„Der Schlossplatz ist einer meiner Lieblingsorte in Stuttgart. Ich sitze oft dort und genieße den Blick auf das Alte und Neue Schloss. Durch die Stadtführung kenne ich nun auch die Geschichte dieser beeindruckenden Gebäude“, erzählt Dr. Benjamin Kitambo. Der Postdoc stammt aus der Demokratischen Republik Kongo und lebt seit vier Monaten in Stuttgart. Am Geodätischen Institut der Universität Stuttgart erforscht er die Quantifizierung und Verteilung von Grundwasserressourcen in nicht vermessenen afrikanischen Becken. Hierfür verwendet er Satellitendaten. „Unsere HydroGeoCoPE Gruppe, die von Dr. Mohammad J. Tourian geleitet wird, ist international gut vernetzt – unter anderem mit dem Laboratoire d'Etudes en Géophysique et Océanographie Spatiales in Toulouse, an dem ich zuvor tätig war. Die Universität Stuttgart war mir daher schon lange ein Begriff.“ Bei der Stadtführung des Welcome Centers lernte Benjamin Kitambo nicht nur seine neue Heimatstadt besser kennen. Zwischen Schlossplatz, Staatsgalerie und Hauptbahnhof bot sich auch die Gelegenheit zum Austausch mit anderen internationalen Forschenden. „Ein Kollege aus meinem Institut war ebenfalls dabei. Da wir beide neu in der Stadt sind, hatten wir sofort Gesprächsthemen. Solche Veranstaltungen sind ideal, um Anschluss zu finden.“
Mit dabei waren nicht nur Neu-Stuttgarter*innen. Der Mexikaner Sebastián Morales lebt bereits seit drei Jahren im „Kessel“ und hat seine Wahlheimat offenbar fest ins Herz geschlossen: „Ich bin für mein Masterstudium hierhergezogen. Nach dem Abschluss habe ich mich entschieden, zu bleiben: Ich habe hier neue Freunde gefunden, ich mag die Stadt und die Uni Stuttgart bietet tolle Bedingungen für Quantenphysiker.“ Seit einem Monat arbeitet er als Doktorand am 5. Physikalischen Institut. In einer Carl Zeiss Nachwuchsgruppe, die von Dr. Stephan Welte geleitet wird, betreibt er gemeinsam mit anderen Nachwuchsforschenden Grundlagenforschung zum Quantennetzwerk. „Gerade ist meine Schwester zu Besuch aus Mexiko, wir waren gemeinsam bei der Stadtführung. Obwohl ich Stuttgart schon ganz gut kenne, habe ich dank der Führung eine lohnenswerte neue Ecke entdeckt: Das lebendige Ausgehviertel rund um den Hans-im-Glück-Brunnen in der Altstadt.“
Welcome Center: Begleitung und Unterstützung für internationale Forschende
Organisiert wurde die Stadtführung vom Welcome Center, der zentralen Anlaufstelle für internationale Forschende der Universität Stuttgart. Das Welcome Center stellt nicht nur Freizeit und Networking-Events auf die Beine, sondern bietet auch umfassende praktische Orientierungshilfen für Neuankömmlinge. „Wir beraten und unterstützen rund um alle nicht-wissenschaftlichen aber wichtigen Fragen zum Forschungsaufenthalt in Stuttgart – von den ersten bürokratischen Schritten, der Aufenthaltsgenehmigung bis zur Krankenversicherung. Dabei kooperieren wir eng mit anderen Einrichtungen inner- und außerhalb der Universität und vermitteln bei Bedarf an die passende Stelle“, sagt Welcome Center Mitarbeiterin Josephine Mothes und fügt hinzu: „In ein neues Land und eine neue Stadt zu kommen ist eine spannende, aber auch herausfordernde Erfahrung. Wir möchten mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass internationale Forschende sich schnell einleben und so viel Unterstützung bekommen können wie sie brauchen, um einen möglichst angenehmen Aufenthalt an der Universität Stuttgart zu verbringen.“
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Lena Jauernig
Redakteurin Wissenschaftskommunikation / Wissenschaftlicher Nachwuchs