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Umweltministerin Tanja Gönner zu Gast > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >
 
„Denkhaus“ für die Umwelttechnik
 

Draußen Minusgrade, drinnen ein knisterndes Kaminfeuer und als Referentin die Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg: Tanja Gönner sprach beim 20. Kamingespräch, zu dem das Kompetenzzentrum Umwelttechnik (KURS) am 23. Januar geladen hatte, über „Flächen gewinnen – Flächen sparen und Ressourcen schonen“.

  Umweltministerin Tanja Gönner im Gespräch mit Horst Neumann (links) vom Umweltministerium und Horst Puscher vom Kompetenzzentrum Um-welttechnik  

Umweltministerin Tanja Gönner im Gespräch mit Horst Neumann (links) vom Umweltministerium und Horst Puscher vom Kompetenzzentrum Um-welttechnik.      (Foto: Bastian Wittstock)

Über 120 Gäste aus Unternehmen, Wissenschaft, Kommunen, Verbänden und Behörden konnte Horst Puscher, der stellvertretende Vorsitzende des KURS-Trägervereins, im Internationalen Begegnungszentrum der Uni Stuttgart begrüßen. Auch viele Nicht-Mitglieder hatten sich eingefunden, bemerkte Puscher, und wies, die Gunst der Stunde nutzend, sogleich auf die Anmeldebogen hin, mit deren Hilfe sich dieser Zustand schnell ändern lasse. Gerade größere Firmen, auch die hier ansässigen aus der Automobilbranche, haben im Gegensatz zu Fraunhofer Instituten, der Ingenieurkammer Baden-Württemberg, der Landeshauptstadt Stuttgart, Rechtsanwalts- und Ingenieurbüros noch nicht das Potenzial erkannt, das sich ihnen als KURS-Mitglied eröffnet. Das „Denkhaus“ für Umwelttechnik, 2000 gegründet, nimmt sich der Themen rund um die Umwelttechnik und angrenzender Gebiete an, von der Abfall- und Abwassertechnik über Luftreinhaltung und Lärmschutz bis hin zu Kreislaufwirtschaft und Prozesstechnologie.

Netzwerk und Kommunikationsplattform

„Wir verstehen uns als Netzwerk, organisieren Workshops, initiieren, betreuen und vermitteln Projekte, sorgen für einen Wissenstransfer und fungieren als Kommunikationsplattform“, erklärt Dr. Michael Waldbauer vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Uni Stuttgart. Zusammen mit seinem Kollegen Andreas Sihler hat er das Kompetenzzentrum Umwelttechnik einst auf den Weg gebracht, das 2003 bei einer Evaluation der Kompetenzzentren der Region Stuttgart gar „einer von fünf Musterschülern“ war. Zu einer festen Einrichtung von KURS sind die viermal jährlich stattfindenden Kamingespräche geworden, die immer wieder mit aktuellen Themen aufwarten, wie mit der Brennstoffzelle, Feinstäuben oder der Reduzierung des Flächenverbrauchs.

Boden: Begrenzte und wichtige Ressource

In einer Zeit, in der jeder in einem Neubau wohnen und arbeiten wolle, sei der Flächenverbrauch ein gravierendes Problem, befand Tanja Gönner. Es sei daher wichtig, Boden als eine begrenzte und wichtige Ressource wahrzunehmen. Seit 2001 ist der Flächenverbrauch in Baden-Württemberg um ein Viertel zurückgegangen auf derzeit täglich rund 8,8 Hektar. Das Aktionsbündnis „Flächen gewinnen“, 2004 zwischen den Kommunen, der Landes- und Regionalplanung, dem Naturschutz und der Wirtschaft ins Leben gerufen, erhöhe die Chance, dass sich diese positive Entwicklung fortsetze. Der Druck auf die Fläche wird im Einwanderungsland Baden-Württemberg in nächster Zeit allerdings nicht aufgrund eines Bevölkerungsrückgangs nachlassen. „Bis 2020 werden hier noch 665.000 Wohnungen benötigt“, so die Ministerin. Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Flächenmanagement, bei dem vorrangig der bereits vorhandene Siedlungsbestand entwickelt wird, trage zum Schutz der Umwelt und der Ökologie bei und bringe den Menschen mehr Lebens- und Wohnqualität. „Die Entwicklung der Innenstädte und ihr Erhalt als Wohnraum erleichtert weniger mobilen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, sagte Tanja Gönner. Es gelte: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Dabei müssten alte Denkmuster überwunden werden. Um „weiterhin Boden gut zu machen“, seien noch Anstrengungen notwendig und ein Monitoring, doch die Umweltministerin zeigte sich „verhalten guten Mutes“.

  „Mit ihrer Fachkenntnis beeindruckte die Ministerin bei der anschließenden Diskussion“, weiß Michael Waldbauer aufgrund der Kommentare vieler Gäste. Wie es sich für ein Netzwerkertreffen gebührt, wurden neue Kontakte geknüpft, man traf alte Bekannte und einen Tag später trafen bei KURS auch schon weitere Bitten um Vermittlungen ein. Die nächsten Kamingespräche werden am 17. Juli und 20. November im Internationalen Begegnungszentrum stattfinden, und vom 26. bis 27. September richtet das Kompetenzzentrum Umwelttechnik die Abfalltage 2006 Baden-Württemberg aus.

Julia Alber

 

 
   

 

KONTAKT

                                                                  

Kompetenzzentrum Umwelttechnik – KURS e.V.
c/o Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft, Universität Stuttgart, Bandtäle 2
Tel. 0711/685-65496 und -65493
Fax 0711/685-65460
e-mail: kurs@kurs-net.de
> > > www.kurs-net.de

 

 

 

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Pressestelle der Universität Stuttgart