GRADUS Gruppenmentoring

Mentoring mit Weitblick: Bosch-Führungskräfte im Dialog mit Doktorand*innen

17. Dezember 2025

Das ExploreScience Gruppen-Mentoring vernetzt Nachwuchsforschende der Universität Stuttgart mit erfahrenen Mentor*innen aus der Wirtschaft. Die aktuelle Runde findet in Kooperation mit der Robert Bosch GmbH statt. Beim Kick-Off ging es für 40 Doktorand*innen hoch hinaus.
[Bild: Universität Stuttgart ]

„Mentoring bedeutet, dass eine erfahrene Persönlichkeit ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr berufliches Netzwerk bewusst einsetzt, um die fachliche und persönliche Entwicklung ihres Mentees nachhaltig zu stärken“, erklärt Ekaterina Deckers, Referentin der Graduierten-Akademie (GRADUS). GRADUS bietet verschiedene Mentoring-Linien für Nachwuchsforschende der Universität Stuttgart an, darunter das ExploreScience Gruppen-Mentoring. In dem Programm tauschen sich Doktorand*innen mit Führungskräften aus der Industrie aus. In Kleingruppen werden berufs-, karriere- und alltagsrelevante Themen diskutiert, Erfahrungen geteilt und praxisnahe Impulse gegeben. „Mentoring eröffnet die Möglichkeit, den eigenen Karriereweg mit größerer Klarheit zu gestalten, bislang unbekannte Perspektiven zu entdecken und den eigenen Blick bewusst über das gewohnte Umfeld hinaus zu weiten“, so Deckers.

Beim Kick-Off ging es hoch hinaus: Auf die „Plattform 12“ des Bosch-Forschungscampus in Renningen.

Netzwerken mit Führungskräften aus der Industrie

Den Blick weiten – dazu lädt auch die „Plattform 12“ des Bosch-Forschungscampus in Renningen ein. Der vollverglaste Kreativbereich im 12. Stock bietet 360-Grad-Fernsicht. Hier fand am 8. Dezember der Kick-off zum aktuellen ExploreScience Gruppen-Mentoring statt. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Mentoring-Programm eine Tradition der Kooperation zwischen Bosch und der Universität Stuttgart begründen konnten: Bereits 85 Mentees waren im Programm und 15 Mentor*innen“, so Dr. Jürgen Hädrich, Leiter der Graduierten-Akademie (GRADUS). „Mein großer Dank gilt den Mentor*innen, die mit ihrer Expertise und ihrer großen Erfahrung die Promovierenden in ihrer beruflichen wie persönlichen Entwicklung eine Zeit begleiten und fördern werden.“

Gleich fünf Bosch-Führungskräfte engagieren sich in der aktuellen Runde als Mentoren. Sie kommen aus den Zukunftsfeldern Elektromobilität, Fahrzeugsysteme, Material- und Fertigungstechnologien sowie biologische und chemische Systemtechnologien. Die meisten haben selbst promoviert. „Ich freue mich, Erfahrungen aus meinem Berufsleben weiterzugeben. Gleichzeitig erhoffe ich mir von den Promovierenden viele Denkanstöße und Impulse“, fasst Dr. Jürgen Rapp ihre Motivation zusammen. Als Abteilungsleiter „Advanced Technologies for Biological and Chemical Systems“ und stellvertretender Bereichsleiter Corporate Research Advanced Technologies führt er bei Bosch ein Team von rund hundert Mitarbeitenden, darunter auch circa 12 Doktorand*innen. Rapp, der an der Universität Stuttgart studiert und promoviert hat, findet, dass eine Doktorarbeit nicht nur eine gute Vorbereitung auf die Wissenschaft ist. „Promovieren heißt, sich intensiv mit einem Thema zu befassen und konsequent dran zu bleiben. Dabei lernt man vieles, was auch in der Industrie zählt – wie etwa fokussiertes, analytisch-strukturiertes Arbeiten, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und Teamfähigkeit.“ Für eine erfolgreiche Promotion sei eines besonders hilfreich: „Echte Leidenschaft für das Thema. Sie erzeugt Motivation – und diese wiederum macht es möglich, auch schwierige Phasen zu meistern.“

Dr. Jürgen Rapp war schon mehrfach als Mentor tätig. Erfahrungen weiterzugeben, die Arbeit mit Menschen und Denkanstöße empfindet er als gewinnbringend.

