Ein Radlader transportiert eigentlich Schotter – an der Universität Stuttgart lädt er Räder. Mitarbeitende des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) haben mit Studierenden eine solarbetriebene Ladestation für E-Bikes gebaut, die Platz für bis zu vier Räder bietet. Ihre Besitzer*innen können sie abstellen, abschließen und mit ihrem eigenen Netzteil an einer Steckdose laden. Der Prototyp steht jetzt auf dem Campus Vaihingen vor dem Pfaffenwaldring 10.
Flexible Lösung für den städtischen Verkehr
Der RadLader ist komplett autark. Er benötigt keinen Anschluss ans Stromnetz, denn Solarpaneele laden seine Batterie bei guter Sonneneinstrahlung innerhalb von sechs bis acht Stunden auf. Seine Größe entspricht einer Standard-Parklücke von 2,50 x 5 Metern und das Fundament muss nicht im Boden verankert werden – der RadLader lässt sich also einfach transportieren und überall aufstellen. „Wir wollten die Hemmschwelle so gering wie möglich halten, den RadLader im städtischen Raum umzusetzen“, sagt Hannah Schürmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am ILEK.
Studierende und Mitarbeitende arbeiteten zusammen
Das Team setzte mit dem Projekt Nachhaltigkeit nicht nur für den Verkehrssektor um: Der RadLader besteht aus recycelten Bauteilen, sowohl der Stahl im Fundament als auch die Holzstruktur. Am Design-Prozess waren auch Studierende beteiligt, die in Gruppen Entwürfe für den RadLader auf Parkplatzgröße gestalteten. Was dabei schnell klar wurde: Die Räder hochkant abzustellen spart viel Platz. „Es war sehr interessant, mit den Studierenden zusammenzuarbeiten“, sagt ehemaliger ILEK-Mitarbeiter Jonathan Hernandez-Lopez. „Wir sind sehr dankbar, weil sie uns viel unterstützt haben und wir konnten viel von ihnen lernen.“
Über den Ideenwettbewerb „Glow up our Campus!“
Das Projekt wurde durch den Ideenwettbewerb „Glow up our Campus!“ gefördert. Anfang 2025 suchte die Universität Stuttgart Konzepte von Studierenden und Beschäftigten, um mit Kreativität und Eigeninitiative den Campus zu beleben und gemeinsam attraktiver zu gestalten. Insgesamt 80 Ideen gingen bei der Jury ein, die 18 Projekte für eine Förderung auswählte – eine Mischung aus Veranstaltungen, Lern- und Freizeitangeboten sowie nachhaltige Verschönerungen.
Kontakt
Verena Weber
Volontärin Hochschulkommunikation