Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im November 2025 bewilligte Graduiertenkolleg „GRK 3123 BioBuild – Bio-inspired Materials and Systems for Responsive Building Components“ beschäftigt sich mit adaptiven Bauteilen für die Gebäudehülle, die auf wechselnde Umwelteinwirkungen wie Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit reagieren. Die Anpassung der Hülle an schwankende Außenbedingungen und wechselnde Anforderungen im Innenraum ist entscheidend für die Reduzierung des Energiebedarfs von Gebäuden. Als Grundlage für diese adaptiven Bauteile untersucht das GRK die Faltmuster von Pflanzen und Insekten, die eine breite Palette komplexer und zugleich ressourcen- und energieeffizienter Bewegungsprinzipien aufweisen.
Bioinspirierte Architektur im Fokus
Das Graduiertenkolleg spannt von der Architektur und dem Ingenieurwesen bis zur Polymerchemie und Biomechanik. Es knüpft an die langjährige erfolgreiche Kooperation der Universität Stuttgart und der Universität Freiburg für bioinspirierte Architektur an und verknüpft die komplementären Kompetenzen beider Standorte in diesen Bereichen. Sprecher des GRKs sind Professor Jan Knippers, Leiter des Instituts für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen (itke) der Universität Stuttgart und Professor Jürgen Rühe vom Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg.
Bootcamp markiert den Start in die Promotionsprojekte
Die Förderung des GRK hat am 1.April begonnen. Die ersten zehn Doktorand*innen aus acht Ländern haben nach einer anfänglichen Phase der Strukturierung und Vernetzung jetzt mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit begonnen. Ergänzt wird diese Gruppe um weitere acht Doktorand*innen aus assoziierten Projekten. Im GRK forschen Architekt*innen, Ingenieur*innen und Naturwissenschaftler*innen in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit. Beim Bootcamp Mitte Mai im Botanischen Garten der Universität Freiburg vernetzten die Nachwuchsforschenden sich untereinander und bekamen wichtige Informationen für ihren Start in die Wissenschaft an die Hand. Im Laufe ihrer Promotion werden sie ein strukturiertes Qualifizierungsprogramm durchlaufen, das neben vielfältigen Fachseminaren auch Module zu wichtigen „Soft skills“ wie interdisziplinärer Kommunikation beinhaltet.
Kontakt
Lena Jauernig
Redakteurin Wissenschaftskommunikation / Wissenschaftlicher Nachwuchs