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Stuttgarter unikurier Nr. 95 Mai 2005
SFB 412 erfolgreich abgeschlossen:
Simulationen für optimierte Produktionsprozesse
Viel positive Resonanz gab es beim Abschlussworkshop des Sonderforschungsbereichs 412 „Rechnergestüt-zte Modellierung, Simulation und Führung verfahrenstechnischer und biologischer Systeme“ am 21. und 22. Februar, zu dem sich rund 100 Teilnehmer aus Forschung und Industrie eingefunden hatten.
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Insgesamt neun Jahre hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Sonderforschungsbereich (SFB) gefördert. „Die Einrichtung des SFB war richtungsweisend“, betonte Uni-Rektor Prof. Dieter Fritsch; die beteiligten Wissenschaftler hätten exzellente Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet.“ Verfahrenstechnische Forschung in enger Zusamm-enarbeit mit der Biologie, Physik und Chemie war Schwerpunkt des SFB.

 

Trajektorien von chemischen Kinetiken bei tech-nischen Verbrennungen.              (Grafik: Institut)  

Hohe wirtschaftliche Bedeutung

Verfahrenstechnische Prozesse haben in der chemischen Indu-strie, in den Life Science Bereichen Pharma und Agro sowie in der Biotechnologie zentrale wirtschaftliche Bedeutung. Deshalb ist ihre Optimierung wichtig. „Schnelle immer komplexer werden-de Entwicklungen in der Industrie sind nur gestützt auf Modell-ierung und Simulation möglich“, ist Prof. Hans Hasse, Sprecher des SFB und Leiter des Instituts für Technische Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik, überzeugt.

 Zehn Institute der Universität Stuttgart forschten an insgesamt 27 Teilbereichen des SFB. Von Beginn an bestand eine fruchtbare Kooperation mit dem ebenfalls 1996 gegründeten Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magde-burg, bei dessen Aufbau der SFB Anschub geleistet hat. Eine wichtige Rolle kam hierbei dem damaligen Sprecher des SFB 412, Prof. Ernst Dieter Gilles zu, er gehört dem MPI an und leitet das Institut für Systemdynamik und Regelungstech-nik der Uni Stuttgart. Über die Forschung hinaus beeinflusste der SFB auch andere Entwicklungen. „Unsere Arbeiten haben dazu geführt, dass die DFG einen Schwerpunkt „Molekulare Modellierung und Simulation in der Verfahrenstechnik“ eingerichtet hat, berichtete Hasse, „und ohne den SFB wäre wohl nicht das Institut für Systemtheorie Technischer Prozesse gegründet worden.“

 

Jadran Vrabec zeigt, wie sich molekulare Simulationen mit Virtual-Reality visualisieren lassen.    (Foto: Institut)  

Produktionsprozesse optimieren

 Die Fachleute aus Forschung und Industrie diskutierten bei dem Workshop über die Ergebnisse des SFB und ste-llten anhand von ausgewählten Projekten und Themen die Einsatzmöglichkeiten vor. Kinetische Phänomene wie Stoff- und Wärmetransport über Phasengrenzen best-immen das Verhalten verfahrenstechnischer Prozesse. Mathematische Modelle können hier helfen, Produk-tionsprozesse in der industriellen Praxis zu optimieren. Eingesetzt werden Simulationen zum Beispiel bei der Untersuchung und Optimierung der Vorgänge in einem Autoabgaskatalysator. Anwendungsmöglichkeiten gibt es auch bei Bioreaktoren, zum Beispiel für Brauhefe. Durch Modellierung und Simulation kann erforscht werden, wie die Betriebsbedingungen und der Reaktor gestaltet werden sollten, um ein optimales Wachstum zu erreichen.

 Einige Ergebnisse aus der Forschung werden nun in die Praxis überführt und in der Industrie angewendet. Es gibt zum Beispiel den Transferbereich „Simulation und aktive Beeinflussung der Hydroakustik in flexiblen Leitungen“, der aus dem SFB hervorgegangen ist. Bei diesem Projekt kooperiert das Institut A für Mechanik mit der Robert Bosch GmbH. Zudem ist im Bereich dynamische Simulationen großer Systeme ein neuer SFB in Planung. Für die Zukunft wünscht sich Sprecher Hasse, dass der Schulterschluss zwischen Verfahrenstechnik und Technischer Kybernetik auch nach Abschluss des Sonderforschungsbereichs 412 bestehen bleibt.

Birgit Vennemann
 

 

KONTAKT

Prof. Dr. Hans Hasse
Dr.-Ing. Jadran Vrabec
Institut für Technische Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik
Tel. 0711/685-6105, -6107
Fax 0711/685-6371
e-mail: hasse@itt.uni-stuttgart.de
vrabec@itt.uni-stuttgart.de

 


 

 

 


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Pressestelle der Universität Stuttgart

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