Gruppenbild Vergabefeier 2016

11. Mai 2016 / Uni-Homepage Nachbericht

Festakt Deutschlandstipendium 2016

[Bild: Sebastian Berger und Sven Cichowicz]

Kennenlernen und Urkundenübergabe - Rund 240 Studierende der Universität Stuttgart erhalten im Förderzeitraum Sommersemester 2016 und Wintersemester 2016/17 das von privaten Gebern und Bund gemeinsam finanzierte Deutschlandstipendium. Bei einem Festakt im Haus der Wirtschaft am 4. Mai trafen sie mit ihren Förderinnen und Förderern zusammen, um einander kennenzulernen und die Urkundenübergabe gemeinsam zu feiern.

Mehr als 40 Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen, engagieren sich für das Deutschlandstipendium an der Universität Stuttgart. Die von der Universität Stuttgart ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten können sich über eine monatliche Unterstützung von 300 Euro freuen, denn der Bund verdoppelt jeden privat gespendeten Euro.

Rektor Wolfram Ressel begrüßte die rund 420 Gäste des Festaktes und freute sich über die Verstetigung und Akzeptanz des Stipendiums. Er hob hervor, wie breit die Bereitschaft zur Förderung in der Gesellschaft verankert ist: Der Bogen des Engagements reiche „vom erlesenen Architekturbüro über den Mittelstand und die großen Global Player bis hin zu einzelnen Privatpersonen und Stiftungen.“
Dabei sind die Motive der Förderinnen und Förderer, sich mit dem Deutschlandstipendium an der Universität Stuttgart zu engagieren, so vielfältig wie die fördernden Einrichtungen und Persönlichkeiten. Das klang auch in deren Grußworten an.

Die Motive der Förderer sind vielfältig
Für Marcell Amann, Personalleiter der Vector Informatik GmbH, ist es „ein Herzensanliegen, junge, engagierte Talente unabhängig von Elternhaus und Herkunft“ zu fördern. Und er weiß zu schätzen, dass das Deutschlandstipendium eine Auszeichnung „für Top-Leistung und Engagement“ ist, die sich jede und jeder Geförderte verdient hat.

Dr. Jan Koblikschke, Personalleiter der Fichtner GmbH & Co. KG, betonte, dass „Kreativität und Offenheit grundlegende Elemente für die Gesellschaft und für Unternehmen“ seien und dass gerade Fichtner von der Vielfalt seiner Mitarbeiterschaft lebe. Mit dem Deutschlandstipendium, das die Firma ausschließlich frei vergibt - also unabhängig von bestimmten Studienfächern - wolle man den Studierenden daher „Lebenszeit schenken“ und ihnen ermöglichen, „das zu studieren, wofür sie sich interessieren“ und „Grenzen zu überschreiten.“

Der private Förderer und Anglistik-Emeritus der Universität Stuttgart Prof. Hans Ulrich Seeber schilderte - mit Blick auf das teils internationale Publikum in brillantem Englisch - ein weit zurückliegendes persönliches Erlebnis als ausschlaggebend für seine Förderschaft: in Nordengland habe er als junger Mann die Bekanntschaft einer „old lady“ gemacht, die ihm voller Stolz und Enthusiasmus davon erzählte, dass sie demnächst wieder nach Oxford reisen werde, um dort „ihren“ Stipendiaten zu treffen. Die Begeisterung und die Vorfreude dieser älteren Dame auf diese Begegnung habe ihn stark beeindruckt und sei immer ein Vorbild für ihn gewesen, selbst einmal etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.

Die Bedeutung der Förderung für die Studierenden
In Ihren Gruß- bzw. Dankesworten machten die beiden Studierenden Lena Gohlke und Amir Tabatabei deutlich, was diese Förderung für sie persönlich bedeutet.

Lena Gohlke, Studentin der Elektro- und Informationstechnik, ist dank des Stipendiums „nicht gezwungen, das Studium durch Nebenjobs zu finanzieren“ und kann sich „bei den Pfadfindern engagieren.“ Was Sie ebenfalls an dem Stipendium schätzt, ist die immaterielle bzw. persönliche Förderung. So wurde sie bereits zu Workshops und einer wichtigen Automobilmesse eingeladen. Außerdem hat sie Austausch mit einer Mentorin, was ihr „neues Durchhaltevermögen im Studium“ verleihe.
Der aus dem Iran stammenden Architekturstudent Amir Tabatabei machte klar, dass das Stipendium nicht nur ein Zubrot, sondern für ihn existenziell ist. Das Architekturstudium durch Arbeiten zu finanzieren, sei für ihn eine starke Belastung gewesen. Mitunter habe ihn das an
seine körperlichen Grenzen gebracht: „Hätte ich das Stipendium nicht erhalten, hätte ich mir ein Urlaubssemester nehmen müssen, um für das Studium Geld zu verdienen.“ Das Stipendium sei da eine große Unterstützung, außerdem freue er sich, jetzt als studentische Hilfskraft tätig sein zu können.
Leistung und weiche Faktoren werden honoriert
Das Deutschlandstipendium an der Universität Stuttgart befindet sich in der fünften Förderrunde. Es honoriert sowohl die hohe Leistung der geförderten jungen Menschen als auch so genannte „weiche Faktoren“ - beispielsweise außerfachliches Engagement oder die Überwindung besonderer sozialer, familiärer oder gesundheitlicher Hürden. Zum anderen öffnet es den geförderten Studierenden eine Tür, ermöglicht ihnen, in Kontakt mit ihren Förderinnen und Förderern zu treten. Wer von Unternehmen gefördert wird, erhält mitunter Einladungen zu Firmenführungen oder besonderen Veranstaltungen und gewinnt damit wichtige Brancheneinblicke und Anregungen für die spätere Berufswahl.

Weitere Informationen zum Förderprogramm:
www.uni-stuttgart.de/deutschlandstipendium.de
Kontakt:
Andrea Biallas, Dezernat Studium und Promotion, Tel.: 0711/685-82228,
E-Mail: andrea.biallas[at]verwaltung.uni-stuttgart.de
Dr. Hans-Herwig Geyer, Universität Stuttgart, Hochschulkommunikation,
Tel. 0711/685-82555, E-Mail: hans-herwig.geyer [at] hkom.uni-stuttgart.de

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