Feierlich, klangvoll, inspirierend: Die Jahresfeier 2025

2. Dezember 2025

Auf der Jahresfeier am 28. November 2025 blickten Gäste und Angehörige der Universität Stuttgart zusammen mit Rektor Peter Middendorf auf das akademische Jahr zurück. Ein gelungener Abend mit musikalischem Rahmenprogramm, Grußworten, einer Festrede zum Motto des Wissenschaftsjahrs „Zukunftsenergie“ und zahlreichen Preisverleihungen.

Der Auftakt zur Jahresfeier der Universität Stuttgart 2025 hätte kaum passender sein können: Exzellent und virtuos setzte ein Streichquartett des Universitäts-Orchesters unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Jakob Brenner mit Mozarts Streichquartett Nr. 3 ein. Die Zuhörerinnen und Zuhörer im Hörsaal des KII auf dem Campus Stadtmitte: Angehörige der Universität Stuttgart mit Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Rektor Prof. Peter Middendorf

Universitäten sind mehr als Orte des Forschens und des Lehrens

In seiner Ansprache führte Rektor Professor Peter Middendorf im Rückblick die dynamischen Entwicklungen des Jahres vor Augen. „Universität ist mehr als ein Ort, an dem geforscht und studiert wird. Universitäten sind wesentliche demokratische Einrichtungen“, leitete der Rektor ein. Umso wichtiger sei beispielsweise das Engagement der Universität Stuttgart im Rahmen des Projektes „Wehrhafte Demokratie“.

Aber auch internationale Partnerschaften, betonte Middendorf, haben an Wichtigkeit gewonnen. Bestehende Partnerschaften wurden gepflegt, neue aufgebaut, beispielsweise mit Australien und Kanada.

In der Forschung blickte der Rektor besonders auf die Exzellenzcluster zurück. So hat IntCDC (Integrative Computational Design and Construction for Transformative Architecture) eine Förderung für weitere sieben Jahre gewinnen können. Erfreuliches gab es auch aus dem Bereich Transfer zu berichten: Das Konsortium NXTGN aus Baden-Württemberg wird Startup Factory - und damit eine überregional und international noch sichtbarere Innovationsplattform .

Ein Blick ins Publikum

In der Lehre konnte die Universität 2025 den Aufwärtstrend bei den Studierendenzahlen weiter halten. Für die vielen neuen und „alten“ Studierenden ist eine gute Infrastruktur wichtig. Dem trägt die Universität mit einer Vielzahl an Bau- und Sanierungsprojekten Rechnung. Auch die Attraktivität des Campus soll gezielt gesteigert werden, z.B. durch zahlreiche Projekte, die beim Ideenwettbewerb "Glow up our campus!“ überzeugen konnten und gefördert werden. Zuletzt nannte der Rektor einige beeindruckende studentische Initiativen wie HYEND, die beim europäischen Raketenwettbewerb mit ihrer Flüssigrakete Topergebnisse einfahren konnte.

Uniratsvorsitzender Wilfried Porth

Die Zukunft entscheidet sich an Universitäten

Die Jahresfeier der Universität sei mehr als ein Rückblick, meinte der Vorsitzende des Universitätsrats, Wilfried Porth. Die Herausforderungen, vor denen die Universität stehe, seien groß. Schließlich entscheide sich die Zukunft von Deutschland und Europa an lebendigen Universitäten wie der Stuttgarter. Porth warnte vor zu viel Angst und Zögern und mahnte Mut zu Innovationen an. Aber wissenschaftliche Erkenntnisse müssten eben auch Gehör in Politik und Gesellschaft finden. Die Universität Stuttgart sei ein Ort, an dem Zukunft nicht abgewartet, sondern gestaltet werde.

Festrednerin Prof. Bettina Lotsch

Leibniz-Preisträgerin Bettina Lotsch über neue Lichtspeicherkonzepte

Einen (weiteren) Höhepunkt stellte der Festvortrag von Prof. Dr. Bettina Lotsch vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung dar. Die Leibniz-Preisträgerin referierte zum Thema „Von der Sonne in den Akku: Neue Lichtspeicherkonzepte“. Damit griff sie das Motto des Wissenschaftsjahres 2025 „Entdecke die Energie von morgen“ auf. 

“Vergeude keine Energie — verwerte sie.”

Wilhelm Ostwald - zitiert von Festrednerin Prof. Bettina Lotsch

Mit neu gedachter Energie sollten Wege aus dem CO2-Dilemma gefunden werden. Dabei „haben wir kein Energieproblem, also kein Fehlen primärer Energiequellen“, klärte Professorin Lotsch auf. Auch wenn sich der Energiebedarf von Datencentern bis 2030 verdoppelte oder sogar verdreifachte, sei er problemlos zu decken. „Wir müssen die Solarenergie effizient nutzen!“, beschreibt Lotsch den Weg in die Zukunft der Energieversorgung. Folgerichtig konzentrierte sich ihr weiterer Vortrag auf verschiedene Formen der Nutzung und Speicherung von Sonnenenergie. „Die wichtigste Zukunftsenergie sind Sie, die (jungen) Leute in der Forschung“, schloss die Leibniz-Preisträgerin und leitete so gekonnt zu den Preisverleihungen über.

Festrednerin Prof. Bettina Lotsch und Rektor Prof. Peter Middendorf

Ehrenwürden an herausragende Persönlichkeiten verliehen

Zunächst wurde die Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Antoine Georges verliehen – für dessen bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet der theoretischen Festkörperphysik. Laudator Professor Martin Dressel hob die Zusammenarbeit mit Stuttgart hervor und den Einfluss und die Inspiration, welche Georges für die Universität Stuttgart darstelle.

