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Datum: 30. Oktober 2014, Nr. 74

Urbane Zukunft in Forschung und Lehre

Städtebau-Institut der Universität Stuttgart wird 50

Eines der größten universitären Institute im Bereich Architektur und Stadtplanung, das Städtebau-Institut der Universität Stuttgart, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Die 1964 auf Initiative von Prof. Rolf Gutbier gegründete Forschungseinrichtung hat grundlegende Diskussionen um den globalen Wandel der Stadttypologien, die Wohn- und Arbeitswelt der Zukunft, die Perspektiven der Innenstädte und die nachhaltige Stadtentwicklung angestoßen beziehungsweise mitgeprägt. Die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Lehre hat in dieser Zeit an Bedeutung gewonnen. Ab 6. November wird das Jubiläum mit einem Festakt, einer Ausstellung sowie einem wissenschaftlichen Symposium gefeiert.

Festveranstaltung und Ausstellungseröffnung:

Donnerstag, 6. November 2014, 18.30 Uhr, Stuttgart-Stadtmitte, Keplerstr.7 (Senatsaal), anschließend Empfang und Eröffnung der Ausstellung „50 Jahre Städtebau-Institut in Lehre und Forschung“, Kollegiengebäude K1, Keplerstr. 11 (Foyer)

Ausstellung bis 19. November 2014, geöffnet werktags von 7 bis 21 Uhr, Wochenende 9 bis 18 Uhr

Symposium „Entwurfspositionen im Städtebau: zwischen Tradition und Hypermoderne“

Freitag, 7. November 2014, 10 bis 16.30 Uhr, Keplerstraße 17, Tiefenhörsaal 17.02

Vertreter der Medien sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.

  

 

In der Festveranstaltung mit Vorträgen und einer „Gesprächsrunde der Generationen“ stehen die Entwicklungslinien des Instituts im Fokus und bilden den Ausgangspunkt für einen Blick in die Zukunft des Städtebaus und seiner Lehre. Den Wandel der Arbeitsfelder und Werkzeuge dokumentiert die Ausstellung „50 Jahre Städtebau-Institut in Lehre und Forschung“ an ausgewählten Studien- und Forschungsarbeiten. Das Symposium ‚Entwurfspositionen im Städtebau’ schließlich soll aktuelle Sichtweisen und Entwurfshaltungen im Städtebau reflektieren. Ausgehend von einer Analyse des Städtebaudiskurses der letzten Jahrzehnte stellen exponierte Architekten und Stadtplaner aus international arbeitenden Büros und Kommunen ihre Entwurfshaltung dar. Die abschließende Diskussionsrunde geht der Frage nach, was die gesellschaftlichen Herausforderungen für die Stadt bedeuten und wie wir zukunftsfähig entwerfen (lehren) können.

Gegründet wurde das Städtebau-Institut 1964 als Forschungsabteilung des damaligen Lehrstuhls für Städtebau und Siedlungswesen. Zwei Jahre später wurde eine lehrstuhlübergreifende Einrichtung geformt, die sich seither national und international einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildungs- und Forschungsstätte mit heute vier Lehrstühlen, 30 Mitarbeitern und 1.400 Studierenden erarbeiten konnte. Prägend waren in den 1970er und 80er Jahren die Professoren Egbert Kossak, Antero Markelin, Klaus Humpert, Georg Hecking und Michael Trieb. Der Aufbau der Stadt- und Regional-forschung, Theorie und Praxis der Stadtgestaltung sowie Medien und Simulationstechniken im Städtebau waren die Schwerpunkte dieser Epoche. Eng verknüpft sind die Anfänge der Internationa-lisierung, die seither einen immer größeren Raum in den Lehr- und Forschungsaktivitäten einnimmt. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde dem mit der Professur „Planen und Bauen in Entwicklungsländern“ (später Planen und Bauen in Südamerika, Afrika und Asien SIAAL) Rechnung getragen.

Die beiden letzten Jahrzehnte trugen die Handschrift der Professoren Helmut Bott (Städtebau und Entwerfen), Franz Pesch (Stadtplanung und Entwerfen), Johann Jessen (Grundlagen der Orts- und Regionalplanung) sowie Prof. Eckhart Ribbeck (SIAAL). In diese Ära fiel eine intensive Auseinander-setzung mit Stadterneuerung und Stadtumbau, die sich in der Erarbeitung städtebaulicher Leitlinien sowie zahlreicher Stadtentwicklungskonzepte, darunter für die Stadt Stuttgart, niederschlug. Die künftige Gestaltung von Konversionsflächen, zum Beispiel im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21, wurde schon früh und gemeinsam mit den Studierenden thematisiert. Auswirkungen des demographi-schen Wandels, die Mobilität der Zukunft oder die Digitalisierung der Gesellschaft sind nur einige der zahlreichen Forschungsfragen, die das Städtebau-Institut mit Blick auf die Stadt von Morgen diskutiert.

Mit der Berufung der Professorinnen Astrid Ley auf den neugeschaffenen Lehrstuhl „ Internationaler Städtebau“ sowie Martina Baum auf den Lehrstuhl „Stadtplanung und Entwerfen“ bahnen sich am Städtebau-Institut derzeit Strukturveränderungen und ein umfassender Generationswechsel an.

Programm und weitere Informationen:

Universität Stuttgart, Städtebau-Institut, Prof. Dr. Helmut Bott, Prof. Dr. Johann Jessen,
Prof. Dr. Franz Pesch, Tel: 0711/685-83350, E-Mail sekretariat@si.uni-stuttgart.de,
www.uni-stuttgart.de/si/si_gesamt/aktuelles/

Andrea Mayer-Grenu, Universität Stuttgart, Abt. Hochschulkommunikation, Tel. 0711/685-82176,
E-Mail: andrea.mayer-grenu (at) hkom.uni-stuttgart.de

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Studierende des 3. Semesters entwickeln in einem groß angelegten Städtebauprojekt Visionen für eine Flusslandschaft der Zukunft mit neuen Stadtquartieren am Neckar. Foto: Universität Stuttgart/ SI