Datum: 20. Juli 2011, Nr. 77

Von eckigen Seifenblasen und „Mathemagie“

Summer of Science an der Universität Stuttgart

Statt Pauken können Schülerinnen und Schüler in den Sommerferien an der Universität Stuttgart selber auf die Pauke hauen und damit zum Beispiel Wirbelringe in der Luft sichtbar machen. Die Physiker und Mathematiker der Uni laden vom 1. bis zum 20. August zum ersten Summer of Science. Hier können große und kleine Forscher nach Herzenslust experimentieren. Eine dreiteilige Ausstellung bietet für Jung und Alt Interessantes zum Mitmachen und Ausprobieren. Zudem stehen verschiedene Workshops auf dem Programm – hier gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel „ mathemagische“ Momente oder wie man mit einem Luftwellensurfer umgeht. Damit die Wartezeit bis August nicht zu lang wird, kann man ab sofort an zwei Wettbewerben teilnehmen: Wer konstruiert einen „Wasserläufer“, der nur aufgrund von Oberflächenspannung schwimmt oder ein „Papierboot“, das möglichst viel Last trägt?

Mit ihrem Programm wollen die Wissenschaftler der Uni Menschen aller Altersgruppen ansprechen und für Naturwissenschaften begeistern. Bei der Mitmach-Ausstellung „Spiel der Kräfte“ mit 40 Experimentierstationen kann die ganze Familie physikalische Phänomene mit allen Sinnen erfahren. Die Erfahrungsstationen aus den Bereichen Optik, Akustik, Mechanik, Magnetismus und Statik laden dazu ein, selbst aktiv zu forschen und unter fachkundiger Anleitung zu experimentieren. Hier können Wissensdurstige Brücken ohne Schrauben und Nägel bauen, auf einem Drehstuhl die Beschleunigung erfahren, aus Seifenlauge Kunstwerke entstehen lassen, farbige Schatten erzeugen und sogar die eigenen Haare zu Berge stehen lassen.

„Einstein on Tour“ – der zweite Teil der Ausstellung richtet sich vor allem an Jugendliche und Erwachsene. Sechs Stationen visualisieren die Effekte von Einsteins Relativitätstheorie. Die Besucher lernen die Theorie interaktiv zu verstehen, während sie mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch Tübingen radeln oder versuchen ein Flugzeug zu steuern. Im dritten Teil der Ausstellung gilt es, mathematischen Spielereien und Knobeleien auf die Spur zu kommen.

Für alle, die sich mit einem Thema intensiver befassen möchten, werden parallel zur Ausstellung sieben verschiedene Workshops angeboten. Warum fliegt ein Flugzeug, welche Tricks gibt es beim Falten von Papierfliegern, wie hält man alles in Balance, wie baut man einen Mini-Elektromotor – das alles erfährt man auf ganz praktische und spielerische Weise. Die Workshops dauern zwei bis vier Stunden und richten sich an Schülerinnen und Schüler verschiedener Alterklassen, aber auch an deren Eltern und Großeltern. Wer gerne tüftelt und bastelt, kann sich mit den Wettbewerben schon im Vorfeld auf den Summer of Science einstimmen. Tüftler dürfen sich alleine oder im Team an die Lösung kniffliger Aufgaben machen. Es soll ein schwimmendes Objekt konstruiert werden, das wie ein Wasserläufer nur aufgrund der Oberflächenspannung schwimmt und bei Zugabe von Spülmittel sinkt. Bei der Aufgabe „Papierboot“ soll ein Boot gebaut werden, das möglichst viel Last trägt.

Ausrichter von „Summer of Science" ist die Fakultät Mathematik und Physik der Uni Stuttgart. Wissenschaftlicher Koordinator der Veranstaltung ist Prof. Tilman Pfau vom 5. Physikalischen Institut. Veranstaltungsort ist die Mensa der Uni Stuttgart auf dem Campus Vaihingen.

Das Festival wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG im Rahmen des Teilprojekts für Öffentlichkeitsarbeit im Sonderforschungsbereich SFB/TRR21 CO.CO.MAT in besonderer Weise unterstützt. Neben 17 Projekten in der Grund¬lagenforschung auf dem Gebiet der Quantenphysik ist das Ziel von „CO.CO.MAT goes public“, bei einer breiten Öffentlichkeit das Interesse und die Faszination an physikalischen Phänomenen und aktuellen Forschungsthemen zu wecken.

Weitere Informationen zum Programm, dem Wettbewerb und der Anmeldung zu den Workshops unter www.summer-of-science.uni-stuttgart.de.
Ansprechpartnerin für die Medien ist Karin Otter, 5. Physikalisches Institut, Tel. 0711/685-64846, e-mail: sdk@physik.uni-stuttgart.de