechen?
Moderation:
Insa Wilke
Kooperation:
Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart, Literaturhaus Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart