Zum Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen beteiligt sich die Universität Stuttgart auch in diesem Jahr an der weltweiten UN-Kampagne „Orange the World“. Sichtbares Zeichen ist das Hissen der orangen Fahne mit der Aufschrift „STOPP Gewalt gegen Frauen“ auf dem Campus Stadtmitte. Zudem findet ein Workshop zum Thema häusliche Gewalt statt.
Die Kampagne läuft vom 25. November bis 10. Dezember 2025 und steht unter dem Motto „End digital violence against all women and girls“. Die Farbe Orange, die der Kampagne ihren Titel gibt, steht symbolisch für Hoffnung und für eine Zukunft, in der Gewalt – ob offline oder online – keinen Platz hat. Gemeinsam mit der weltweiten Bewegung ruft die Universität Stuttgart dazu auf, sich mit Wissen, Haltung und Solidarität aktiv gegen jede Form von Gewalt einzusetzen.
Digitale Gewalt als wachsende Bedrohung
In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der zunehmenden Bedrohung durch digitale Gewalt – von Cyber-Stalking und Hasskommentaren bis hin zur unbefugten Veröffentlichung privater Aufnahmen.
Die Universität Stuttgart unterstützt die Forderung nach
- klaren gesetzlichen Regelungen, die digitale Gewalt bestrafen,
- sichereren Online-Plattformen und
- einer besseren Unterstützung für Betroffene.
Im Rahmen der Kampagne wird dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und im Alltag – sowohl online als auch offline – Haltung zu zeigen.
Geschlechterstereotype und ihre Folgen
Digitale Gewalt ist kein isoliertes Phänomen, sondern eng mit tief verwurzelten Geschlechterstereotypen verbunden, die auch in Europa nach wie vor wirksam sind. Entscheidend ist, dass Politik und Gesellschaft anerkennen, wie sehr diese Rollenbilder insbesondere das Leben von Frauen und Mädchen prägen und einschränken.
Nach Angaben des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE) behindern starre Geschlechterrollen – etwa die Zuschreibung von Fürsorge, Familie und emotionaler Arbeit an Frauen – weiterhin den Zugang zu Führungspositionen und schränken ökonomische Teilhabe ein. Ihre Wirkung reicht bis in den digitalen Raum, in dem Frauen überdurchschnittlich häufig Angriffen und Hassbotschaften ausgesetzt sind. Geschlechterstereotype behindern damit Gleichstellung und schwächen den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Workshop zu häuslicher Gewalt: Hinschauen, erkennen, handeln
Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter: von körperlicher Bedrohung über wirtschaftliche Abhängigkeit bis hin zu digitalen Angriffen, die das Leben von Frauen erheblich beeinträchtigen können. Mit ihrer Teilnahme an „Orange the World“ unterstützt die Universität Stuttgart die weltweite Bewegung für eine Gesellschaft, in der Frauen und Mädchen frei von Gewalt leben können.
Im Rahmen der Aktionstage lädt die Universität Stuttgart am 3. Dezember zu einem Workshop ein, der das Thema häusliche Gewalt in den Fokus rückt. Die städtische Frauenberatung und die Gewaltambulanz Stuttgart bieten am 3. Dezember praxisnahes Wissen und konkrete Handlungsmöglichkeiten an. Der Workshop richtet sich an alle, die sensibel und verantwortungsvoll auf Anzeichen häuslicher Gewalt reagieren möchten.
Rat und Unterstützung bei häuslicher Gewalt für Betroffene und Personen in deren Umfeld – anonym, vertraulich und kostenfrei:
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen | telefonisch rund um die Uhr unter 08000 116 016 | via Website auch Online-Beratung oder per Chat oder E-Mail | in 18 Sprachen sowie in deutscher Gebärdensprache.
- Opferhilfeorganisationen wie WEISSER RING e.V. | telefonisch täglich von 7 bis 22 Uhr unter 116 006 | via Website auch Online-Beratung oder per E-Mail | mehrsprachig sowie in Deutscher Gebärdensprache.
- Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser bieten Schutz und Unterstützung. Dort kann für und mit Betroffenen auch ein persönliches Sicherheitskonzept entwickelt werden. Zudem erhält man rechtliche und psychologische Beratung sowie Hilfe bei der Platzsuche in einem Frauenhaus.
- Kinder können sich bei akuten Bedrohungen an das Kinder- und Jugendtelefon Nummer gegen Kummer unter 116 111 wenden. Die Rufnummer ist montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr erreichbar. Weitere Unterstützung bieten regionale Kinderschutzdienste, der Kinderschutzbund und die Online-Beratung für Jugendliche.
- Ein kostenloses E-Learning-Angebot des BMFSFJ bietet Interessierten umfassendes (Handlungs-)Wissen für die Unterstützung und Versorgung von Betroffenen und ihren Kindern nach Gewalterfahrungen.
- Bei akuter Bedrohung können Sie sich auch jederzeit an die Polizei wenden: Wählen Sie den Notruf 110! Die Polizei wird alles Erforderliche tun, um Sie bzw. die Betroffenen zu schützen. Informationen der Polizei zu häuslicher Gewalt