Prof. Dr.-Ing. Rolf Radespiel von der TU Braunschweig erhielt ebenfalls die Ehrendoktorwürde - für sein wissenschaftliches Lebenswerk sowie seine Verdienste um Forschung und Technik auf dem Gebiet der Aerodynamik. Laudator Professor Ewald Krämer betonte Radespiels großes fachliches und gesellschaftliches Engagement und berichtete von dessen Bestrebungen, den Luftverkehr leiser, effizienter und umweltfreundlicher zu machen.

Prof. Dr. Bernhard Keimer erhielt die Ehrensenatorwürde für sein außerordentliches wissenschaftliches Lebenswerk. Rektor Middendorf hielt selbst die Laudatio und beschrieb den langjährigen Universitätsratsvorsitzenden Keimer als einen Menschen, der die Universität geprägt, unterstützt und gestärkt habe. Die Universität Stuttgart drücke mit der Verleihung ihren tiefen Dank und hohe Anerkennung aus. Besonders stellte der Rektor die Verdienste Keimers um eine vernetzte Spitzenforschung und eine ausgezeichnete Nachwuchsförderung heraus.

Ausgezeichnetes an der Universität Stuttgart

Als letzter Programmpunkt standen die Preisverleihungen an. Den Stiftungs-Award der Stiftung Universität Stuttgart überreichte Kanzlerin Anna Steiger an Personen der Vector Stiftung und Vector Informatik GmbH. Die Ehrensenatoren Dr. Helmut Schelling, Martin Litschel und Eberhard Hinderer (alle drei sind Stifter und Stiftungsrat der Vector Stiftung), Edith Wolf (Vorständin Vector Stiftung) und Dr. Thomas Beck (Geschäftsführer, Vector Informatik und Vector Consulting Services) wurden für ihr Engagement für Fortschritt, Förderung von Nachwuchstalenten, Stärkung der Spitzenforschung und Bereicherung des kulturellen Lebens ausgezeichnet. Die Vector Stiftung unterstützt die Universität Stuttgart jährlich mit 50.000 Euro.

Die Christian und Dorothee Bürkert Stiftung vergab Preise für ausgezeichnete Dissertationen und Masterarbeiten der Jahrgänge 2023 und 2024. Mit der Preisvergabe will die Stiftung dazu einladen, Verantwortung zu übernehmen und zu einer offenen, solidarischen Gesellschaft beitragen. Die Förderung von Talenten sei eine Investition in die Weiterentwicklung der Gesellschaft, so die Vorständin der Stiftung, Mariana Dierolf. Aus dem Jahr 2023 zeichnete sie die Dissertationen von Dr. rer. nat. Shuo Wang (Fakultät 4), von Dr. rer. nat. Marvin Wyrich (Fakultät 5) und Dr.-Ing. Constantin Traub (Fakultät 6) aus. Den Bürkert-Universitätspreis für Dissertationen 2024 bekamen Dr.-Ing. Lena Stempniewski (Fakultät 2), Dr. Julian Heitkämper (Fakultät 3) und Dr. rer. nat. Samuel Tovey (Fakultät 8).

Aus dem Jahr 2023 wurden fünf Masterarbeiten ausgezeichnet. Preisträger waren Manuel Alexander Müller, Johannes Reinken, Khaled Seyam, Helena Schittenhelm und Markus Fischer. Aus dem Jahr 2024 bekamen sogar elf Masterarbeiten eine Auszeichnung. Elsa Mariela Yépez Westreicher, Lars Kaiser, Anna-Lena Streifling, Jan-Philipp Tewes, Tobias Weidemann, Yassin Nasr, Julian Schwab, Alicia Heck, Laura Friedrichsohn, Lina Heim und Jonas Berroth wurde der Bürkert-Universitätspreis für Abschlussarbeiten 2024 verliehen.

Gruppenfoto zur Verleihung des Nachhaltigkeitspreises: Prof. Peter Radgen, Valentin Eckmann für PowerPerspectives, Kanzlerin Anna Steiger, Rebecca Schwenger für die Sharing-Initiative sowie Moritz Sauer für BES e.V. (vlnr).

Zum Schluss wurden die Preisträger*innen des Nachhaltigkeitspreises 2025 der Universität Stuttgart, gefördert von der Stiftung Universität Stuttgart und dem Studentenwerk Stuttgart e.V. bekannt gegeben: In der Kategorie „Nachhaltiges Studieren“ wurde das Projekt „Bildung Erneuerbare Energie e.V.“ von David Rottacker, Felix Mück und Moritz Sauer ausgezeichnet; in der Kategorie „Nachhaltige Verwaltung“ gewann die Sharing Initiative des Dezernats 2, Internationales, repräsentiert von Rebecca Schwenger; in der Kategorie „Nachhaltiges Wissen“ nahm Valentin Eckmann den Preis für die“ PowerPerspectives“, die Studierendeninitiative Erneuerbare Energien, entgegen; und der Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Nachhaltige Praxis“ ging an Prof. Peter Radgen.

Der musikalische Abschluss hätte eigentlich einen eigenen Preis verdient. Das Quartett aus zwei Geigen, einer Bratsche und einem Cello brachte eine für Streichquartett arrangierte Fassung von „Libertango” (Astor Piazzolla) zu Gehör.

Nach dieser fulminanten Darbietung ließen die Gäste den Abend bei guten Gesprächen, Snacks und Getränken im Foyer ausklingen.

Musikalischer Abschluss
Zum Seitenanfang