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Datum: 24. September 2010, Nr. 97

Kreativer Unterricht

Pädagogische Hochschulen und Uni Stuttgart kooperieren

Gute Lehrerinnen und Lehrer sollten nicht nur über ein exzellentes Fachwissen verfügen, sondern auch fähig sein, dieses den Schülern nahe zu bringen. Wie sie den Unterricht interessant gestalten können und welche speziellen Lernprozesse bezogen auf fachliche Themen, wie zum Beispiel sprachliches oder naturwissenschaftliches Lernen, beachtet werden sollten, wird in der wissenschaftlichen Disziplin Fachdidaktik erklärt. Um die fachdidaktische Ausbildung der Lehrer an Gymnasien weiter auszubauen, kooperieren nun die Universität Stuttgart und die Pädagogischen Hochschulen (PHn) Schwäbisch Gmünd und Ludwigsburg bei mehreren Studienfächern. Rektor Prof. Wolfram Ressel, Rektorin Prof. Astrid Beckmann und Rektor Prof. Martin Fix haben heute den entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Professorinnen und Professoren der PHn übernehmen dabei zukünftig einzelne Lehrveranstaltungen an der Uni Stuttgart, außerdem öffnen die PHn ihre Seminare für interessierte Studierende aus Stuttgart, sofern freie Plätze vorhanden sind.

Bislang wurde Fachdidaktik für Gymnasiallehrkräfte bis auf kleine Anteile erst nach dem Studium im Referendariat von den Staatlichen Seminaren für schulpraktische Ausbildung unterrichtet. Die ab dem Wintersemester 2011/2012 geltende neue Prüfungsordnung für das gymnasiale Lehramt sieht nun eine Erhöhung des Anteils an Fachdidaktik im Studium vor, die durch die neue Kooperation abgedeckt werden kann.

Das Studium für das Lehramt an Gymnasien findet an den Universitäten statt. Mit den Pädagogischen Hochschulen hat Baden-Württemberg im Gegensatz zu den anderen Bundesländern aber auch einen Hochschultyp mit großen fachdidaktischen und erziehungswissenschaftlichen Instituten, an denen die Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen praxisnah ausgebildet werden. „Durch die neue Kooperation steht den angehenden Gymnasiallehrern nun neben dem fundierten Fachwissen, dass sie an der Universität erwerben, das Know How der Pädagogischen Hochschulen zur Verfügung“, erklärt der Rektor der Uni Stuttgart, Wolfram Ressel. Und die Rektorin der PH Schwäbisch Gmünd, Astrid Beckmann, erläutert: „Der Lehrerberuf ist einer der anspruchsvollsten Berufe. Über das Fachwissen hinaus erfordert er insbesondere wissenschaftlich fundierte fachdidaktische, pädagogische und weitere Kompetenzen. Diese befähigen die Lehrerinnen und Lehrer, sich auf besondere Lernsituationen und sehr unterschiedliche Schülerinnen und Schüler mit ganz verschiedenem Hintergrund und fachlichen Voraussetzungen einstellen zu können. Von der Kooperation profitieren nicht nur die Lehramtsstudierenden, sondern auch ihre künftigen Schülerinnen und Schüler“.

In den beiden Fächern Erziehungswissenschaften und Pädagogische Psychologie kooperieren die Uni Stuttgart und die PH Ludwigsburg schon seit 2008. Nun erweitern sie diese auf die naturwissenschaftlichen Fächer und Mathematik und die geisteswissenschaftlichen Fächer: Deutsch, Französisch, Geschichte, Politik/Wirtschaft und Philosophie. Ähnlich ist auch das Fächerangebot der PH Schwäbisch Gmünd mit der bisher noch kein Vertrag bestand. „Diese Kooperation ist keine Selbstverständlichkeit – vielmehr ist es erfreulich, dass es zu einem kollegialen Miteinander aller an der Lehrerbildung beteiligten Institutionen kommt, denn auch die Staatlichen Seminare Stuttgart und Esslingen sind an der Kooperation beteiligt“, so der Rektor der PH Ludwigsburg, Martin Fix, „damit entsteht eine der intensivsten Kooperationen im Land.“
Weitere Kooperationen zwischen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten bahnen sich derzeit auch in der Forschung an. Eine engere Kooperation der Institutionen ist wünschenswert.

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Die Universität Stuttgart beschließt eine Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen Schwäbisch Gmünd und Ludwigsburg (v.l.n.r. Wolfram Ressel, Astrid Beckmann, Martin Fix). Bild: Sven Cichowicz/Uni Stuttgart