Datum: 25. Oktober 2010, Nr. 111

Nachhaltige Architektur und Topos Tier

Eisele-Fellowship und Ringvorlesung am IZKT der Uni Stuttgart

 

Eisele-Fellowship und Ringvorlesung am IZKT der Uni Stuttgart

Nachhaltige Architektur und Topos Tier

Das Internationale Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart kann zum Wintersemester 2010/11 ein neues Fellowship der Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung vergeben. Die erste Gastforscherin im Rahmen dieser Förderung, Dominique Gauzin-Müller, wird am Institut für Landschaftsplanung und Ökologie bei Prof. Antje Stokman lehren und forschen und sich am 3. November mit dem Vortrag „Nachhaltige Architektur zwischen Lowtech und Hightech“ vorstellen. Am gleichen Tag beginnt auch die IZKT-Ringvorlesung zum Thema „Topos Tier“ .

Gauzin-Müller ist eine ausgewiesene Spezialistin für nachhaltige Architektur, Chefredakteurin der einschlägigen französischen Zeitschrift „écologiK“ sowie Autorin zahlreicher in viele Sprachen übersetzter Standardwerke. Die Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung fördert Forschungsaufenthalte französischer Forscher aus den MINT-Fächern. Die Förderung soll dazu beitragen, den Studierenden der Uni Stuttgart den Zugang zu innovativen Ideen aus Frankreich zu erleichtern und zugleich den französischen Forschern Einblicke in die aktuelle Stuttgarter Wissenschaft ermöglichen. Das Programm des IZKT ist damit auf vier regelmäßige Fellowships gewachsen.

Vortrag: „Nachhaltige Architektur zwischen Lowtech und Hightech“
Zeit: 3. November 2010, 19.00 Uhr
Ort: Rathaus Fellbach, Marktplatz 1, Großer Saal

Ebenfalls am 3. November startet die vom IZKT, dem Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart in Kooperation mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, der Wilhelma Stuttgart und der Akademie Schloss Solitude initiierte Ringvorlesung zum Themenkomplex „Topos Tier“.

Eröffnet wird die Ringvorlesung mit dem Vortrag des Berliner Literaturwissenschaftlers Benjamim Bühler über „Experimentalobjekte. Tiere als Figuren anthropologischen Wissens“.

Zeit: 3.November 2010, 18.00 Uhr
Ort: Campus Stuttgart-Stadtmitte, Keplerstr. 17, Raum 17.25

Weitere Termine sind: 17.11., 24.11., 1.12., 15.12.2010, 12.1., 19.1., 26.1., 2.2.2011.

Seit der Antike wird das Wesen des Menschen durch seinen Unterschied zum Tier definiert. Philosophie und Religion bestimmten das Tier als vernunftlose, gottferne Kreatur und auch die moderne Kultur bleibt bei diesem hierarchischen Blick. Die aktuelle disziplinübergreifende Debatte, die in der Ringvorlesung „Topos Tier‘“ dokumentiert werden soll, bemüht sich um eine neue Sicht auf das Tier - als Produkt menschlicher Imagination und als Projektionsfläche von Wissen, Glauben und Erkenntnis. Mit diesem Perspektivenwechsel verschwimmen die angenommenen Grenzen zwischen dem Eigenen des Menschen und dem Tierischen zunehmend. Indem etwa der moderne Mensch seine Verbrechen in Zucht- und Schlachtanstalten durch seine angebliche Überlegenheit legitimiert, wird in ihm das Untier erkennbar. In der Vorlesungsreihe sollen unsere uralten Vorstellungen vom Tier hinterfragt werden - durch Gegenentwürfe in Literatur und Kunst, durch Kritik an den traditionellen Institutionen (Zoo, Museum) und durch neue Erkenntnisse in Verhaltensforschung, Tierschutz und Tierethik.

Kontakt:
Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung Universität Stuttgart, Tel.: 0711-685-82589, e-Mail: info@izkt.uni-stuttgart.de