Die Gruppe gestaltet das Mentoring

Und was zählt für ein erfolgreiches Mentoring? „Ihr als Mentees seid die gestaltende Kraft des Mentoring-Prozesses – eure Fragen, euer Engagement und eure Impulse geben dem Austausch Richtung und Tiefe“, gibt Ekaterina Deckers beim Kick-Off mit auf den Weg. Die Mentees bringen selbst die Themen ein, die sie mit ihrem Mentor bearbeiten möchten. Auch die Organisation und Moderation der Treffen liegen in ihrer Hand. Damit dies gut gelingt, liefert GRADUS wertvolle Tipps und Tools.

Nach einer Einführung in die „Spielregeln“ des Mentoring ging es beim Kick-Off in die Gruppenarbeit. In den vier Kleingruppen lernten sich nicht nur Mentees und Mentor, sondern auch die Mentees untereinander kennen, denn die teilnehmenden Doktorand*innen kommen aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen der Universität Stuttgart. „In unserer Gruppe ist gleich ein Gemeinschaftsgefühl entstanden. Die Atmosphäre war locker, so dass man offen reden konnte“, sagt Maren Neubrand, die gemeinsam mit Tabea Pfister am Institut für Anorganische Chemie promoviert. „Ich kann mir gut vorstellen, nach meiner Promotion in der Industrie zu arbeiten“, sagt Tabea Pfister. „Das Mentoring bietet mir Einblicke in diese Arbeitswelt.“

Tharshan Maheswaran, Doktorand am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS), nimmt bereits zum zweiten Mal am Gruppen-Mentoring teil. „Beim ersten Mal mit Porsche, jetzt mit Bosch – ich finde es super, dass ich verschiedene Unternehmen und Forschungssettings kennenlerne.“ Wie alle Teilnehmer*innen hat er konkrete Fragen für seinen Mentor mitgebracht. Ihn interessieren besonders die Themen Führung und Teamwork, andere wünschen sich etwa Tipps für Bewerbungen, Instrumente für ein gutes Projektmanagement oder Einblicke in bestimmte Forschungsfelder bei Bosch. Jede Gruppe trifft sich in den kommenden sechs Monaten fünf Mal mit ihrem Mentor, um die gemeinsam festgelegten Themen zu diskutieren. „Ich habe beim letzten Mentoring sehr viel mitgenommen. Ich kann das Programm nur empfehlen, vor allem wenn man nach der Promotion in die Industrie möchte“, sagt Tharshan Maheswaran.

In Kleingruppen vernetzten sich die Mentees und Mentoren.

Die Mentoring-Programme der Graduierten-Akademie GRADUS stehen allen Nachwuchswissenschaftler*innen der Universität Stuttgart offen und sind der jeweiligen Karrierephase angepasst:
ExploreScience: Neben dem Gruppen-Mentoring bietet GRADUS für Dotorand*innen auch ein Peer-Mentoring an. Mentees bilden dabei Kleingruppen und organisieren selbstständig regelmäßige Arbeitstreffen ohne Mentor*in.
AdvanceScience: Das zweijährige 1-zu-1-Format richtet sich an Postdocs, Habilitand*innen und Nachwuchsgruppenleiter*innen. Die Mentoren kommen aus Wissenschaft oder Wirtschaft.
LiveScience: Das Programm bringt Junior- und Tenure-Track-Professor*innen mit erfahrenen Kolleg*innen der Universität Stuttgart zusammen. Mentoring im 1-zu-1-Format.

Wissenschaftlicher Nachwuchs

Kontakt

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Lena Jauernig

 

Redakteurin Wissenschaftskommunikation / Wissenschaftlicher Nachwuchs

 

Hochschulkommunikation

Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart

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